Regierung Jemens beschießt mit schweren Waffen Demokratiecamp des Arabischen Frühlings und tötet 15 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder: Wo bleibt da der entschiedene Protest des Westens, dessen Verbündeter diese Regierung ist! Darf man dann morden? Die Karte Menschenrechte wird immer nur dann gezückt, wenn die Regierung nicht die westlichen Interessen bedient! In Jemen lassen unsere Regierungen es zu dass ihr von ihnen militärisch ausgerüsteter Partner die Demokraten niedermacht! Weil Jemen strategisch so wichtig ist?

Regierungstruppen töten 15 Zivilisten in Taes

11. November 2011 18:33

Artillerie bombardierte Gebet der Opposition

Sanaa – Im Jemen sind am Freitag bei dem Beschuss einer Oppositionskundgebung durch Regierungstruppen 15 Menschen getötet worden. 40 weitere Zivilisten seien in der Stadt Taes bei dem Artilleriebombardement verletzt worden, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, hieß es aus Kreisen der Rettungskräfte. Wie Augenzeugen berichteten, begannen die Truppen von Präsident Ali Abdallah Saleh am frühen Morgen, das Viertel um den Freiheitsplatz zu beschießen, auf dem seit Monaten Regierungsgegner campieren.

Demnach sollte durch das Bombardement die Bevölkerung von der Teilnahme an einer dort geplanten Kundgebung der Opposition abgeschreckt werden. Gegen Mittag, als sich tausende Menschen zum Gebet auf dem Platz versammelten, habe sich der Beschuss verschärft, berichteten Augenzeugen. Demnach war es das erste Mal, dass die Regierungstruppen ein Gebet beschossen. Ärzte berichteten, selbst die oberen Etagen des städtischen Krankenhauses seien getroffen worden.

Im Jemen protestiert die Opposition seit Januar gegen Präsident Saleh, der das arabische Land seit 33 Jahren regiert. Seit Beginn der Proteste wurden mehrere hundert Menschen getötet. Teile der Armee und der Geistlichkeit sowie wichtige Stämme kündigten Saleh ihre Loyalität und liefen zur Opposition über. Wie jede Woche gab es auch am Freitag in der Hauptstadt Sanaa Demonstrationen für und gegen den Präsidenten. Die Opposition hatte diese Woche ihre Proteste unter den Slogan gestellt: „Keine Immunität für die Mörder.“ (APA/Reuters)

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