Nach seiner führenden Rolle bei der Gewaltanwendung gegen Libyen drängt sich Frankreich nun auch gegen Iran in eine Führungsrolle

Paris baut Drohkulisse gegen Iran auf
Juppé fordert Sanktionen «von nie gekanntem Ausmass» nach IAEA-Bericht
Frankreichs Aussenminister Alain Juppé will gegen Irans Atomprogramm mobilisieren. (Bild: Keystone / AP)
Nach seiner erfolgreichen Führungsrolle bei der Libyen-Befreiung will sich Frankreich nun offenbar auch im Atomstreit mit Iran in Szene setzen. Nach dem IAEA-Bericht über die Waffenentwicklung müsse scharf reagiert werden, heisst es aus Paris.

(sda/afp) Nachdem die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Entwicklung von Atomwaffen im Iran für möglich hält, hat Frankreich «Sanktionen von nie gekanntem Ausmass» gegen das Land gefordert.
Neue Stufe des diplomatischen Drucks

Der diplomatische Druck müsse eine neue Stufe erreichen, erklärte der französische Aussenminister Alain Juppé am Mittwoch. Dazu solle auch der Uno-Sicherheitsrat eingeschaltet werden.

Auch der Gouverneursrat der IAEA müsse das iranische Atomprogramm scharf verurteilen: «Wir sind entschlossen, zu reagieren», sagte Juppé.

Russland und China überzeugen

Verteidigungsminister Gérard Longuet forderte ebenfalls schärfere Sanktionen, ohne dass es gleich zu militärischen Schritten kommen müsse. «Auf wirtschaftlicher, technologischer, industrieller Ebene können wir noch viel weiter gehen, ohne gleich auf eine Gewaltlösung zurückzugreifen», sagte Longuet im TV-Sender Canal+. Besonders die Uno-Vetomächte China und Russland müssten davon überzeugt werden, dass Druck auf Iran «absolut unerlässlich» sei.
Öl-Embargo unwahrscheinlich

Auch die USA dürften nach Vorlage des Berichts auf härtere Sanktionen gegen den fünftgrössten Öl-Exporteur der Welt drängen. Möglich seien diese etwa gegen Geschäftsbanken, unwahrscheinlich dagegen ein Vorgehen gegen den Öl- und Gassektor sowie die Zentralbank, sagte ein amerikanischer Regierungsvertreter.

Russland kritisierte den Bericht als hinderlich für einen Dialog mit der Regierung in Teheran. Dadurch würden die Chancen für eine diplomatische Lösung zunichte gemacht, erklärte das Aussenministerium in Moskau.
Ahmedinejad will «kein Jota» zurückweichen

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat bekräftigt, dass sein Land «kein Jota» von seinem Atomprogramm abweichen werde. In einer Fernsehansprache wies er am Mittwoch den Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) scharf zurück, nach dem Iran Atomwaffen bauen wolle. Ahmadinejad rügte die IAEA. Diese diskreditiere sich selbst, indem sie «grundlose» Vorwürfe der USA aufgreife, dass Iran Nuklearwaffen entwickeln wolle.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/paris_baut_drohkulisse_gegen_iran_auf_1.13270342.html

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