Nach der Oberschicht bringt jetzt auch die obere Mittelschicht ihr Geld, das Griechenland für den Aufbau seiner Wirtschaft dingend bräuchte, ins Auland und kauft teure Immobilien in London. Die dortigen Immobilienmakler freuen sich auf gute Geschäfte

4. November 2011, 17:59, NZZ Online

Flucht vor der Krise

Häusermakler in London erwarten Ansturm griechischer Käufer

Altbauten, Neubauten: Das schwache Pfund lockt Investoren in den Londoner Häusermarkt. (Bild: Reuters)ZoomAltbauten, Neubauten: Das schwache Pfund lockt Investoren in den Londoner Häusermarkt.(Bild: Reuters)

Angehörige des griechischen Mittelstands wollen ihr Vermögen vermehrt in ausländischen Immobilien anlegen, um es vor drohender Entwertung und zunehmender Besteuerung zu schützen. Londoner Immobilienmakler freuen sich auf gute Geschäfte.

awy./(Reuters ) Als neue Kunden haben die britischen Immobilienmakler nicht in erster Linie Angehörige der reichen griechischen Oberschicht im Auge – die haben ihre Häuser in London wahrscheinlich schon gekauft. Sondern sie erwarten als Kaufinteressenten vor allem Angehörige des oberen Mittelstands mit beträchtlichen Ersparnissen.

Die Maklerfirma Jones Lang LaSalle will in Zusammenarbeit mit griechischen Partnern potenziellen griechischen Kunden Eigentumswohnungen und Häuser in England mit Preisen von 250’000 Pfund (rund 350’000 Franken) bis 5 Millionen Pfund (7 Millionen Franken) anbieten, wie Reuters berichtet. In diesem Preissegment kaufen ausländische Investoren nach den Erfahrungen der Makler Liegenschaften «ab Katalog»; teurere Liegenschaften wollen sie in der Regel vor Abschluss des Geschäfts besichtigen.

Für solche Umwege bleibt gerade jetzt aber kaum Zeit. Nach Einschätzung der Londoner Makler stehen die potenziellen griechischen Käufer unter starkem Zeitdruck; sie wollen einen Hauskauf möglichst schnell unter Dach und Fach bringen, um ihr Geld in Sicherheit zu wissen.

Ansturm aus der Euro-Zone

Bisher wurden die Preise am Londoner Immobilienmarkt vor allem durch Käufer aus dem fernen Osten nach oben getrieben. Die Euro-Krise hat nun dazu geführt, dass schon seit dem Sommer auch Interessenten aus der Euro-Zone massiv in den Londoner Häusermarkt drängen, wie die Maklerfirma United House feststellte. Die Käufer wollen dabei auch von der aktuellen Schwäche des Pfundes profitieren.

Nach Angaben der Beratungsfirma Knight Frank wurden dieses Jahr 55 Prozent aller Immobilienkäufe mit Preisen über 2 Millionen Pfund von Ausländern getätigt. Im letzten Jahr waren es 49 Prozent. Die britischen Käufer werden infolge der Rezession und strafferer Kreditvergabe tendenziell aus dem Markt gedrängt. Der Anteil der Briten, die in ihrem eigenen Haus wohnen, ist nach Angaben der National Housing Federation im Rückgang begriffen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/haeusermakler_in_london_erwarten_ansturm_griechischer_kaeufer_1.13222934.html

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