Warum und wie viele AfrikanerInnen zu uns fliehen werden: Ein gute Untersuchung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/872076/publicationFile/54527/migration_afrika.pdf

ein Auszug:

„ Ausblick
Was kann die Weltgemeinschaft für Afrika tun?
Die Weltgemeinschaft versucht die Situation in der
Abwanderungsregion Afrika anhand verschiedener entwicklungspolitischer Maßnahmen zu verbessern. Erfolge stellen
sich aufgrund der problematischen Ausgangssituation auf dem
ärmsten Kontinent jedoch nur langsam ein: 230 Millionen Menschen leiden an Unterernährung und 380 Millionen Menschen
leben in Armut. Zu den Armutsphänomenen zählen Analpha-
124 Mit Ausnahme von Tunesien befinden sich alle nord-west-afrikanischen Länder,
die als Übertrittsland in die EU gelten, im unteren Drittel auf dem Korruptionsindex von Transparency International.Qualitative Einschätzung des Migrationspotenzials von Afrika nach Europa 191
betismus, hohe Kindersterblichkeit und die lokalen Krankheitsbilder, unter ihnen HIV/AIDS. Umfangreiche Hilfe in diesem
Bereich hätte vielfache positive Auswirkungen, so auf die Leistungsfähigkeit des jungen Erwerbspotenzials und die Ausbildung junger Frauen, die in Erwerbsarbeit eine Alternative zu
Frühheirat und Mutterschaft erkennen, denn diese behindern
und beenden häufig die berufliche Bildung von Frauen.
Die traditionellen Normen sind in Afrika in Auflösung
begriffen, ohne dass sich ausreichend neue Einstellungen herausgebildet hätten, die eine gesellschaftliche Modernisierung
befördern könnten. Ein industrielles Leistungsprinzip und
soziale Aufstiegsmöglichkeiten würden lokale und soziale Entwicklungshemmnisse, wie Patriarchat, streng hierarchische
Familienverhältnisse und Immobilität beseitigen. Der weithin
agrarische Kontinent kann Entwicklung nur aus einer abgestimmten Wirtschafts- und Umweltpolitik erlangen. Sie besteht
anfänglich aus regionaler Überlebenshilfe, die Nahrungsmittel
und medizinische Grundversorgung sicherstellt. Der nächste
Schritt ist Hilfe zur Selbsthilfe, wo bereits auf lokale Existenzgrundlagen und Humanressourcen zurückgegriffen wird und
Helfer und örtliche Kräfte kooperieren. Von da aus geht der
Weg zur eigentlichen Entwicklungsinvestition in Landwirtschaft und industrielle Verwertung ihrer Produkte. Wichtig ist,
dass die Produktion arbeitsintensiv verläuft und immer mehr
Menschen in ein neues Arbeitsleben und einen Mentalitätswandel einführt. Die Planung ökologisch tragbarer Produktionsstätten, bessere Gesundheitsversorgung und berufliche Bildung
für die nachwachsende Generation beiderlei Geschlechts sowie
Wissenstransfer zum Einsatz erneuerbarer Ressourcen sind somit wichtige entwicklungspolitischen Aufgaben.

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