Israelische Regierung (die selbst illegal über Atomwaffen verfügt): Militärischer Angriff auf Iran auch ohne Absprache mit USA möglich! Frankreich und Russland warnen vor unabsehbaren Folgen: Iran: „Vorwürfe, Atomwaffen zu bauen, frei erfunden“:IAEO: Noch keine abschließende Schlussfolgerung über Ziel des iranischen Atomprogramms möglich!

ATOMSTREIT

Frankreich warnt vor Angriff Israels auf den Iran

06. November 2011 17:43
  • Artikelbild: Ob sich der religiöse Führer des Iran für Kernwaffen entschieden hat, ist umstritten. - Foto: REUTERS/leader.ir/Handout

    Ob sich der religiöse Führer des Iran für Kernwaffen entschieden hat, ist umstritten.

  • Artikelbild: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vor der Kabinettssitzung am Sonntag. - Foto: REUTERS/Sebastian Scheiner

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vor der Kabinettssitzung am Sonntag.


Paris warnt davor, mit einem Militärschlag gegen den Iran die Region völlig zu destabilisieren – Ein für diese Woche erwarteter Bericht der IAEO soll angebliche Beweise enthalten, dass Teheran an einer Atombombe arbeitet

Wien / Paris / Tel Aviv – Angesichts der Berichte über einen möglichen israelischen Militärschlag auf iranische Atomanlagen hat Frankreich vor einem solchen Schritt gewarnt. Militäraktionen könnten zu einer „völlig destabilisierenden Lage in der Region“ führen, sagte Außenminister Alain Juppé am Sonntag im Radio. Paris befürworte, die Sanktionen gegen den Iran zu verschärfen. Man müsse alles vermeiden, was nicht wieder gutzumachen sei.

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Die Warnung aus Frankreich kommt, wenige Tage bevor die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien einen neuen Bericht vorlegt, der laut Diplomaten neue Details zu einem möglichen Atomwaffenprogramm Teherans enthalten soll. Woraus diese bestehen könnten, wurde am Wochenende konkreter.

So soll die IAEO unter anderem über Informationen verfügen, die auf ein Computermodell eines Atomsprengkopfes hindeuten, wie es hieß. Satellitenaufnahmen vom Militärstützpunkt Parchin außerhalb der Hauptstadt Teheran zeigten zudem einen Stahlcontainer in der Größe eines Busses, in dem hochexplosiver Sprengstoff beispielsweise zur Zündung von Atombomben getestet werden könne. Zudem soll er weitere Hinweise enthalten, dass der Iran Programme zur Anreicherung von Uran und zum Umbau von Flugkörpern unterhält.

Detaillierte Informationen über das iranische Atomprogramm und eine mögliche militärische Dimension der Aktivitäten sollen dem Bericht laut Diplomaten als Annex angefügt werden. Erwartet wird der Bericht für Mittwoch.

Die IAEO habe Geheimdienstinformationen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Israel erhalten. Diese Daten würden mit anderen frei zugänglichen Informationen wie beispielsweise Aufnahmen von Satelliten abgeglichen, sagte ein Diplomat. Allerdings gestatteten auch die neuen Details noch keine abschließende Schlussfolgerung über das Ziel des iranischen Atomprogramms.

Russische Warnung

Auch die russische Regierung hat erneut vor einem möglichen Militärschlag gewarnt. „Ein Angriff wäre ein sehr ernster Fehler, dessen Folgen unabsehbar wären“, sagte Außenminister Lawrow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. „Militärschläge bringen keine Lösungen, sondern nur viele Opfer“, so Lawrow. Um die stockenden Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Gang zu bringen, hatte Lawrow vorgeschlagen, dass Teheran zunächst einen „vertrauensvollen Schritt“ unternehmen müsse. Im Gegenzug könne die „Sechsergruppe“ aus USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland dann die gegen Teheran verhängten Sanktionen lockern.

Israel und westliche Staaten – allen voran die USA – verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung von Kernenergie heimlich an einer Atombombe zu bauen. Die Führung in Teheran bestreitet das.

„Frei erfunden“

So widersprach der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi auch den neusten Vorwürfen: Diese seien frei erfunden. Die IAEO agiere politisch und setze ihre Unabhängigkeit aufs Spiel.

Der israelische Präsident Shimon Peres heizte die Diskussion über einen Militärschlag weiter an. Im israelischen Fernsehen sagte er, die militärische Option rücke näher. Der Iran nähere sich dem Besitz von Atomwaffen, und dem dürfe die Staatengemeinschaft nicht zusehen. Auf die Frage, ob die Situation sich eher in Richtung auf eine militärische Konfrontation statt auf eine diplomatische Lösung zubewege, antwortete er: „Ich glaube, ja.“ Der Israel Hayom sagte Peres: „Wir müssen Ruhe bewahren und Druck widerstehen, um alle Alternativen prüfen zu können.“ Er denke nicht, dass eine Entscheidung im Iran für eine Bombe getroffen sei. Es bestehe aber der Eindruck, dass der Iran innerhalb des nächsten Jahres eine solche haben könne.

Die Haaretz berichtete, US-Verteidigungsminister Leon Panetta sei es vor einem Monat nicht gelungen, Premier Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak zur Zusage zu bewegen, dass Israel den Iran nicht ohne Absprache mit den USA angreifen würde. Das sei in Washington mit Sorge registriert worden. (AP, Reuters, dpa, raa, DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2011)

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