Täglich sterben 1500 Menschen durch Waffengewalt – Fast eine halbe Million Menschen im Jahr, davon einer von zehn in bewaffneten Konflikten; Teufelskreis von bewaffneter Gewalt und Unterentwicklung/Armut/sozialer Ungerechtigkeit durchbrechen!

31. Oktober 2011, 15:43, NZZ Online
Täglich sterben 1500 Menschen durch Waffengewalt
Situation in Lateinamerika besonders kritisch
Schauplatz eines Gewaltdeliktes in Columbus, Ohio, in einer Aufnahme vom 26. Mai 2011. Dem Schuss war ein Streit über zu laute Musik vorausgegangen. (Bild: Keystone / AP)
Fast eine halbe Million Menschen sterben jedes Jahr durch Gewaltverbrechen, davon einer von zehn in bewaffneten Konflikten. In Genf eröffnete der Chef der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit eine zweitägige Konferenz zum Thema – 400 Repräsentanten aus 80 Ländern nehmen teil.

(ddp) Jedes Opfer sei eines zu viel, sagte Martin Dahinden, Chef der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), am Montag in Genf.

Dahinden eröffnete eine zweitägige Konferenz über bewaffnete Gewalt. «Am heutigen Tag werden weltweit 1500 Menschen getötet, während der Konferenz werden es 3000 sein», sagte Dahinden in der Eröffnungsrede. Mehr als 400 Repräsentanten aus 80 Ländern nehmen an der Konferenz teil, die von der Schweiz und dem Uno-Entwicklungsprogramms (UNDP) initiiert wurde. Die 2006 verabschiedete Erklärung wurde von 112 Ländern unterzeichnet.
Eine halbe Million Opfer pro Jahr durch Gewaltverbrechen

Fast eine halbe Million Menschen sterben jedes Jahr durch Gewaltverbrechen, davon einer von zehn in bewaffneten Konflikten. Die Kosten der bewaffneten Gewalt werden auf 160 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt. Dies sei mehr als die 130 Milliarden Dollar, die 2010 von den Industrieländern für die Entwicklungshilfe genehmigt wurden, sagte Dahinden.

Allein in Mittelamerika werden laut der UNDP-Verantwortlichen Helen Clark die Kosten der bewaffneten Gewalt auf 6,5 Milliarden Dollar jährlich geschätzt – das seien 7,3 Prozent des Bruttosozialprodukts. Dadurch werde auch weniger Geld für das Gesundheitswesen und die Bildung ausgegeben. «Wir müssen den Teufelskreis zwischen bewaffneter Gewalt und Unterentwicklung durchbrechen», forderte Clark deshalb.

Die bewaffnete Gewalt konzentriert sich im wesentlichen auf 14 Ländern, die Hälfte davon in Lateinamerika. Dort kommt ein Viertel der weltweiten Opfer ums Leben. Wenige Opfer von bewaffneter Gewalt gibt es hingegen in der Schweiz, in Japan, Österreich, Norwegen und Ungarn.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/taeglich_sterben_1500_menschen_durch_bewaffnete_gewalt_1.13174989.html

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