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Menschenrecht auf Gesundheitsversorgung

4. Dezember 2011, 11:27, NZZ Online

Aids-Konferenz in Addis Abeba hat begonnen

Bangen um finanzielle Mittel zur Aidsbekämpfung

Fast genau 30 Jahre nach der Entdeckung der HI-Viren hat am Sonntag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die 16. Internationale Konferenz zu Aids und sexuell übertragbaren Infektionen in Afrika (ICASA) begonnen.

Die Veranstaltung steht im Zeichen der europäischen Finanzkrise und der Befürchtung, dass die Geberländer ihre Mittel für die HIV/Aids-Bekämpfung weiter zurückschrauben könnten. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GF) hatte kürzlich angekündigt, die nächste Projektfinanzierungsrunde zu streichen.

Nun geht in vielen afrikanischen Ländern die Angst um, dass es künftig nicht mehr genügend Medikamente für HIV-Patienten geben könnte. Der Fonds, der zuletzt 70 Prozent der in Afrika verteilten antiretroviralen Medikamente bezahlt hatte, steckt wegen ausbleibender Mittel der Industriestaaten in grossen finanziellen Schwierigkeiten.

Zu der fünftägigen Konferenz wurden mindestens 5000 Delegierte erwartet. Es ist die grösste internationale Veranstaltung, die das Land am Horn von Afrika je organisiert hat. Insgesamt sind mehr als 1000 verschiedene Sitzungen geplant. Etwa 68 Prozent der weltweit 34 Millionen HIV-Infizierten leben in Subsahara-Afrika.

Bilderstrecke: Welt-Aids-Tag

Knapp 30 Millionen Menschen sind bisher weltweit an den Folgen von Aids gestorben. Die ersten Fälle wurden vor 30 Jahren in den USA identifiziert. Seit dem 1. Dezember 1981 gilt die Immunschwäche offiziell als Krankheit. Aids ist bis heute unheilbar, kann jedoch, im Gegensatz zu früher, mit (teuren) Medikamenten in Schach gehalten werden.

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1. Dezember 2011, 11:50, NZZ Online

Aids ist noch lange nicht besiegt

Am Welt-Aids-Tag wird an die weiter bestehende Pandemie erinnert

Krankenschwestern formieren sich mit roten Bannern zu einer gigantischen Aids-Schleife. Yangzhou, China, 29. November 2011. (Bild: Reuters)ZoomKrankenschwestern formieren sich mit roten Bannern zu einer gigantischen Aids-Schleife. Yangzhou, China, 29. November 2011. (Bild: Reuters)

An Aids erkrankte Menschen haben heute gute Möglichkeiten, ihre Lebenserwartung zu verlängern. Trotzdem stecken sich weltweit noch jedes Jahr 2,7 Millionen Menschen mit der gefährlichen Immunschwächekrankheit an. In der Schweiz hat die Diskrimierung von HIV-Positiven zugenommen.

Von Alexandra Kohler

Die Zahl der Neuinfizierten mit dem HI-Virus ist weltweit zurückgegangen. Das teilt Unaids, eine Unterorganisation der Vereinten Nationen (Uno), mit. Trotzdem haben sich im Jahr 2010 immer noch 2,7 Millionen Menschen neu mit dem Virus angesteckt. 34 Millionen Menschen tragen heute das HI-Virus in ihrem Körper, so eine Schätzung der Uno.

Am 1. Dezember rufen Organisationen auf der ganzen Welt zur Solidarität gegenüber HIV-Infizierten, Aids-Kranken und deren Angehörigen auf. In diesem Jahr wird unter dem Motto «Positiv zusammen leben – Aber sicher!» daran erinnert, dass die Pandemie des gefährlichen Immunschwächevirus weiter besteht.

47 Prozent haben Zugang zur Therapie

Wer am gefährlichen HI-Virus erkrankt ist, ist heute zwar nicht mehr dem Tode geweiht. Von den weltweit 14,2 Millionen Aids-Kranken, die für eine Therapie berechtigt sind, hatten im Jahr 2010 6,6 Millionen Menschen Zugang zur Behandlung, wie Unaids mitteilt. Dies ist laut Unaids ein Anstieg von über einer Millionen Menschen seit 2009. Es sei ein Fortschritt, aber Ziel sei, Prävention und Heilung der Krankheit noch weiter voranzutreiben.

Bilderstrecke: Welt-Aids-Tag

Knapp 30 Millionen Menschen sind bisher weltweit an den Folgen von Aids gestorben. Die ersten Fälle wurden vor 30 Jahren in den USA identifiziert. Seit dem 1. Dezember 1981 gilt die Immunschwäche offiziell als Krankheit. Aids ist bis heute unheilbar, kann jedoch, im Gegensatz zu früher, mit (teuren) Medikamenten in Schach gehalten werden.

Die Zahl der Neuerkrankungen ist seit einem Jahrzehnt rückläufig. Seit dem Jahr 1999, das als Höhepunkt der Pandemie verstanden wird, sind die Neuinfektionen um 19 Prozent gesunken.

Am 1. Dezember 1981 wurde Aids offiziell als Immunschwächekrankheit anerkannt. Die World Health Organization (WHO) führte 1988 am 1. Dezember den Welt-Aids-Tag ein. Seit 1996 wird der Tag von Unaids organisiert.

Südliches Afrika immer noch am meisten betroffen

Zwei Drittel aller HIV-Infizierten oder Aids-Kranken leben im südlichen Afrika. In 22 südafrikanischen Ländern aber ist die Zahl der Neuinfizierten aber um ein Viertel gesunken. Auch in Asien sind die Neuinfektionen zurückgegangen. Dafür steigt die Zahl der Infizierten in einigen osteuropäischen Ländern und in Zentralasien dramatisch an. Vorallem zu Osteuropa gibt die Unaids alarmierende Zahlen bekannt: In Ungarn, Tschechien, Litauen, Solwenien und der Slowakei hat sich die Zahl der Neuinfizierten zwischen 2000 und 2009 verdoppelt.

In Osteuropa und Zentralasien begann sich die Krankheit erst in den 90er Jahren auszubreiten. Ende 2009 lebten 1,4 Millionen Menschen dort mit dem Virus – die Zahl hat sich seit 2000 verdreifacht. Laut Unaids stecken sich immer mehr Menschen über den heterosexuellen Weg an: 42 Prozent waren es im Jahr 2007. In den 90er Jahren hatte die Drogeninjektion als Übertragungsgrund überwogen.

Im südlichen Afrika liegt die Rate der HIV-Infizierten in vielen Ländern bei 15 bis 50 Prozent.  (Bild: Stepmap)Zoom

Im südlichen Afrika liegt die Rate der HIV-Infizierten in vielen Ländern bei 15 bis 50 Prozent.(Bild: Stepmap)

600 bis 700 Neuansteckungen jährlich in der Schweiz

Auch in den westeuropäischen Ländern steigt die Zahl der HIV-Infizierten, dies liege aber vor allem – genau wie in Osteuropa – an lebensverlägernden Effekten der neuen antiretroviralen Therapien, so Unaids. Vermutet wird , dass sich die Menschen wieder weniger vor Aids schützen, weil Aids kein Todesurteil mehr ist, seit es die antiretroviralen Therapien gibt.

In der Schweiz leben heute ungefähr 25’000 Menschen mit HIV oder Aids, wie die Aids Hilfe Schweiz mitteilt. Dank der erhältlichen Medikamente haben die Menschen eine gute Lebenserwartung. Seit 2000 war die Zahl der Neuinfizierten stabil, stieg Anfang der 2000er Jahre an und hat sich seit 2 Jahren auf 600 bis 700 eingependelt.

Nach Angaben von Bettina Maeschli von der Aids-Hilfe Schweiz ist es beunruhigend, dass die Zahl der Neuinfektionen in der Schweiz trotz grosser medizinischer und präventiver Fortschritte nicht sinkt. Seit ein paar Jahren habe der Anteil der derer, die sich auf dem heterosexuellen Weg anstecken, zwar abgenommen. Dafür steige die Zahl der homosexuellen Männer, die sich neu infizieren.

Die Immunschwächekrankheit Aids

koa./(ddp) 1981 sterben in den USA immer mehr Männer an einer mysteriösen Krankheit, die das Immunsystem ausschaltet. 1982 wird die Krankheit Acquired Immunce Deficiency (Aids) genannt. 1983 finden französische Forscher das gefährliche Virus, das später den Namen Human Immundeficiency Virus (HIV) erhält. Auch in Europa treten häufiger Aidsfälle auf. Der erste HIV-Antikörpertest wird 1984 vorgestellt und drei Jahre später erhält das erste Aids-Medikament die Zulassung. Erstmals kann der Verlauf der tödlichen Krankheit verlangsamt werden. 1988 führt die WHO den Welt-Aids-Tag ein. Von 1996 bis 2003 werden immer mehr Aids-Medikamente entwickelt. 2003 kommen sogenannte Fusionshemmer auf den Markt. Heute werden Aids-Kranke mit einer Kombinationstherapie aus verschieden antiretroviralen – Virus hemmenden – Wirkstoffen behandelt. Eine Heilung der Krankheit ist jedoch nicht möglich, da die HI-Viren nie vollständig aus dem Körper entfernt werden können. 2011 ist laut Unaids die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen. Trotzdem leben heute 34 Millionen Menschen mit dem Virus, über sieben Millionen Infizierte haben keinen Zugang zu Therapien.

HIV-Positive werden diskriminiert

Besorgniserregend findet Maeschli vor allem den Anstieg der Diskriminierungen von HIV-Infizierten oder Aids-Kranken in der Schweiz. In den letzten 12 Monaten seien 84 Meldungen über Diskriminierungen bei der Aids-Hilfe eingetroffen. «Das ist nur die Spitze des Eisbergs», sagt Maeschli. Die Diskriminierungen finden vermehrt am Arbeitsplatz statt. HIV-Positive laufen Gefahr, gemobbt zu werden oder sogar ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn ihre Krankheit ans Licht kommt.

Deshalb hat die Aids-Hilfe Schweiz eine Kampagne zum Thema HIV und Arbeitlanciert. Am diesjährigen Welt-Aids-Tag gehe es darum, so Maeschli, auf die Ausgrenzungen von HIV-Positiven am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Problem sei vor allem, dass der Rechtsschutz in der Schweiz nicht zur Bekämfung des Problems reiche. Die Einführung eines Antidiskriminierungsgesetzes nach Vorbild der EU-Länder würde hier Abhilfe schaffen.

Video zum Weltaidstag

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/aids_ist_noch_lange_nicht_bekaempft_1.13477234.html

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Indien 03/03/2011 09:58 CET

Erfolge und Mahnungen zum Weltaidstag 01/12/2010 16:04 CET

Seit mehr als 30 Jahren kennt die Welt die Seuche Aids, vor fünf Jahren führte die UNO den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember ein. In Afrika leben zahlreiche Menschen mit der Krankheit, so etwa Tabitha Kioko aus Nairobi. Sie muss regelmäßig die Klinik der Organisation Ärzte ohne Grenzen in der Barackensiedlung Kibera aufsuchen und sich die Medikamente holen, die das Virus in Schach halten. “Wenn diese Organisationen meine Medikamente nicht mehr bezahlen, wäre das wie ein Todesurteil für mich”, sagt sie und fügr hinzu: “Und natürlich auch für all die anderen, die mit Aids infiziert sind.”

Aber die Finanzierung wird zum Problem: Die Eurokrise zwingt die Regierungen zum Sparen – und davon sind auch Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen betroffen. “Geld ist immer ein Thema”, meint Mitarbeiter Kumar Chandiramani, “und Einsparungen könnten einen Dominoeffekt auslösen. Darauf müssen wir achten und darum sprechen auf internationaler Ebene verschiedene Nicht-Regierungsorganisationen, auch Ärzte ohne Grenzen, immer wieder über dieses Thema.”

Weltweit sind laut den UN 34 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Dennoch ist man optimistisch: Das Ende von Aids sei in Sicht, so der Direktor des UN-Programms UNAIDS. Jedenfalls dann, wenn die Finanzkrise den Helfern keinen Strich durch die Rechnung macht.

http://de.euronews.net/2011/12/01/welt-aids-tag-finanzkrise-gefaehrdet-hilfsprogramme/

UN-Bericht veröffentlicht
Weniger HIV-Infizierte, weniger Aids-Tote

Die Minister Niebel (l) und Bahr präsentierten den Bericht gemeinsam mit UNAIDS-Direktor Sidibé.
Die Zahl der Neuinfektionen mit HIV hat einen Tiefstand erreicht. Von 1997 bis 2010 sei sie um gut ein Fünftel auf 2,67 Millionen weltweit gefallen, heißt es im aktuellen Bericht des HIV/AIDS-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS). Die Gesamtzahl der weltweit Infizierten und Erkrankten schätzte UNAIDS auf 34 Millionen.

Weltweit starben im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Menschen an Aids. Therapien haben nach Schätzung von UNAIDS 700.000 weitere Tote verhindert. Die Aids-Epidemie sei noch nicht gestoppt, betonte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé. Die Vision einer Welt ohne Neuinfektionen und Aids-Tote komme aber näher. Entwicklungsminister Dirk Niebel sagte, jede Neuinfektion sei eine zu viel. Um Aids einzudämmen, müsse vor allem “intelligent investiert”werden.
Audio: Weniger HIV-Neuinfizierte in Deutschland
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Stefan Eilts (NDR), ARD Berlin
21.11.2011 14:04 | 2’51
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Weniger infizierte Neugeborene

Besondere Fortschritte gab es bei der Behandlung von Schwangeren: Knapp die Hälfte der Schwangeren mit HIV habe Medikamente bekommen, die eine Übertragung des Virus auf das Kind verhindern sollen, heißt es in dem in Berlin präsentierten Bericht. Die Zahl der Neuinfektionen bei Kindern sank auf 390.000 – im Jahr 2001 hatte sie bei 550.000 gelegen. UNAIDS nannte das Beispiel Botsuana als Erfolg: Hier seien 2003 noch 20 Prozent der Babys HIV-infizierter Mütter selbst infiziert gewesen. Im vergangenen Jahr waren es nur noch vier Prozent.
AIDS: Zahl der Neuinfektionen weltweit rückläufig
tagesschau 12:00 Uhr, 21.11.2011 [Bettina Scharkus, ARD Berlin]
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Kritisch bleibt die Situation in Afrika südlich der Sahara

Rund 68 Prozent der weltweit Infizierten und Erkrankten (22,9 Millionen) leben in Afrika südlich der Sahara – einer Region, in der nur zwölf Prozent der Weltbevölkerung lebten. Auf das Gebiet entfallen auch 70 Prozent der Neuinfektionen.

Gedenken an Aids-Tote in Belgrad
Die Zahl der HIV-Infizierten in West- und Zentraleuropa 2010 wurde mit rund 840.000 angegeben – bei 30.000 Neuinfektionen und 9900 auf Aids zurückgehenden Todesfällen. Einen Anstieg der Infizierten um 250 Prozent von 2001 bis 2010 auf 1,5 Millionen habe es in Osteuropa und Zentralasien gegeben. 90 Prozent dieser Fälle entfielen auf Russland und die Ukraine. Ursache sei in diesen Ländern vor allem verseuchtes Drogenbesteck. Die Zahl der Aids-Toten in der Region liege inzwischen bei geschätzt 90.000. Im Jahr 2001 waren es noch 7800.

Jahresbericht der UNO
Weniger Aids-Infektionen, aber mehr Kranke

Die Zahl neuer Aids-Infektionen ist in den vergangenen acht Jahren um 17 Prozent zurückgegangen. Auch sterben heute weniger Menschen an der Immunschwächekrankheit. Das geht aus dem Weltaidsbericht der Vereinten Nationen hervor, der in Shanghai vorgestellt wurde.

Bessere Medikamente und eine gute Versorgung verlängern auch ihr Leben: Fünfjährige Aidskranke in einem Hilfsprojekt in Thailand
Dennoch leben mit 33,4 Millionen mehr Menschen als je zuvor mit dem Aidserreger HIV im Blut. “Die gute Nachricht ist, dass der Rückgang, den wir sehen, zumindest teilweise auf Vorbeugung zurückgeht”, sagte Michel Sdibé, Exekutivdirektor des UN-Aidsprogramms UNAIDS. Doch gingen Vorsorgeprogramme häufig auch am Ziel vorbei und müssten wirksamer ausgerichtet werden.
Aids hat Afrika weiter im Griff

Im vergangenen Jahr infizierten sich 2,7 Millionen Menschen neu mit dem Virus. In Afrika südlich der Sahara waren es 15 Prozent weniger im Vergleich zu 2001. Dennoch ist keine Region der Welt stärker von Aids betroffen. 67 Prozent aller HIV-Infizierten leben dort, 91 Prozent aller Neuerkrankungen bei Kindern kommen dort vor. Insgesamt leben in Afrika 22,4 Millionen Menschen mit Aids. Swasiland ist das am meisten betroffene Land der Welt.

In Ostasien gingen seitdem die neuen HIV-Infektionen um 25 Prozent und in Süd- und Südostasien um zehn Prozent zurück. In Mittel- und Westeuropa infizierten sich voriges 30.000 Menschen neu mit der Krankheit. In Deutschland gab es rund 3000 neue Fälle. Damit liege die Zahl seit etwa drei Jahren stabil, teilte Gesundheitsminister Philipp Rösler mit. Er sprach von einem “kleinen Erfolg”.

Die Zahl der Aidstoten ging in den vergangenen fünf Jahren um mehr als zehn Prozent zurück, während immer mehr Menschen Zugang zu lebensverlängernden Aidsmedikamenten bekamen. Damit seien seit 1996 schätzungsweise 2,9 Millionen Menschenleben gerettet worden, so UNAIDS. Internationale und nationale Investitionen in HIV- Behandlungen hätten sich ausgezahlt, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. Dennoch starben 2008 zwei Millionen Menschen an der Krankheit.
Mangelnde Gesundheitsdienste wenig Aufklärung,

UNAIDS-Exekutivdirektor Sibidé verwies darauf, dass 97 Prozent der neuen Infektionen in Entwicklungsländern zu verzeichnen seien, wo es auch 98 Prozent der Aidstoten gebe. Der Grund sei vor allem der mangelnde Zugang zu Gesundheitsdiensten. An vielen Orten verändere sich die Epidemie, so dass Vorsorgeprogramme sich nicht schnell genug anpassen könnten. Zum Beispiel seien die Infektionsursachen in China, wo Aids früher vor allem unter Drogenabhängigen vorgekommen ist, heute zu drei Viertel Sexualkontakte. Nur eine von drei HIV-Infektionen wird in China aber auch diagnostiziert.

UN-Experten schilderten ferner, mangelnde Aufgeklärtheit sei ein großes Problem in China. Chinas Gesundheitsminister Chen Zhu, der bei der Vorlage des Weltaidsberichts anwesend war, räumte ein, dass die Diagnose in China “eine großer Herausforderung” ist. Diskriminierung und Stigmatisierung müssten überwunden werden, mahnte der Minister. Die Regierung wolle im neuen Jahr größere Anstrengungen machen, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu verbessern, und versuchen, bestimmte Zielgruppen zu erreichen.

SPANIEN

Spaniens Ärzte fürchten Zusammenbruch des Gesundheitssystems

  |  17.11.11, 13:27  |  2 Kommentare

Das Gesundheitswesen in Spanien steht auf der Kippe. Der neue Sparkurs erhöht den Druck enorm. Viele Praxen mussten bereits schließen. In dieser Woche gibt es Massenproteste auf den Straßen.

 

Hunderte Kranke, Ärzte in weißen Kitteln und Mitarbeiter des Gesundheitswesens sorgten am Dienstag und Mittwoch für leere Krankenhäuser und dafür volle Straßen in Barcelona. Mit lauten Protestrufen und knallenden Feuerwerkskörpern machten sie ihrem Unmut über die Kürzungen im Gesundheitswesen Luft.

„Keine Kürzungen! Ich will leben, verkürzt nicht mein Leben“ schallte es die vergangenen zwei Tage durch die mit Demonstranten gefüllten Straßen Barcelonas. Über 600 Ärzte und auch Kranke, die sich sogar mit Sauerstoffmasken aufrappelten, legten den Verkehr rund um das Vall d´Hebron Krankenhaus lahm.

In Spanien sind die Sozialsysteme gefährdet - Massenproteste sind diese Woche überall angesagt. (Foto: Flickr/mirnesd)In Spanien sind die Sozialsysteme gefährdet – Massenproteste sind diese Woche überall angesagt. (Foto: Flickr/mirnesd)

Um die Löcher in der Haushaltskasse Spaniens zu stopfen, setzt die Zentralregierung viele autonome Regionen wie Katalonien mit Einsparungsmaßnahmen in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen unter Druck. „Die Einschnitte sind schon jetzt zu spüren“ so der Allgemeinmediziner Almudena Plaza, der das Aufschieben von Operationen, das Wachsen von Wartelisten und die Schließung vieler Praxen beklagt. Albert Thomas, Präsident der Gesundheitsgewerkschaft MC erklärt, dass zehn Prozent der regionalen Gesundheitsbehörden – das entspricht rund einer Milliarde Euro – eingespart werden sollen. Das kommt einem Zusammenbruch des spanischen Gesundheitssystems gleich.

Der neue Sparkurs der Regierung hat bereits in weiten Teilen des Landes für Unruhen gesorgt. So haben ebenso in Madrid Hunderte frustrierte Demonstranten gegen die Privatisierung der öffentlichen Dienste, die hohe Arbeitslosigkeit und Korruption im Land protestiert.

Schon jetzt scheint gewiss, die bevorstehende Parlamentswahl am kommenden Sonntag wird das Ende der achtjährigen Amtszeit der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) unter Jose Luis Rodriquez Zapatero bedeuten und damit den Startschuss für die rechts-konservative Partido Popular (PP) geben. „Ein Wechsel, ob gut oder schlecht, ist unausweichlich“ so Fermin Bouza, Professor für Soziologie an der Universidad Complutense de Madrid. Dennoch bezweifelt er, dass die orthodoxe PP unter Mariano Rajoy die richtige Wahl sei, um Spanien aus der Krise zu führen.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/32512/

 

Europagericht rügt Slowakei wegen Zwangssterilisierung

(sda/afp) Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Sterilisierung einer Roma-Frau in der Slowakischen Republik als menschenunwürdige Behandlung gerügt. Die damals 20-Jährige sei in einem staatlichen Spital während der Geburt ihres zweiten Kindes unter Druck gesetzt worden, stellten die Strassburger Richter am Dienstag fest.

Das Pflegepersonal habe die junge Frau gewarnt, bei einer dritten Schwangerschaft werde entweder sie oder das Baby sterben. Dem Urteil zufolge unterzeichnete die junge Frau daraufhin unter Schmerzen der Geburtswehen eine Einwilligung in die Sterilisierung. Nach eigenem Bekunden hatte sie nicht verstanden, dass sie durch den Eingriff für immer unfruchtbar werden würde. Der Gerichtshof für Menschenrechte rügte, die Frau habe de facto keine Wahl gehabt.

Die Richter verwiesen zugleich auf eine Studie des slowakischen Zentrums für Menschenrechte, wonach Roma-Frauen in der Slowakischen Republik besonders häufig Opfer von Zwangssterilisierungen sind. Die Regierung in Bratislava weist diese Anschuldigung zurück.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/europagericht_ruegt_slowakei_wegen_zwangssterilisierung_1.13263134.html

 

lawsuit has been filed on behalf of more than 5,000 Haitians against the United Nations over the cholera outbreak that has further devastated Haiti in the aftermath of the January 2010 earthquake. Some 450,000 Haitians have been sickened, and more than 6,000 have died, since the cholera outbreak erupted in October 2010, just over a year ago. It is widely believed the cholera was brought to Haiti by a battalion of Nepalese troops with the U.N. peacekeeping force. In a complaint to the United Nations, the attorneys for the Haitian victims also accuse the organization of reckless failure in containing the outbreak, arguing it is “directly attributable to the negligence, gross negligence, recklessness and deliberate indifference” for the health and lives of Haitians. “Time after time, the response has been to deny the allegations. We’re hoping that this is the case that’s too big to fail, that the evidence against the United Nations is so overwhelming here that the U.N. will have no choice but to finally take responsibility for its malfeasance,” says attorney Brian Concannon of the Institute for Justice & Democracy in Haiti. “What we are asking for, what our clients are asking for, is the U.N. and the international community to step up and to give Haiti the sanitation infrastructure it needs to stop the epidemic.” [includes rush transcript]

http://www.democracynow.org/2011/11/8/exclusive_5_000_haitian_cholera_victims

Israeli doctors ‘failing to report torture of Palestinian detainees’

Human rights groups accuse doctors of failing to document signs of torture and returning detainees to interrogators

A doctor with a stethoscope

Israeli doctors are ignoring the complaints of Palestinian patients who claim they have been mistreated, according to the report. Photograph: Frank Baron for the Guardian

Medical professionals in Israel are being accused of failing to document and report injuries caused by the ill-treatment and torture of detainees by security personnel in violation of their ethical code.

A report by two Israeli human rights organisations, the Public Committee Against Torture (PCAT) and Physicians for Human Rights (PHR), claims that medical staff are also failing to report suspicion of torture and ill-treatment, returning detainees to their interrogators and passing medical information to interrogators.

The report, Doctoring the Evidence, Abandoning the Victim, to be published later this month, is based on 100 cases of Palestinian detainees brought to PCAT since 2007. It says: “This report reveals significant evidence arousing the suspicion that many doctors ignore the complaints of their patients; that they allow Israeli Security Agency interrogators to use torture; approve the use of forbidden interrogation methods and the ill-treatment of helpless detainees; and conceal information, thereby allowing total immunity for the torturers.”

Alleged ill-treatment of detainees, some of whose cases are detailed in the 61-page report, includes beatings, being held for long periods in stress positions, hands being tightly tied with plastic cuffs, sleep deprivation and threats. Israel denies torturing or ill-treating prisoners.

Doctors are failing to keep proper medical records of injuries caused during interrogations. The report cites “countless cases wherein individuals testified to injuries inflicted upon them during detention or in interrogation, and yet the medical record from the hospital or the prison service makes no mention of it.”

Without such evidence, the report says, it is very difficult to obtain legal redress for ill-treatment. “Effective documentation of the injury can be a decisive factor in initiating an investigation, in bringing the perpetrators to trial and in ensuring that justice is carried out.”

A medical report should include a description and photograph of the injury, the victim’s account of events and a record of treatment, the report says.

Among the cases it cites is “BA”, arrested in November 2010. In an affidavit he alleged he was beaten, held in stress positions and deprived of sleep. He said he told doctors of his ill-treatment and said he was suffering from severe arm, leg and back pain. His medical record shows that he was seen by doctors but the only comment noted is that the patient had no complaints and was in good overall condition.

Another, “MA”, arrested in June 2008, claimed in an affidavit that his hands were cuffed with tight plastic ties, he was held in kneeling position resting on his fingertips for hours, and his head was slammed into a bench 20 times causing an eye injury. A medical report the following day included a comment from a doctor: “Overall condition satisfactory, heartbeat regular.” A further examination, two weeks later, resulted in doctor’s comment: “Complains of pain in teeth, eyes”. A few days later, a judge referred MA to an eye doctor for treatment with the comment, “Claims he was beaten in the course of his arrest, complains that he does not feel well and complains of blurring in the eyes”.

The report also accuses medics of returning detainees to interrogators following treatment of injuries. This, it says, is in violation of ethical obligations and “also serves as a stamp of approval for the interrogators, who rely on the doctors’ action as having granted medical permission to continue with their practices”.

Among the PCAT/PHR report’s recommendations are clear guidelines regarding the medical treatment of prisoners, investigations of and disciplinary action against staff who violate rules, and protection for whistleblowers.

Israel prohibits torture or “inhuman treatment” during interrogation, although its high court has ruled that physical means of interrogation could be defensible to save lives.

“In Israel it is illegal to abuse inmates, including security prisoners,” said government spokesman Mark Regev. “Guidelines have been passed to the relevant authorities. If years ago the guidelines were not clear, they are today. And if there are allegations of wrongdoing against people in custody, they are investigated thoroughly.”

The ministry of health and prisons service did not respond to requests for comment.

30.10.2011

Uno-Studie zu Elektroschrott
Europas Gift verseucht Spielplätze in Afrika

Von Axel Bojanowski
Clemens Höges/DER SPIEGEL

Kopfweh, Schwindel, Hautflecken: Diese Symptome weisen Kinder auf, die in Afrika hochgiftigen Elektromüll aus Europa ausweiden. Abseits eines Schrottplatzes in Ghana haben Uno-Forscher extrem verseuchten Boden nachgewiesen – unter Schulen und Sportplätzen. Die Messungen schockieren.

Hamburg – In Ghanas Hauptstadt Accra haben Wissenschaftler große Mengen Gift gemessen, das aus europäischem Elektromüll stammt. Das Gift verseuche Schulen, Sportstätten und Marktplätze, berichten die Forscher der Universität der Vereinten Nationen (Unu) in Accra in einer Studie, die am Sonntag vorgestellt wird.

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“Sodom und Gomorrha” nennen Einheimische den Schrottplatz Agbogbloshie im Zentrum von Accra. Dort stehen Kinder in sengender Sonne auf einer Halde, aus der 300 Grad heiße Dämpfe wabern. Sie weiden Computer und andere Elektrogeräte aus, die aus Europa und aus anderen Regionen nach Ghana exportiert wurden. In Afrika lassen sich Teile der Geräte verkaufen. Dafür zertrümmern die Kinder die Gegenstände – dann legen sie Feuer, in denen alles außer den wertvollen Metallen schmilzt.

Die gesundheitlichen Folgen dieser Arbeit können gravierend sein: Viele Jugendliche leiden unter Kopfschmerzen, Juckreiz, Schwindel und fleckiger Haut. Die Langzeitfolgen sind noch schlimmer, die Dämpfe lassen das Gehirn der Jugendlichen schrumpfen, schädigen Nerven und Nieren – und verursachen Krebs.

Die Dämpfe vom Schrottplatz Agbogbloshie verseuchen die Umgebung weitaus stärker als vermutet, wie die Unu-Forscher nun herausgefunden haben: Im Boden einer Schule seien Blei, Cadmium, Zink, Chrom, Nickel und andere Chemikalien in Mengen festgestellt worden, die bis zu 50 Mal über den Grenzwerten gelegen hätten, teilt die Unu am Sonntag mit. In Europa gelten bereits einige Millionstel Gramm Blei als bedenklich – die Kinder in Accra hantieren mit dampfenden Geräten, die mehr als ein Kilogramm Blei enthalten.

Zöllner im Dilemma

Das Problem werde von einem florierenden, aber illegalen Exportgeschäft befeuert, erklären die Unu-Forscher: Afrika verkomme zum Schrottplatz für Elektroprodukte. Eigentlich verbietet die Basler Konvention, ein Uno-Vertrag von 1989, das Verklappen von Müll in anderen Ländern ohne Zustimmung des Empfängerlandes. Doch viele Elektrogeräte gelangten auf undurchsichtigen Kanälen in Entwicklungsländer.

Aus Deutschland werden nach Uno-Schätzungen etwa 100.000 Tonnen Elektrogeräte-Schrott pro Jahr exportiert. Die oftmals illegale Verklappungist billiger als die fachgerechte Entsorgung. Vermeintliche Altauto-Exporte im Hamburger Hafen seien oft bis unters Dach vollgestopft mit Elektronikschrott, berichten Insider. Aus anderen Ländern kommen ähnliche Mengen nach Afrika. Experten beklagen eine rechtliche Grauzone: Gebrauchte Produkte dürfen exportiert werden, Schrott nicht – Zöllner müssen ihr Urteil im Zweifel vor Gericht verteidigen, was ihre Aufgabe nicht gerade erleichtern dürfte.

Allein Ghana habe nach Angaben der Regierung 2009 etwa 150.000 Tonnen gebrauchte Elektroteile importiert, berichtete die Unu. Einheimische warnen seit langem, dass der Müll aus reichen Ländern Kinder in Ghana vergifte. Das Problem sei aber auch hausgemacht, betonen die Unu-Forscher: Ghana müsse die Einfuhr von Elektroschrott gesetzlich verbieten, fordern sie. Eine solche Regelung werde aber erschwert, weil viele Einheimische ihr Geld mit dem Schrotthandel verdienten.

Goldberge auf Müllhalden

Die traurige Ironie des Ganzen sei, dass der Elektroschrott eigentlich den Ursprungsländern als wertvolle Rohstoffquelle dienen könnte, schreiben die Unu-Experten. 40 Millionen Tonnen Elektrogeräte landen pro Jahr im Abfall – mit ihnen gigantische Mengen Edelmetalle. Recycling würde die Rohstoffressourcen erheblich aufbessern, sagt Unu-Experte Rüdiger Kühr.

Die Ausbeute wäre um ein Vielfaches größer als in Bergminen; Kühr spricht bereits von “urbanem Bergbau”. Um ein Gramm Gold zu gewinnen, bewegen manche Firmen eine Tonne Erz. Weitaus einfacher wäre es, durch Recycling an das Edelmetall heranzukommen: Denn die gleiche Menge Gold steckt in 41 Mobiltelefonen.

Das Geschäft mit Elektronik-Recycling wird lukrativer. In Europa haben sich Recyclingfirmen angesiedelt, die von hohen Metallpreisen profitieren wollen. Allerdings drücken die Kosten für die Aufbereitung der Metalle ihren Profit. Und ein Großteil der Elektrogeräte gelangt gar nicht in den Wiederverwertungskreislauf.

Schätze im Computer

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In der EU sind Elektrogerätehersteller zwar verpflichtet, alte Teile zurückzunehmen; Metall- und Schrotthändler hoffen auf ein großes Geschäft. Beim Kupfer funktioniert das bereits leidlich: Etwa die Hälfte der deutschen Kupferproduktion wurde recycelt. Doch ein Großteil der Metalle kommt, der Vorschrift zum Trotz, nicht in den Wertekreislauf zurück. Vor allem Gold, Silber und Palladium werden auch in Europa kaum recycelt, berichtet das Uno-Umweltprogramm Unep: Pro Jahr gingen deshalb mehr als fünf Milliarden Euro verloren.

Vor allem in Handys und Computern werden große Mengen Metall montiert: Weltweit 15 Prozent der jährlichen Kobalt-Produktion, 13 Prozent des gewonnen Palladiums und drei Prozent des jährlichen Gold- und Silberabbaus werden dafür verwendet. Der Großteil landet schließlich auf dem Müll. In Computern kamen 2008 alleine Gold, Silber, Kupfer, Palladium und Kobalt im Wert von 2,7 Milliarden Euro in die Geschäfte.

Allein in China wandern jährlich vier Tonnen Gold in den Müll, 28 Tonnen Silber und 6000 Tonnen Kupfer – in Mobiltelefonen und Computern. Das Gold hat einen Wert von rund 100 Millionen Euro – und entspricht der monatlichen Produktionsmenge mancher Goldförderstaaten. Eigens für SPIEGEL ONLINE hatten Unep-Forscher berechnet, wie groß die Verschwendung wertvoller Metalle in ausgewählten Ländernist. Auch wenn die afrikanische Wirtschaft von dem Abfall profitieren mag – die Menschen nahe der Schrottplätze gehen daran zugrunde.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,794843,00.html

Thousands of activists have returned to central Oakland a day after police in California raided the Occupy protestcamp there and fired tear gas into crowds of demonstrators. An estimated 1,500 Occupy Oakland supporters regrouped in front of City Hall on Wednesday where they tore down police barricades that had been erected around the city’s main plaza. An activist, who asked not to be named, told Al Jazeera police told her earlier on Wednesday that they were preparing for “round two” of street battles. After a “general assembly” process, in which decisions are made by consensus, the group announced it would call for a general strike in Oakland for November 2.

The group then began a peaceful march through Oakland’s central business district.

“We were going to head to San Francisco because they were getting evicted, but we couldn’t because they closed BART [the local metro station],” Patrick Knoll, a protester who has been involved in the organising process since the early planning phase, told Al Jazeera.

The BART station was closed due to “civil disturbance”, according to its website.

Demonstrators then marched toward the city prison, where protesters arrested the previous day were still being held.

“We marched to the jail to be in solidarity with all the people that were arrested during at the occupation, and also with all prisoners,” said Knoll.

Wednesday’s late night march peacefully wound through Oakland streets for hours until the group of more than a thousand dispersed close to midnight.

Tuesday’s clashes

Police in riot gear used tear gas on a crowd of more than 1,000 people on Tuesday as the group marched on Oakland’s city government building to condemn arrests made at the Occupy Oakland camp earlier that day.

The crowd was dispersed with what protesters described as stun grenades, rubber bullets and bean bag rounds, as well as tear gas, but protesters continued to gather and re-gather for almost eight hours throughout the evening.

Demonstrators were temporarily pushed out of the central plaza in the city’s business district where Tuesday’s conflict had started.
In depth coverage of US financial crisis protests

Ali Winston, a local radio reporter, told Al Jazeera: “There have been two incidents of tear gas, flash-bang grenades and less-than-lethal projectiles, [such as] beanbags being fired at the crowd.”

Police detained and arrested protesters, but the exact number has yet to be released.

“It’s really, really tense, and I think the cops are trying to walk a fine line, but I don’t think they are going to back down and neither are the demonstrators,” said Cat Brooks, an Occupy Oakland spokesperson.

Protest leaders said their march was aimed at reclaiming Frank Ogawa Plaza, which had served as a camp location for two weeks of protests against alleged economic inequality in the city.Demonstrators staying in the camp claim to be the Oakland version of the Occupy Wall Street movement launched more than a month ago in New York.

Prior to the thwarted march on City Hall, Oakland police had arrested 85 protesters camped in the Frank Ogawa Plaza encampment on Tuesday morning. Most of the detainees were taken into custody on suspicion of illegal lodging, a misdemeanour.

Protester accounts

Karen Boyd, an Oakland police spokesperson, told the Reuters news agency “those arrested now face charges for camping or assembling without a permit”.

Boyd said the Oakland police began to clear the plaza before dawn and had “contained” the area within an hour. Boyd said that there were no reports of injuries, but protesters and witnesses claimed otherwise.

A female demonstrator told a local news agency: “They were like, “You have a few minutes”, and then even before the minutes passed they started shooting off. And then, even after the fact that everybody left, they kept shooting.”

Jean Quan, the mayor of Oakland, said in a statement that she told the protesters to stop the overnight camping and cooking in the public plaza.

“Over the last week, it was apparent that neither the demonstrators nor the city could maintain safe or sanitary conditions, or control the ongoing vandalism,” she said.

The mayor’s office said conditions at the plaza had begun to deteriorate by the second week of the protests. Police,
fire officials and healthcare workers said they were denied access to the plaza to respond to service calls.

Officials also said the plaza was damaged by graffiti, litter and vandalism.

 

http://english.aljazeera.net/news/americas/2011/10/2011102742326432489.html

 

http://www.guardian.co.uk/world/2011/oct/25/cholera-health

Cholera sweeps across western and central Africa

Cameroon, Ghana, Nigeria, Congo and Chad account for most of the cases and fatalities, with deaths rates up to 5%

cholera congo

A woman cares for her child in Congo, which is battling a cholera epidemic. Photograph: Walter Astrada/AFP/Getty Images

Western and central Africa are facing one of the biggest choleraepidemics in their history, the World Health Organisation and the United Nations Children’s Fund said last month, in reporting that more than 85,000 cases of cholera have been registered since the beginning of the year, with nearly 2,500 deaths.

Unicef has identified three main cholera epidemic outbreaks in the LakeChad basin, the West Congo basin and Lake Tanganyika. The disease, which is spreading along watercourses, has been made worse by the recent rainy season. Five countries – CameroonGhanaNigeria, theDemocratic Republic of the Congo (RDC) and Chad – account for 90% of the reported cases and fatalities.

Cholera is an acute intestinal infection caused by the Vibrio choleraebacillus. It is still one of the clearest indicators of social development. The disease spreads through water, which has been in contact with the faecal matter of infected people, reappearing periodically in countries unable to secure access to clean drinking water and adequate sanitation.

Almost all developing countries are plagued by occasional cholera epidemics, facilitated by the short incubation period, which ranges from two hours to five days. But it is a long time since central and western Africa suffered such a serious epidemic.

“The highest rates of contamination are in Chad, Cameroon – where nine out of 10 districts are affected – and western RDC, where the mortality rate is over 5%,” Unicef spokeswoman Marixie Mercado said, adding that the rate is over 22% in some regions. These figures are particularly dramatic, given that with appropriate treatment – antibiotics and intravenous rehydration – mortality can be brought down to 1%.

One reason for the high mortality rate is the lack of medical care. A lack of public awareness is also a factor. The current peaks in the epidemic are in areas where the disease is not endemic, according to the UN agencies.

“We have just received reports of a sudden outbreak of cholera in theCentral African Republic, where the disease has not been seen for years. That means people are less aware of how to prevent an epidemic and how to react,” Mercado said. In Congo the disease reappeared in September in provinces where it had not been reported in the past decade.

Most of the people infected display no symptoms and the bacillus may survive in their faeces for one to two weeks. If the disease does break out, 80-90% of cases are harmless or only moderately severe, making it difficult for doctors to distinguish them from other forms of acute diarrhoea.

So it is vital to raise individual and community awareness to prevent the disease from spreading, all the more so in countries where most people do not have access to clean drinking water and latrines.

The situation seems particularly serious in Chad, where the WHO had registered 16,000 cases and 433 deaths by 5 October. “Some 6,500 cases of cholera were reported in 2010 and the epidemic has never really stopped since. Whereas the period before the rainy season is usually fairly quiet, the first cases this year appeared in April, without us being able to identify the origin of the outbreak,” says Michel-Olivier Lacharité, the regional head of Médecins Sans Frontières. The epidemic has affected more than half of Chad’s health districts and in September it reached the area bordering on Sudan. Since the beginning of the year, 350 MSF staff have been working there, spread over 23 sites.

“The worst of the epidemic is in the capital. Outside N’Djamena we hope that the peak of the epidemic may be past, particularly with the end of the rainy season,” said Antoine Peigney, head of international operations at the French branch of the Red Cross, which has set up a cholera treatment centre. It aims to take charge of 65,000 people, comprising 3,000 patients receiving treatment, and thousands of families who will be targeted by campaigns to raise awareness of the importance of hygiene, which is essential to containing the epidemic.

This story originally appeared in Le Monde.

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