Die Finanzhaie zittern vor der Entscheidung des Volkes: Sollte die Demokratie ihnen in Ihren Bereichungsstrategien auf Kosten der Völker einen Strich durch die Rechnung machen?

1. November 2011, 20:48, NZZ Online

Griechenland reisst Börsen in die Tiefe

Schweizer Aktienmarkt erholt sich etwas – SMI mit 2,5 Prozent im Minus

An den internationalen Finanzmärkten hat die neu entfachte Griechenland-Krise ein Beben ausgelöst. Auch der Schweizer Aktienmarkt schloss im tiefroten Bereich, obwohl er sich von den Tiefstständen am frühen Vormittag etwas erholen konnte.

Die Ankündigung eines Referendums in Griechenland über die Reformpläne hat die Finanzmärkte weltweit geschockt. Zudem nahmen die Konjunkturängste wegen der Wachstumsaussichten Chinas wieder zu. Finanzwerte und konjunktursensitive Aktien verzeichneten am Schweizer Markt denn auch die stärksten Abschläge.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 2,49 Prozent tiefer. Das SMI-Tagestief lag bei 5522,18 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) lag zum Handelsschluss mit 2,58 Prozent im Minus.

Geplante Abstimmung in Griechenland drückt auf den Euro

Die geplante Volksabstimmung in Griechenland über das neue Rettungspaket hat Anleger am Dienstag kalt erwischt. Jegliche Restfreude über die hart errungene Einigung verflog. Seit der Ankündigung von Griechenlands Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou am Montagabend, der auch noch die Vertrauensfrage stellen will, rutschte der Euro um mehr als zwei US-Cent ab. Am Dienstagmorgen fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,3675 Dollar. Noch Donnerstag vergangener Woche war sie in Reaktion auf die Gipfel-Beschlüsse auf ein Sieben-Wochen-Hoch über 1,42 Dollar gestiegen.

Banken und Versicherer geben stark nach

Der Aktienkurs der Credit Suisse schloss nach schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen 8,2 Prozent in Minus. Auch die anderen Finanztitel, die bereits gestern kräftig unter Druck geraten waren, verloren weiter: Die Aktien der UBS (-4,9 Prozent), des Versicherers Zurich Financial Services (-5,8 Prozent) und der Bank Julius Bär (-3,3 Prozent) verbilligen sich deutlich. Auch die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (-5,6 Prozent) gaben überdurchschnittlich nach.

Bei den Zyklikern lag die Clariant-Aktie (-6,2 Prozent) deutlich im Minus. Die Investoren mieden im derzeitigen Umfeld die konjunkturabhängigen Werte, sagte ein Händler. Auch der Stellenvermittler Adecco (-6,7 Prozent), der Pharmawirkstoffhersteller Lonza (-6,1 Prozent), der Zementkonzern Holcim (-6,5%) und der Elektrotechnikkonzern ABB (-4,4 Prozent) verloren an der Börse stark an Wert.

Höhere Verluste in Deutschland

Noch schlimmer als in der Schweiz erwischte es die Börsen in Deutschland: In Frankfurt fiel der Dax um 5 Prozent auf, und der EuroStoxx50 brach ebenfalls um rund 5 Prozent ein. Und in Mailand stürzte die Börse wie schon am Vortag erneut ab. Vor allem Finanztitel litten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab bis zum frühen Nachmittag um 1,9 Prozent auf 11.733 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 2,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,3 Prozent. Am Montag hatten die US-Aktienmärkte noch ihren besten Monat seit 20 Jahren gefeiert.((video))

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