Syrien meldet Verständigung mit der Arabischen Liga: Armee aus den Protesthochburgen abziehen, alle mutmasslichen Regimegegner freilassen, Beobachter aus arabischen Ländern zulassen, in Kairo einen Dialog mit der Opposition beginnen.

1. November 2011, 19:15, NZZ Online
Syrien meldet Verständigung mit der Arabischen Liga
Offenbar Vermittlungsplan akzeptiert – Liga trifft sich zu Sondersitzung
Gibt sich offenbar versöhnlich: Präsident Bashar al-Asad. (Bild: Keystone / AP)
Syrien hat sich nach einer Meldung des Staatsfernsehens mit der Arabischen Liga auf einen arabischen Vermittlungsplan für das zerrüttete Land verständigt. Das Papier werde am Mittwoch am Sitz der Liga in Kairo veröffentlicht, meldete das syrische Fernsehen.

(sda/dpa/ddp/Reuters ) Die Arabische Liga hatte eine Delegation mit dem Ziel nach Syrien entsandt, Vorschläge zur Eindämmung der Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Bürgern vorzulegen. Zunächst hiess es, die syrische Führung wolle nicht auf die Forderungen der Arabischen Liga eingehen. Diese hatte das Ende des Militäreinsatzes gegen die Protestbewegung verlangt.
Offenbar doch Einigung erzielt

Am Abend meldete dann das syrische Staatfernsehen, man habe sich auf gemeinsame Erklärung zur Lage im Land verständigt. Die Arabische Liga hat Syrien aufgefordert, die Armee aus den Protesthochburgen abzuziehen, alle mutmasslichen Regimegegner freizulassen, Beobachter aus arabischen Ländern zuzulassen und in Kairo einen Dialog mit der Opposition zu beginnen.

Die Arabische Liga trifft sich am Mittwoch zu einer Sondersitzung in Kairo. Diese soll Klarheit bringen, ob das Regime von Präsident Bashar al-Assad zu einem Gewaltverzicht bereit ist.
Bis zu 4000 Tote befürchtet

Polizei und Armee gehen in Syrien seit sieben Monaten mit grosser Härte gegen Demonstranten vor, die für demokratische Reformen auf die Strasse gehen. Die Protestbewegung schätzt, dass seit Beginn der Demonstrationen gegen Assad im vergangenen März bereits mehr als 4000 Menschen getötet wurden. Die Vereinten Nationen sprechen von mehr als 3000 Toten. Die syrische Führung bezeichnet die Regimegegner als «bewaffnete Terrorbanden».

 

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/syrien_arabische_liga_1.13188542.html

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