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Menschenrecht auf Arbeit

In Shanghai haben rund 200 Arbeiter einer Firma für Elektroteile ihren Streik fortgesetzt. Sie protestieren gegen die Pläne der Firmeneigentümer in Singapur, die Fabrik an den Stadtrand zu verlegen. Dies, so die Arbeiter, sei nur ein Vorwand, um die zu entlassen.

“Seit wir nach NanHui umziehen sollen, haben sie uns nichts gegeben. Jetzt demonstrieren wir hier statt zu arbeiten. Sie sagen, sie haben hier keine Arbeit für uns und wir seien automatisch entlassen”, klagt Frau Wang.

Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei in der Fabrik wurden mehrere Arbeiter verletzt. In China ist es zuletzt häufiger zu Arbeitskämpfen gekommen. Die regierenden Kommunisten befürchten, dass anhaltende Proteste die Autorität der Führung untergraben. Die chinesischen Beschäftigten werden selbstbewusster und stellen höhere Ansprüche an ihre Arbeitgeber.

http://de.euronews.net/2011/12/02/streikende-arbeiter-verunsichern-chinas-kp/

DGB ruft zu Demonstration für soziales Europa und Regulierung der Finanzmärkte auf

Kassel. Der DGB Nordhessen ruft für den 9. Dezember zu einer Demonstration in Kassel auf. Unter dem Motto „Banken in die Schranken“ wollen die Gewerkschaften für ein solidarisches Europa und eine striktere Regulierung der Banken und Finanzmärkte demonstrieren. „Wir stehen zur Solidarität mit Griechenland und die Rettung des Euro, unserer gemeinsamen Währung. Diese Rettung darf aber nicht in erster Linie eine Bankenrettung sein, sondern muss Arbeitnehmer, Erwerbslose und Rentner vor den Krisenfolgen schützen“, sagte der Vorsitzende des DGB Nordhessen Michael Rudolph.

Kritik an Bedingungen des ESFS
Die Gewerkschaften kritisieren die Bedingungen des Eurorettungspakets wie Privatisierungen, Rentenkürzungen und Einschnitte in die Tarifautonomie. Nach Ansicht des DGB sollten die Finanzhilfen vielmehr mit Bedingungen wie der höheren Besteuerung von Vermögen und Erbschaften einhergehen und die Einführung der Finanztransaktionsteuer in der Europäischen Union zu Voraussetzung haben. „Schließlich müssen die Folgen der Krise auch bezahlt werden und dafür müssen die Verursacher zur Kasse gebeten werden“, forderte der Gewerkschafter. Außerdem plädiert der DGB für eine striktere Regulierung der Finanzmärkte, um Krisen in der Zukunft zu vermeiden.

 Hände weg vom VW-Gesetz
Aus aktuellem Anlass wird auch die erneute Klage der Europäischen Kommission gegen das VW-Gesetz Thema der Demostration sein. “Anstatt die Finanzmärkte zu regulieren attackiert die Kommission schon wieder Arbeitnehmerrechte. Das ist ein Skandal”, ärgert sich Michael Rudolph. Das sogenannte VW-Gesetz schreibt bei grundlegenden Entscheidungen eine notwendige Mehrheit von 80 Prozent im Aufsichtsrat vor. Damit schützt es die Beschäftigten vor einseitigen Managemententscheidungen wie Standortschließungen oder Verlagerungen, da die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat immer zustimmen müssen.Michael Rudolph: “Wir fordern mehr Demokratie im Betrieb, wir fordern: VW-Gesetz für alle!” (red)

http://www.seknews.de/2011/12/02/dgb-ruft-zu-demonstration-fur-soziales-europa-und-regulierung-der-finanzmarkte-auf/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+seknews+%28SEK-News%29&utm_content=FaceBook

28. November 2011, 14:41, NZZ Online

Griechenland schickt Beamte in Frührente

(sda/dpa) Im Kampf gegen überbordende Schulden hat Griechenland am Montag ein riesiges Frührentprogramm für Staatsbedienstete gestartet. Zunächst sollen rund 16’000 Beschäftigte in die vorgezogene Rente gehen, bis zum Jahresende zudem mehrere tausend in eine sogenannte Arbeitsreserve.

Während der Arbeitsreserve werden sie für ein Jahr 60 Prozent ihres bisherigen Lohnes erhalten; danach werden sie entlassen. Die Gewerkschaft der Staatsbediensteten rechnet mit weiteren Entlassungen im kommenden Jahr.

«Es ist eine barbarische Aktion. Bis zu 50’000 werden gehen», sagte der Präsident der Staatsbedienstetengewerkschaft Adedy, Kostas Tsikrikas, im staatlichen Radio. Am 1. Dezember wollen die Staatsbediensteten zusammen mit vielen Bereichen des privaten Bereichs streiken.

24. November 2011, 13:34, NZZ Online

Eine halbe Million Griechen ohne Einkommen

Ärzte warnen vor Verschlechterung der Gesundheitslage als Folge

Etwa 500’000 Personen müssen in Griechenland ohne eigenes Einkommen zurechtkommen. Diese Zahl aus dem ersten Halbjahr 2011 geht aus einem Bericht zur Wirtschaftslage der Notenbank hervor. Betroffen sind griechische Familien, in denen kein einziges Mitglied mehr eine Arbeit hat.

(sda/dpa) In Griechenland müssen 500’000 Personen ohne eigenes Einkommen auskommen. Arbeitslose erhalten für höchstens ein Jahr Arbeitslosengeld. Danach gibt es keine Hilfe vom Staat mehr. Die Familien ohne Einkommen würden von Verwandten unterstützt oder sie seien auf die Hilfe von kirchlichen und anderen humanitären Organisationen angewiesen, berichtete die Athener Zeitung «Kathimerini».

Nothilfe statt für Flüchtlinge für Einheimische

Unterdessen vermeldete die Hilfsorganisation «Ärzte der Welt», die in Griechenland vier Anlaufstellen für Menschen ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung unterhält, einen dramatischen Anstieg der Patientenzahlen. Die kostenlosen medizinischen und psychosozialen Hilfsangebote würden nun auch vermehrt von griechischen Staatsbürgern aufgesucht. Ursprünglich waren die Anlaufstellen für Flüchtlinge und Asylsuchende gedacht.

«Die Anzahl griechischer Staatsbürger unter unseren Patienten ist auf 30 Prozent gestiegen», erklärte Nikitas Kanakis, Präsident der griechischen Abteilung von «Ärzte der Welt». Darunter seien schwangere Frauen, die Vorsorgeuntersuchungen erhielten, Kinder, die Impfungen benötigten, Menschen, die kein Einkommen mehr hätten oder auch Beamte, deren Gehälter drastisch gekürzt worden seien.

Lebensmittel-Kampagne lanciert

Immer mehr Menschen würden auch um Lebensmittel bitten, berichteten Mitarbeiter der Hilfsorganisation der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstag.

Der griechische Nachrichtensender Vima 99.5 startete Anfang der Woche eine Lebensmittel-Kampagne für Bedürftige. An seine Hörer appellierte der Sender, beim Einkauf im Supermarkt «auch an die mittellosen Mitbürger zu denken und auch für sie etwas einzukaufen». «Auch ein Paket Nudeln genügt», hiess es in dem Aufruf.

HARTZ IV
Deutschland spart beherzt – bei den Arbeitslosen

Die Schwarz-gelbe Koalition und die Bundesagentur kürzen die Förderung für Arbeitslose deutlich: Die Mittel sinken stärker als die Erwerbslosigkeit in Deutschland.

Bundesagentur für Arbeit in Leipzig.

Bundesagentur für Arbeit in Leipzig.
Foto: dapd

Mit dem Sparen kommt die Bundesregierung trotz vollmundiger Ankündigungen und forscher Ermahnungen an andere Länder nicht so recht voran. Im Gegenteil. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird im kommenden Jahr die Kreditaufnahme deutlich erhöhen. Die Ausnahme von der Regel werden die Arbeitslosen spüren. Da kürzt die Koalition in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) beherzt.

So will die BA nach Informationen der Berliner Zeitung die Ausgaben für die Arbeitsförderung dieses Jahr um 26 Prozent senken. Die Einschnitte treffen Leistungen der beruflichen Weiterbildung und andere Instrumente der Beschäftigungsförderung, auf die Arbeitslose keinen Rechtsanspruch haben, die aber den Weg zurück in eine Beschäftigung ebnen können.

Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kann diese Einsparungen nicht allein rechtfertigen. Die Zahl der von der BA direkt betreuten Arbeitslosen lag im Oktober 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Bundesagentur hätte laut ihrem Haushalt sogar mehr Mittel für diese Aufgaben ausgeben können – allerdings rief sie ein Drittel der bewilligten Gelder nicht ab.

Weniger Geld für Eingliederung

Ähnlich sieht es für Langzeitarbeitslose aus. Im Sommer diesen Jahres nahmen gut 65.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Job an einer Weiterbildungsmaßnahme teil. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Dies waren knapp 23 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Die Ausgaben gingen um 24 Prozent zurück. Die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger nahm gerade um vier Prozent ab, so dass auch für sie pro Kopf deutlich weniger Geld für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt bereit stand.

„Es ist Unsinn, bei der Weiterbildung und Beschäftigungsförderung zu sparen“, kritisierte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linkspartei, Sabine Zimmermann. Sie warf Union und FDP vor, sie legten für die Banken ein Rettungspaket nach dem anderen auf und sparten dafür bei den Arbeitslosen. „Der Arbeitsmarkt muss krisenfest gemacht werden“, forderte Zimmermann.

Noch hat der konjunkturelle Abschwung den Arbeitsmarkt weitgehend verschont. Denn dieser reagiert gewöhnlich erst verzögert auf fallende und steigende Wachstumsraten. Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass die konjunkturelle Ausnahmesituation mit einer ungewöhnlich günstigen Entwicklung auch bei der Beschäftigung zu Ende geht.

Im Oktober waren bei der Bundesagentur für Arbeit noch rund 500. 000 offene Stellen gemeldet. Dem standen 2,74 Millionen Arbeitslose gegenüber. Experten halten jedoch die tatsächliche Arbeitslosigkeit für deutlich höher, da über eine Million Männer und Frauen ohne Job nicht mitgezählt werden, etwa weil sie an einer Fördermaßnahme teilnehmen.

Gesamtausgaben erhöhen sich

Am heutigen Donnerstag debattiert der Bundestag über den Etat von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie hat mit 124,5 Milliarden Euro das mit Abstand größte Budget im Bundeshaushalt 2012 zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorjahr sinken die Ausgaben damit gleichwohl nach den schwarz-gelben Plänen um 4,8 Milliarden Euro. Seine Gesamtausgaben will der Bund trotzdem leicht auf 306,2 Milliarden erhöhen.

Die Opposition wirft der Regierung daher vor, von dem schwarz-gelben Sparpaket des Jahres 2010 seien einzig die Sozialkürzungen voll umgesetzt, während andere Posten wie die Finanztransaktionssteuer oder die Brennelementesteuer nicht kämen oder deutlich weniger brächten als gedacht. Die Bundesbank merkte dazu in dieser Woche an: „Mit dem Bundeshaushalt 2012 ist eine merkliche Abkehr von den Konsolidierungsbeschlüssen vom Juni 2010 verbunden.“

http://www.fr-online.de/arbeit—soziales/hartz-iv-deutschland-spart-beherzt—bei-den-arbeitslosen,1473632,11212052.html

19. November 2011, 13:38, NZZ Online

Tausende Arbeiter in chinesischer Schuhfabrik im Streik

Protest gegen Kündigungen und Lohnkürzungen

Aus Protest gegen Kündigungen und Lohnkürzungen sind tausende Arbeiter einer Fabrik im Süden Chinas in einen Streik getreten. Dabei kam es nach Angaben der in New York ansässigen Organisation China Labor Watch zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei.

(sda/afp) Laut der Organisation China Labor Watch sind aus Protest gegen Kündigungen und Lohnkürzungen tausende Arbeiter einer Fabrik im Süden Chinas in einen Streik getreten.

Dutzende Menschen wurden demnach verletzt, als die Polizei versuchte, die Blockade der Fabrik und einer Strasse in der Nähe der Stadt Dongguan in der Provinz Guangdong zu brechen. An dem Streik in der Fabrik, die unter anderem Schuhe für Nike und Adidas herstellt, beteiligten sich mehr als 7000 Menschen.

Der Protest richtete sich gegen die Streichung von Bonuszahlungen und ein Verbot von Überstunden und wurde angeheizt von der Kündigungen von 18 Managern. China Labor Watch zufolge sehen die Arbeiter die Entlassung von Führungspersonal als Vorbereitung für die Verlegung ihrer Fabrik.

Einer der gekündigten Manager sagte der Zeitung «China Business News», seine Entlassung sei Teil eines Plans, die Produktion in die nördliche Provinz Jiangxi zu verlegen.

Verbot von Überstunden

Besonders hart trifft die Arbeiter das Verbot von Überstunden. «Unser monatliches Grundgehalt beträgt nur 1100 Yuan (rund 159 Franken) und wir verdienen unser Taschengeld mit Überstunden», sagte eine Arbeiterin der «Yangcheng Evening News». Dem Bericht zufolge forderten die Behörden die Manager auf, die Streichung der Überstunden wieder aufzuheben.

In der Provinz Guangdong sind in diesem Jahr zahlreiche Proteste gegen soziale Ungerechtigkeit aufgekommen. Im September griffen Demonstranten eine Polizeistation an, nachdem Gerüchten zufolge Polizisten ein Kind getötet hatten.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/tausende_arbeiter_in_chinesischer_schuhfabrik_in_streik_getreten_1.13360555.html

Leiharbeit vernichtet reguläre Beschäftigung

Die IG Metall hat zu Wochenbeginn die Ergebnisse einer Umfrage zur Leiharbeit veröffentlicht. Das Bild aus über 5.100 Betrieben ist alarmierend: Mit dem Aufschwung boomt die unsichere Beschäftigung, während reguläre Arbeitsplätze immer stärker unter Druck geraten.

Stand vor der Krise überholt

Auch aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen diesen Trend: Mehr als jede dritte neue Stelle in den Betrieben sollte im Monat Juni 2010 imt einem Leiharbeiter besetzt werden. Im Juli 2010 waren nach Angaben des IWZeitarbeitsindex bereits 826.000 Beschäftigte bei Leiharbeitsunternehmen angestellt – mehr als vor der Krise also.

Diese Zahlen widerlegen die gängige Schutzbehauptung, Leiharbeit werde nur zum Abfedern von Auftragsspitzen genutzt. In der Praxis dient sie offenbar zunehmend als strategisches Instrument zur Etablierung einer neuen Billiglohnlinie eingesetzt. Dieser Missbrauch nimmt rasant zu, wobei zwangsläufig Stammarbeitsplätze durch Leiharbeit ersetzt werden.

Viele neue Stellen, aber kaum reguläre

Die Umfrage der IG Metall unter Betriebsräten aus mehr als 5.100 Betrieben der Metall- und Elektorindustrie bestätigt dieses Bild nachhaltig. Den Ergebnissen zufolge besetzen 23 Prozent der Betriebe mindestens 10 und bis zu 50 Prozent ihrer gesamten Arbeitsplätze mit Leiharbeitnehmern. 85 Prozent der Betriebe brauchen zusätzliche Arbeitskräfte, aber nur eine Minderheit von 15 Prozent deckt diesen Bedarf mit unbefristete Stellen. Im Gegenzug setzen 43 Prozent auf Leiharbeit, weitere 42 Prozent auf befristete Einstellungen. Das Fazit: Unbefristete Einstellungen sind die Ausnahme, die Arbeitgeber setzen statt dessen verstärkt auf prekäre Beschäftigung.

Es geht auch anders!

Immerhin 34 Prozent der befragten Betriebe kommen ohne Leiharbeit aus und zeigen damit, dass es auch anders geht – mit einer verantwortungsvollen Personalpolitik lässt sich erfolgreich wirtschaften. Die Anstrengungen von IG Metall, Betriebsräten und verantwortungsbewussten Unternehmern tragen maßgeblich dazu bei. Die Alternative zeigt, wie dringlich diese Anstrengungen sind: Über 20 Prozent der Betriebe ersetzen bereits Stammbeschäftigung durch Leiharbeit, in Betrieben mit 1.000 bis 2.000 Beschäftigten sogar 27 Prozent. wird dieser Trend nicht gestoppt, droht das Aus für hunderttausende reguläre Arbeitsplätze.

Regierung verteilt politische Trostpflaster

Das politische Trostpflaster der Bundesregierung ist nicht geeignet, diese Bedrohung abzuwenden. Statt dem Missbrauch der Leiharbeit einen wirksamen Riegel vorzuschieben, öffnet der kürzlich vorgestellte Gesetzesentwurf von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen die Schleusen weiter. Weder ist eine Höchstüberlassungsdauer vorgesehen, noch ein Verbot der Synchronisation – von Bestimmungen für die gleiche Bezahlung von Leih- und Stammbeschäftigten ganz zu schweigen. Zwar konnten IG Metall und Betriebsräte über 500 betriebliche Vereinbarungen abschließen, mit denen die Situation der Leiharbeitnehmer verbessert wird – wie etwa bei Siemens. Um die Leiharbeit jedoch flächendeckend sozial zu gestalten und einzudämmen, ist ein entsprechender politischer Rahmen nötig.

IG Metall fordert Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes

Die IG Metall geht davon aus, dass der aktuelle Gesetzentwurf einer Überprüfung des Europäischen Gerichtshofes nicht standhält. Sie fordert von der Bundesregierung eine Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes mit folgenden Kernpunkten:
+ gleiche Bezahlung von Stammbeschäftigten und Leiharbeitnehmern
+ kein dauerhafter, strategischer Einsatz von Leiharbeit
+ Einführung einer Höchstüberlassungsdauer
+ Wiedereinführung des Synchronisationsverbots
+ Stärkung der Rechte des Entleiherbetriebsrates

Spiel mit dem Feuer

Die Arbeitgeber fordert die IG Metall eindringlich auf, den Einsatz von Leiharbeit auf ihren eigentlichen Zweck – die Abarbeitung von Auftragsspitzen – zu begrenzen. Wer auf Lohndumping durch ihren Missbrauch setzt, spielt mit dem System flexibler Tarifverträge, wie der zweite IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel bei Vorstellung der Umfrage betonte: “Massenhafte Leiharbeit und flexible Tarifverträge, beides zugleich ist mit der IG Metall nicht zu machen.”

http://dialog.igmetall.de/Newsansicht.32+M59405758041.0.html

Teachers vote to strike

Thousands of schools could close affecting millions of children as a result of strike action over pensions, workload and pay

Teachers strike

Teachers are preparing to strike over pension reforms, workload and pay. Photograph: Owen Humphreys/PA

One of the country’s main teaching unions has voted to strike over pensions, workload and pay – a move that will exacerbate already strained relations between the government and public sector workers.

The NASUWT, which represents teachers and headteachers in most state schools in England and Wales, balloted 227,500 of its members. Some 82% voted in favour of a strike with a turnout more than 40%.

This union is the fourth teaching union to vote for industrial action. Its general secretary, Chris Keates, would not confirm whether she would be encouraging members to join two million public sector workers on 30 November when more than 20 unions could go on strike. However, she said she would “bear the date in mind”. Most of the action is likely to start at the beginning of December.

The action on 30 November is expected to be the biggest day of industrial unrest since the 1979 Winter of Discontent.

The union’s membership was asked to strike over what it said was an “excessive workload, rapidly worsening pay and conditions and increasing job losses” as well as reforms to teachers’ pensions. Keates said her members had voted “emphatically and decisively for industrial action”.

The result is likely to mean that thousands of schools will close, affecting millions of children.

Some 91% of members voted for action short of a strike, which could mean refusing to administer exams, supervise detentions or cover for absent colleagues.

It is the first national industrial action ballot the union has called in over a decade. Keates said her members’ patience had been severely tested and were “embarking on a quiet revolution to put quality education first”.

She said teachers had been faced with a rising tide of excessive workload and a series of attacks on their profession. These included “unjust pension reforms, worsening pay and conditions of service, and increasing job insecurity,” she said.

“With such deep levels of demoralisation, our schools are on the brink of a crisis affecting recruitment and retention. Only the recession is preventing a mass exodus. They have confirmed that we cannot go on like this.”

On Thursday, probation officers, bus drivers, police civilians and museum staff also backed a pensions strike. Unite said 75% of those who took part in its ballot said yes to taking part in the strike, with a 31% turnout covering over 200 employers.

Last week members of the National Association of Head Teachers voted for strike action over pension plans – the first strike vote in the union’s 114-year history.

In June, the National Union of Teachers balloted its members to strike. Some 92% voted in favour of strike action, with a turnout of 40%. At the same time, the Association of Teachers and Lecturers, which is seen as the most moderate teaching union and has never taken national strike action before, balloted its members. Some 83% in favour of a strike on a 35% turnout. Both unions will carry out rolling strikes.

Teaching unions are furious that the government has proposed to raise the state pension age for teachers in England and Wales to 68 from 65 and to increase their pension contributions by half in 2014. They also object to changes to the way their pensions are calculated. Ministers want to uprate pensions and benefits according to the consumer prices index, which historically has risen by a smaller amount each year than the retail prices index.

The government argues that the changes are needed because the cost of teachers’ pensions is likely to rise from about £5bn in 2005 to almost £10bn by 2015 as more staff retire and life expectancy increases.

The planned day of action on 30 November will include regional rallies but no central event akin to the March for the Alternative, in which more than a quarter of a million people took to the streets of London over spending cuts in March. Instead, there is likely to be a focus on smaller displays of dissent, including lunchtime protests at workplaces.

http://www.guardian.co.uk/education/2011/nov/18/teachers-vote-to-strike

Youth unemployment hits 1 million

• UK unemployment rises to 2.62m, a 17-year high
• Youth unemployment rate at 21.9%
• Claimant count rises to 1.6 million
• Employment minister blames the eurozone

British graduate looking for work in London

Youth unemployment has risen above 1 million – with more than a fifth of 16 to 24-year-olds unemployed. Photograph: Alamy

Youth unemployment has broken through the 1 million mark to a record high and the UK’s wider unemployment rate has climbed to a 15-year high.

The government sought to blame the deterioration in the jobs market on pressures from the eurozone debt crisis but came under attack for ignoring problems at home.

Fears that young people are bearing the brunt of Britain’s economic slowdown were underscored by official figures showing there were 1.02 million unemployed 16 to 24-year-olds between July and September. One in five young people are now out of work.

“Today’s ugly labour market data will raise concerns that the UK economic recovery is fading away, and that a long-term impact will be felt among the nation’s youth,” said Chris Williamson, chief economist at Markit.

The wider national picture was also one of a deteriorating jobs market.

The Office for National Statistics said that there were a total of 2.62 million unemployed people in the quarter, the highest total since 1994. That left the unemployment rate at a bigger-than-expected 8.3%, the highest since 1996. The number of people claiming jobseeker’s allowance last month increased by 5,300 to 1.6 million, the ONS said.

Employment minister Chris Grayling said the eurozone’s troubles were behind the rise. “These figures are bad news. They are I’m afraid the consequence of what we’re seeing in the eurozone,” he said.

“If you go back four months, unemployment was falling, youth unemplyment was lower than 900,000. We’ve seen a big slowdown in the economy I think as a result of the crisis elsewhere.”

But leading Liberal Democrat peer Matthew Oakeshott hit back that Grayling was overlooking domestic problems. “It’s ridiculous to blame this rise in unemployment on the crisis in the eurozone. All economists know it’s a lagging indicator, so this is the result of what has been happening iun our economy over the past year, for example the collapse in the housebuilding to the lowest peacetime level since 1923,” he said.

The ONS data on earnings showed the squeeze on households continuing. While inflation stands at 5%, earnings rose at less than half that pace in the three months to September, going up 1.7% on a year earlier.

That bodes ill for the wider economy, analysts said.

“Overall, the rise in unemployment and weakness of earnings growth relative to inflation continue to place substantial pressures on household finances – squeezing real incomes, suppressing confidence and leading to increased precaution among consumers. This can only be bad news for economic growth in the short-term – especially in consumer-dependent sectors such as retail,” said Scott Corfe, senior economist at the Centre for Economics and Business Research.

Grayling pledged help for young people in particular, with schemes such as the government’s work programme and work experience scheme “which is getting a significant number of young people off benefits and into work”.

But for now, the unemployment rate for 16 to 24-year-olds stands at more than double the rate for the wider population, at 21.9%.

The youth unemployment level and rate were the highest since comparable records began in 1992. But the ONS added that earlier data, calculated on a slightly different basis, indicated that the level of youth unemployment was higher in the mid-1980s. It also noted that the total figure includes 286,000 people in full-time education who were looking for part-time work.

 

http://www.guardian.co.uk/business/2011/nov/16/youth-unemployment-hits-1m-uk

China
43 Tote nach Grubenunglück befürchtet

Nirgendwo in der Welt leben Bergleute so gefährlich wie in China. Die Regierung in Peking kennt die Probleme. Doch die Forderungen nach mehr Sicherheit verhallen weitgehend ungehört. Grubenbetreiber und Aufsichtsbeamte machen oft gemeinsame Sache.

Ein Mitglied einer Rettungsmannschaft sitzt erschöpft am Eingang der Kohlegrube

Das Grubenunglück vor vier Tagen in Südwestchina hat möglicherweise 43 Kumpeln das Leben gekostet. Bis Sonntag waren 34 Leichen geborgen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Überlebenschancen für neun Verschüttete in den mit Gas gefüllten und zerstörten Schächten waren nur noch gering. Ein neues Unglück passierte am Sonntag in einer Grube im Kreis Jingtai in der Nordwestprovinz Gansu. Durch einen Wassereinbruch wurden sieben Bergleute verschüttet. Bergungstrupps pumpten das Wasser ab.

Wegen der jüngsten Reihe von tödlichen Grubenunglücken ordnete die staatliche Arbeitsschutzbehörde in Peking eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in allen Bergwerken des Landes an. Laut Xinhua beschrieb Vizepräsident Zhang Dejiang die Aussichten für die Unfallverhütung trotz aller Bemühungen allerdings als „düster“.
Manager verhaftet

Die verantwortlichen Manager der illegal betriebenen Grube im Kreis Sizhong in der Südwestprovinz Yunnan, wo die 43 Toten befürchtet werden, kamen in Haft. Der Chef des Werkschutzamtes, Luo Lin, übte scharfe Kritik an den Behörden. Die Grube habe seit einem Jahr keine Betriebslizenz gehabt und sei im April zur Einstellung der Förderung aufgefordert worden. Lokale Funktionäre seien ihrer Aufsichtspflicht aber nicht nachgekommen.

Der Werkschutzchef kündigte eingehende Ermittlungen und eine strenge Bestrafung der Verantwortlichen an. In der Grube seien die Vorbeugungsmaßnahmen und der Arbeitsschutz „sehr schlecht“ gewesen. Die Familien der getöteten Kumpel sollen laut Behörden jeweils 660.000 Yuan (umgerechnet 75.000 Euro) Entschädigung bekommen.

Das Unglück in Yunnan steht beispielhaft für viele andere Tragödien in der chinesischen Bergbauindustrie. Nirgendwo in der Welt leben Kumpel so gefährlich wie in China. Meist stecken hinter den Unglücken mangelnde Aufsicht, Korruption und Vetternwirtschaft zwischen Betreibern und Funktionären sowie schlechte Sicherheitsvorkehrungen. Tausende Kumpel sterben jedes Jahr. Die genaue Zahl ist nicht bekannt. Denn viele Unglücke werden vertuscht.

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