Höchste Zahl Armer seit 35 Jahren in den USA: 20 Millionen Amerikaner leben von weniger als 4000 Euro im Jahr – Immer mehr sind auf Suppenküchen und Lebensmittelgutscheine angewiesen

Wirtschaftskrise in den USA
Armut in Amerika erreicht Rekordwert

03.11.2011, 17:17

Sie sind arm und sie sind viele. 6,7 Prozent der Amerikaner leben unter der Armutsgrenze, von weniger als 4000 Euro im Jahr. Ein Rekord: Die Zahl der Armen hat den höchsten Wert seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren erreicht.

Die Armut hat in den USA einen neuen Rekordwert erreicht. Einer von fünfzehn Amerikanern gehört mittlerweile zu den „Ärmsten der Armen“, wie aus einem aktuellen Zensus hervorgeht. Rund 20,5 Millionen Menschen liegen demnach mit ihrem Einkommen 50 Prozent unter der offiziellen Armutsgrenze. Sie leben von weniger als 5570 Dollar im Jahr, umgerechnet etwa 4000 Euro bei einem Ein-Personen-Haushalt. Eine vierköpfige Familie hat weniger als 11.157 Dollar jährlich zur Verfügung.
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Wie hier in Reading, Pennsylvania, sind viele Amerikaner auf Suppenküchen angewiesen. Reading gilt als ärmste Stadt der USA, hier leben 41,3 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze. (© AFP)

Einer von fünfzehn, das sind 6,7 Prozent der Amerikaner. Es ist der höchste Wert, den die Zensusbehörde seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren ermittelt hat. Zugleich sind immer mehr Amerikaner von Essensmarken abhängig – fast 46 Millionen, etwa acht Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Besonders in den amerikanischen Vorstädten hat die Armut stark zugenommen. Armutsraten von mehr als 40 Prozent breiten sich dort den Angaben zufolge doppelt so schnell aus wie in den innerstädtischen Gebieten. „Die Tage, in denen wir Armut als städtisches Phänomen wahrgenommen haben, sind vorbei“, sagt Scott Allard, Professor an der Universität Chicago.
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Der Anteil der extrem Armen ist in den als arm geltenden Stadtteilen und Vororten in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen: von 11,2 Prozent auf 15,1 Prozent. Dies geht aus einer Analyse des Brookings Instituts hervor. Eine derart hohe geografische Konzentration der Armut hat es in den USA seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gegeben.
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In 40 der 50 US-Staaten hat die Armut seit 2007 zugenommen, in keinem Staat ist sie geringer geworden. Am stärksten ist die Geldnot im Süden der USA gestiegen, etwa in Nevada, Florida und Kalifornien. Aber auch im industriell geprägten Mittleren Westen nahm die Armut durch den Rückgang der Produktion stark zu.

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