Uno berichtet über große Fortschritte in den Lebensbedingungen der Entwicklungsländer, warnt aber auch, dass der Klimawandel, der vor allem diese Länder bedroht, das wieder zunichte machen könnte

2. November 2011, 12:49, NZZ Online
Klimawandel bedroht Fortschritte in Entwicklungsländern
Arme Länder vermehrt von Folgen des Klimawandels betroffen
Kinder im Unterricht in der Region Jammu in Indien am 8. September. Die Leserate in Indien ist im Jahr 2011 auf 74 Prozent bei den über sieben Jährigen gestiegen. (Bild: Keystone / AP)
Der Klimawandel bedroht die Fortschritte der Entwicklungsländer, wie das Uno-Entwicklungsprogramm in seinem jüngsten Bericht meldet. Entwicklungsländer haben grosse Fortschritte im Gesundheitswesen, in der Bildung und im Wohlstand erzielt. Der Klimawandel und damit verbundene Katastrophen könnten diese positive Entwicklung stoppen.

(sda) Der Klimawandel bedroht Fortschritte, die Entwicklungsländer im Gesundheitswesen, in der Bildung und im Wohlstand erzielt haben. Zu diesem Schluss kommt das Uno-Entwicklungsprogramm (UNDP) in seinem jüngsten Bericht. Die Uno ruft die Regierungen zum Handeln auf, um Rückschritte zu vermeiden.

Zwischen 1970 und 2010 sei der Human Development Index (HDI) weltweit um 41 Prozent angestiegen. Der HDI wurde vor zwanzig Jahren als Gegenmodell zu rein wirtschaftlichen Entwicklungs-Gradmessern entwickelt. Er berücksichtigt auch statistische Daten zu Gesundheit, Umwelt und Bildung.
Länder im untersten Viertel machen grosse Fortschritte

Im Gesundheits- und im Bildungswesen sowie in Bezug auf das Einkommen habe es grosse Fortschritte gegeben, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten UNDP-Jahresbericht. Der Bericht wurde mit Blick auf die im Juni 2012 in Brasilien stattfindende Uno-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 veröffentlicht.

Die Länder, die sich im untersten Viertel der HDI-Rangliste befinden, haben laut Bericht Fortschritte von 82 Prozent gemacht. Das sei zweimal mehr als der weltweite Durchschnitt. Geht die Entwicklung so weiter, erreichen diese Länder bis 2050 das oberste Viertel der Rangliste.
Ärmere Länder Katastrophen mehr ausgesetzt

«Das wäre ein grosser Fortschritt für die menschliche Entwicklung weltweit», sagte die Direktorin der Studie, Jeni Klugman, in Genf. Dieser positiven Entwicklung drohen aber Rückschritte. Der Bericht warnt davor, dass bis 2050 der Klimawandel diese Entwicklung abrupt stoppen könnte. Die Menschen in den ärmsten Ländern seien den Katastrophen, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen, nämlich viel mehr ausgesetzt als die Menschen in den Industrieländern.

Die Zerstörung der Umwelt schreite immer schneller voran und die Ungleichheiten nähmen zu, heisst es weiter. Weltweit stehe die Hälfte der Fälle von Unterernährung im Zusammenhang mit Umweltfaktoren. Dazu gehörten beispielsweise die Wasserverschmutzung und die Trockenheit.

Damit Anpassungen an den Klimawandel vorgenommen werden können, sind laut UNDP-Schätzungen Investitionen in der Höhe von 105 Millionen Dollar jährlich nötig. Die Uno-Organisation spricht sich in dem Bericht erneut dafür aus, eine Taxe auf Finanztransaktionen einzuführen, um die Entwicklung in den armen Ländern zu finanzieren.

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