Tausende verloren bereits Häuser, Ernten, Arbeitsplätze, Hunderte ihr Leben: Thailands Bischöfe sehen den Zusammenhang zum Klimawandel. Sie fordern eine radikale Umkehr, einen alternativer Lebensstil, eine neue Kultur des Respekts vor der Natur

MISEREOR: “Klimawandel ist auch ein Gerechtigkeitsproblem”

Aachen. – Heftige Regenfälle haben in Thailand zu den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten geführt. Tausende sind auf der Flucht und verloren ihre Häuser, ihre Ernten und Arbeitsplätze. Denn auch viele Fabriken sind vom Hochwasser betroffen. Die Bischöfe Thailands führen die verschärfte Überschwemmungssituation auf die Folgen des Klimawandels zurück. So fiel in dieser Monsunsaison bis zu 45 Prozent mehr Regen, stellten sie fest.

“Die Flut in Thailand trifft erneut die Ärmsten der Armen besonders hart”, sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer, der eben von einem Treffen des Zentralkomitees der Asiatischen Bischofskonferenzen in Thailand zurückgekommen ist. “Ohne Rücklagen und Versicherungen stehen sie durch eine solche Naturkatastrophe im wahrsten Sinne des Wortes vor dem Nichts.” Der Klimawandel sei daher mehr als ein Umweltproblem, so Sayer weiter. “Er ist ein Gerechtigkeitsproblem.” Nicht nur zwischen Arm und Reich. Auch die Generationengerechtigkeit werde durch den rücksichtslosen Umgang mit der Natur verletzt.

Der Zusammenhang von Armut und Klimawandel war das Thema einer Konferenz der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC) vergangene Woche in Bangkok. Die Tagung “Global Warming and Climate Change and its Impact on Asia” wurde von MISEREOR unterstützt.

Die Konferenzteilnehmer diskutierten die drängenden Probleme des Klimawandels, die sich gerade auch in Asien zeigen: Wirbelstürme, Sturmfluten, Dürren, Krankheiten. Die Gletscher des Himalayas schmelzen. Besonders gefährdet sind die Flussdeltagebiete in Bangladesch. Hier werden laut Bischof Gomes rund 30 Millionen Menschen mittelfristig von den Folgen des Klimawandels betroffen sein. Zusammen mit den Entwicklungen in anderen Gefährdungsgebieten an den Küsten Asiens droht somit auf die Menschheit eine riesige Flüchtlingswelle zuzukommen.

In ihrer Abschlusserklärung riefen die Bischöfe zu einer radikalen Umkehr auf. Ein alternativer Lebensstil, eine neue Kultur des Respekts vor der Natur müssten gelebt werden. Künftig will sich die Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen daher verstärkt für eine radikal kohlenstoffarme Produktionsweise, umweltfreundliche Techniken, einen verantwortungsvollen Konsum und damit auch für Gerechtigkeit zwischen den Generationen einsetzen.

Mit Blick auf die Klimakonferenz im südafrikanischen Durban Ende November forderte das Zentralkomitee der FABC die Regierungen weltweit auf, endlich ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll voranzubringen. Die Industrieländer sollten zudem ihre historische Verantwortung für den Klimawandel übernehmen. “Auch die Armen haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben”, so Erzbischof Quevedo, Generalsekretär der FABC. Er wird sich mit dem Anliegen der Klimagerechtigkeit auch an die kontinentalen Zusammenschlüsse der Bischofskonferenzen Afrikas und Lateinamerikas wenden.

http://pressemitteilungen.epo.de/?p=7095

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