Zeitenwende: Zum ersten Mal: Spanien und Portugal bitten ihre früheren Kolonien in Lateinamerika um Hilfe! Dort wächst die Wirtschaft rasant, aber die soziale Ungleichheit bleibt extrem

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/spanien_portugal_kolonien_1.13155078.html

29. Oktober 2011, 10:11, NZZ Online

Spanien und Portugal bitten frühere Kolonien um Hilfe

Iberoamerikanischer Gipfel verdeutlicht Stärke lateinamerikanischer Staaten

Die Wirtschaft von Spanien und Portugal kommt nicht in Schwung, ganz im Gegenteil zu den Ländern in Lateinamerika, die früher die Kolonien der Iberer waren.

(ddp) Verkehrte neue Welt auf dem iberoamerikanischen Gipfel in Paraguay: Zum ersten Mal waren es Spanien und Portugal, die bei ihren früheren Kolonien in Lateinamerika um Hilfe nachsuchen mussten.

«Es ist eine gute Zeit für Lateinamerika, und der Gipfel sollte dazu dienen, die Verbindungen zwischen allen beteiligten Ländern zu stärken», erklärte der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero, der am Freitag als einer der ersten in der Hauptstadt von Paraguay zu dem Gipfel kam, an dem 23 Länder teilnehmen.

Frühere Kolonien holen auf

«Zum ersten Mal ist Lateinamerika nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung», erklärte der Generalsekretär der Gruppe, der Ökonom Enrique Iglesias aus Uruguay. In der Vergangenheit waren die Staaten Lateinamerikas die Schwachen, die Hilfe von den früheren Kolonialherren Spanien und Portugal brauchten. Nun haben diese Länder mit ihren Staatsdefiziten zu kämpfen, ihre Wirtschaft kommt nicht in Schwung.

Die früheren Kolonien haben hingegen im Durchschnitt trotz der weltweiten Wirtschaftskrise ein Wachstum von sechs Prozent, als Ergebnis davon ist die Auswanderung von Europa nach Lateinamerika gestiegen. Dort herrscht aber auch weiter eine grosse soziale Ungleichheit. Jeder Dritte in Lateinamerika lebt in Armut, insgesamt sind es 180 Millionen Menschen.

Experten wie Angel Gurria, Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), fordern deshalb, dass die Regierungen mehr unternehmen müssten, um das Wachstum in eine sozial nachhaltige Entwicklung umzuwandeln.

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