USA schießt Drohnen mit Raketen und satellitengeleiteten Bomben aus Äthiopien auf Somalia und tötet völkerrechtswidrig

USA setzen Drohnen ein

28. Oktober 2011 17:14
  • Artikelbild: Sheikh Hassan Dahir Aweys, Shabaab-Gründer  - Foto: Reuters/Taxta

    Sheikh Hassan Dahir Aweys, Shabaab-Gründer


Bericht über Luftangriffe gegen Islamisten-Miliz Al-Shabaab von äthiopischem Boden aus

Washington – Die USA haben laut einem Bericht der „Washington Post“ bewaffnete Drohnen in Äthiopien stationiert und setzen sie von dort aus heimlich im Anti-Terror-Kampf in Ostafrika ein. So hätten die unbemannten Flugzeuge des Typs „Reaper“ Einsätze im benachbarten Somalia ausgeführt, meldete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Washingtoner Regierungsbeamte. Die Einsätze richteten sich demnach gegen die radikal-islamische Miliz Al-Shabaab, die als Verbündeter der Al-Kaida gilt

Wie es weiter hieß, befindet sich der Drohnenstützpunkt auf dem entlegenen Zivilflughafen Arba Minch. Die USA hätten Millionen Dollar investiert, um ihn auszubauen. Die Flugzeuge könnten mit Hellfire-Raketen und satellitengelenkten Bomben ausgerüstet werden.

Wie die Zeitung erläutert, vermeiden die USA seit dem „Black-Hawk-Down“-Debakel von 1993 die Entsendung von Truppen nach Somalia. Damals waren in der Hauptstadt Mogadischu im Zuge einer Intervention im Bürgerkrieg, an der auch eine UNO-Mission beteiligt war, zwei US-Militärhubschrauber abgeschossen und 18 Amerikaner getötet worden. Als Konsequenz daraus stütze sich die US-Regierung auf Drohnenangriffe, Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA in Mogadischu und kleinere Einsätze von Spezialeinheiten. Die USA hätten darüber hinaus ihre finanzielle Unterstützung und Ausbildungshilfen für afrikanische Friedenstruppen ausgeweitet, die gegen Al-Shabaab kämpften.

„Union islamischer Gerichte“

Al-Shabaab wurde 1998 von Sheikh Hassan Dahir Aweys als Kampfeinheit innerhalb der sogenannten „Union islamischer Gerichte“ gegründet. Diese hatte durch rigorose Anwendung der Scharia für etwas Ordnung gesorgt, nachdem sie eine von den USA unterstützte Warlord-Allianz geschlagen hatte. Verschiedene Warlords hatten seit dem Sturz des Diktators General Mohammed Siad Barre 1991 Chaos und Anarchie verbreitet. Ein von Aweys verstoßener Gefolgsmann, Sheikh Sharif Sheikh Ahmed, vom Westen nunmehr als „moderater“ Islamist eingestuft, ist derzeit Präsident der international anerkannten somalischen Übergangsregierung. Eine äthiopische Militärintervention in Somalia 2006-09 führte zum Erstarken der Al-Shabaab, die es sich auf die Fahnen heftete, den Erbfeind in einem „Heiligen Krieg“ aus dem Land zu vertreiben.

Al-Shabaab („Die Jugend“) kontrolliert große Teile Süd- und Zentral-Somalias und weitet nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen ihren Einflussbereich über Somalia hinaus aus. So habe die Miliz in Kenia Netzwerke zur Anwerbung neuer Mitglieder, zum Einsammeln von Geldern und zum Training aufgebaut, geht aus einem unveröffentlichten UNO-Bericht hervor. Seit Mitte Oktober operieren auch vor dem Hintergrund der Entführung mehrerer Europäerinnen kenianische Truppen gegen Al-Shabaab in Somalia. Al-Shabaab hat Kenia mit Krieg gedroht.

2010 hatte sich Al-Shabaab zu dem Doppelanschlag in Uganda während der TV-Übertragung des Endspiels der Fußball-WM in Südafrika bekannt. Bei den Anschlägen am 11. Juli in Kampala auf einen Sportclub und ein äthiopisches Restaurant waren 76 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Miliz sprach von „Vergeltung“ für Ugandas militärische Unterstützung der somalischen Übergangsregierung. US-Präsident Barack Obama erklärte jüngst, rund 100 US-Soldaten zur Unterstützung des dortigen Militärs nach Uganda zu schicken -allerdings gegen die Widerstandsarmee des Herrn (Lord’s Resistance Army/LRA). (APA)

http://derstandard.at/1319181518506/USA-setzen-Drohnen-ein

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