Das Bruttoeinkommen eines mittleren Angestellten ist in den vergangenen fünf Jahren inflationsbereinigt um rund sieben Prozent gesunken. Die Nominallöhne stiegen noch etwas, doch die Lohnsteigerungen blieben unter der Inflation

Reallöhne der DeutschenDie Löhne sinken trotz Aufschwung

Die Reallöhne der Arbeitnehmer sinken weiter. Trotz Aufschwung und Klagen über Fachkräftemangel sind die Lohnsteigerungen deutlich hinter der Inflation zurückgeblieben, berichtet die F.A.S.

Von PATRICK BERNAU05.11.2011

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Infografik / Einkommensentwicklung / Arbeitnehmer© F.A.Z.

Es sind gute Jahre, die die Arbeitnehmer in Deutschland jetzt hinter sich haben. Der Aufschwung war stark, so manche Gewerkschaft verhandelte sich eine kräftige Tariferhöhung heraus, viele Menschen fanden eine Stelle. Nicht mal die größte Rezession der Nachkriegsgeschichte konnte das Arbeitsmarkt-Wunder beenden – zum Schluss schien sogar Vollbeschäftigung möglich zu werden. Und weil die Arbeitgeber immer wieder über einen Fachkräftemangel klagten, konnte so mancher Angestellte eine Gehaltserhöhung durchsetzen.

Doch jetzt wird klar: Selbst nach den Aufschwungjahren können die meisten Lohnerhöhungen immer noch nicht die Inflation ausgleichen. Eine noch unveröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Reallöhne der Deutschen in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gesunken sind. Auch die vergangenen zwei Aufschwungjahre haben den Trend nicht gedreht.

Die Daten stammen aus dem Sozio-Ökonomischen Panel, einer jährlichen Umfrage unter mehr als 20000 Deutschen. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Prämien werden nicht berücksichtigt – dennoch zeigen die Daten den Trend sehr zuverlässig. Und der ist eindeutig. Das Bruttoeinkommen eines mittleren Angestellten ist allein in den vergangenen fünf Jahren inflationsbereinigt um rund sieben Prozent gesunken. Zwar stiegen die Nominallöhne immer noch etwas. Doch die Lohnsteigerungen blieben unter der Inflation, obwohl die in jenen Jahren noch moderat war.

Es war einmal

„Bei den Lohnverhandlungen zeigte sich zuletzt das Muster, dass zwar tarifliche Einmalzahlungen vergleichsweise großzügig ausfallen, aber das Grundgehalt nur moderat erhöht wird“, resümieren die Autoren der Studie, Karl Brenke und Markus Grabka. „In der Gesamtschau wird der Kaufkraftverlust oft nicht vollständig ausgeglichen.“ Die Zahlen zeigen das deutlich: Im Jahr 2005 verdienten die Deutschen noch 2087 Euro im Monat.

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