Nach dem Beitritt Palästinas zur Weltkulturorganisation Unesco will sich das Land um die Aufnahme in 16 weitere Uno-Unterorganisationen bemühen. Amerikanische Regierungssprecher drohten nach der Ankündigung abermals mit einem Zahlungsstopp an die betreffenden Organisationen

1. November 2011, 14:50, NZZ Online
Palästina will Mitgliedschaft in weiteren Uno-Organisationen
Amerikanische Regierungssprecher warnen vor Dominoeffekt
Historische Moment: Palästina wird Mitglied der Unesco. (Bild: Imago)
Nach dem Beitritt Palästinas zur Weltkulturorganisation Unesco will sich das Land um die Aufnahme in 16 weitere Uno-Unterorganisationen bemühen. Amerikanische Regierungssprecher drohten nach der Ankündigung abermals mit einem Zahlungsstopp an die betreffenden Organisationen.

ddp Palästina will sich – nach dem Beitritt zur Unesco – um die Aufnahme in 16 weitere Uno-Unterorganisationen bemühen. Das kündigte ein palästinensischer Diplomat in Genf an. Am Montagabend hatte die Weltkulturorganisation als erste Einrichtung der Uno Palästina als Vollmitglied aufgenommen. Laut Ibrahim Chraischi vom palästinensischen Verbindungsbüro in Genf werde dies «die Türen öffnen» zu weiteren Uno-Organisationen. Die Aufnahme in die Unesco sei ein Präzedenzfall für die Mitgliedschaft in anderen Organisationen.
Warnung vor Dominoeffekt

Die US-Regierung hatte als Reaktion auf den Beitritt die Beitragszahlungen an die Unesco gestoppt. Regierungssprecher warnten vor einem Dominoeffekt, wenn weitere Uno-Behörden Palästina aufnähmen. Nach einem Beschluss des US-Kongresses muss die Regierung Zahlungen an Uno-Organisationen einstellen, wenn sie Palästina anerkennen.

Fadela Chaib von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sagte, jedes Uno-Mitglied könne auch Mitglied in der WHO werden. Nichtmitglieder können mit einfacher Mehrheit der WHO-Länder aufgenommen werden, wenn sie 30 Tage vor der Wahl einen Antrag stellen. Allerdings würde der Ausfall der US-Beiträge die WHO schmerzhaft treffen. «Natürlich brauchen wir das Geld», sagte Chaib. «Ich glaube, alle Uno-Organisationen sind auf die US-Beiträge angewiesen.»
Uno-Unterorganisationen

Derzeit sind folgende 17 Organisationen Uno-Unterorganisationen:

Technische Organisationen
Weltpostverein (UPU) in Bern
Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf
Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf
Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) in Montréal
Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) in London
Internationale Fernmeldeunion (ITU) in Genf

Sozialer, kultureller und humanitärer Bereich
Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf
Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) in Paris
Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (Unido) in Wien
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) in Rom
Welttourismusorganisation (UNWTO) in Madrid
Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) in Genf

Finanzorganisationen
Internationaler Währungsfonds (IWF) in Washington D.C.
Weltbank-Gruppe in Washington D.C.
Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD)
Internationale Entwicklungsorganisation (IDA)
Internationale Finanz-Corporation (IFC)
Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) in Rom

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/palaestina_will_mitgliedschaft_in_weiteren_un-organisationen_1.13185240.html

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