Chronik zur rechtsextremen Terrorzelle Banküberfälle, Rohrbomben und Mordanschläge Der Mord an einer Polizistin in Heilbronn steht offenkundig im Zusammenhang mit rechtsextremen Anschlägen, bei denen mindestens neun Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Die Serie begann nach bisherigen Erkenntnissen im Jahr 2000. Eine Chronik der Ereignisse.

Chronik zur rechtsextremen Terrorzelle

Banküberfälle, Rohrbomben und Mordanschläge

Der Mord an einer Polizistin in Heilbronn steht offenkundig im Zusammenhang mit rechtsextremen Anschlägen, bei denen mindestens neun Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Die Serie begann nach bisherigen Erkenntnissen im Jahr 2000. Eine Chronik der Ereignisse.

Thüringer Heimatschutz (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)Großansicht des BildesMitglieder des Thüringer Heimatschutz auf einer Demonstration der NPD-Jugendorganisation JN im Februar 2001 in Jena.Januar 1998: In Jena (Thüringen) hebt die Polizei eine Bombenwerkstatt der Rechtsextremisten Uwe B., Uwe M. und Beate Z. aus. Das Labor war in einer Garage versteckt. Es werden Rohrbomben mit dem Sprengstoff TNT sichergestellt. Das Trio flieht. Laut Medienberichten hatten Ermittler angeblich die Möglichkeit, zumindest Beate Z. festzunehmen. Die Neonazis werden im Verfassungsschutzbericht als Mitglieder des „Thüringer Heimatschutzes“ genannt, der Kontakte zur NPD hat.

1999: Unbekannte Täter beginnen eine Serie von mindestens 14 Banküberfällen in mehreren ostdeutschen Bundesländern. Später werden die Taten Uwe B. und Uwe M. zugeordnet.

9. September 2000: In Nürnberg wird ein türkischer Blumenhändler erschossen.

Bis April 2006 folgen weitere Morde an sieben Türken und einem Griechen, immer mit derselben Waffe und nach dem gleichen Muster. Die Taten werden als sogenannte Döner-Morde bekannt. Die blutige Spur zieht sich quer durch Deutschland: Zwei weitere Morde ereignen sich in Nürnberg (2001, 2005), zwei in München (2001, 2005), jeweils ein Mord geschieht in Kassel (2006), Hamburg (2001), Rostock (2004) und Dortmund (2006).

Polizeibeamte in Schutzanzügen am Tatort des Polizistenmordes in Heilbronn (Foto: AP)Polizeibeamte in Schutzanzügen am Tatort des Polizistenmordes in Heilbronn25. April 2007: In Heilbronn wird eine 22 Jahre alte Polizistin erschossen. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt. Am Dienstwagen wird die DNA-Spur einer Unbekannten sichergestellt.

2007 bis 2009: Die Ermittler jagen ein Phantom. Gen-Spuren einer angeblichen „Frau ohne Gesicht“ werden bei mehr als 35 Straftaten gefunden – darunter Morde und Einbrüche.

27. März 2009: Die Staatsanwaltschaft Heilbronn gibt bekannt, dass die Gen-Spuren der „Frau ohne Gesicht“ bereits beim Verpacken auf die Wattestäbchen der Ermittler gelangt sind.

1. November: In Döbeln bei Leipzig wird ein Dönerbuden-Betreiber erschossen. Der Täter kann fliehen. Ob es eine Verbindung zu den früheren Döner-Morden gibt, ist noch unklar. Medien spekulieren über einen „Auftragsmord“ aus der „Auto-Mafia“.

4. November: Nach einem Banküberfall in Eisenach (Thüringen) werden Uwe B. und Uwe M. tot in ihrem ausgebrannten Wohnmobil in einem Vorort von Eisenach gefunden. In Zwickau (Sachsen) geht die Wohnung, in der die beiden mutmaßlichen Bankräuber mit Beate Z. gelebt hatten, ebenfalls in Flammen auf.

Ein Polizist vor dem durch eine Explosion zerstörten Hauses in Zwickau. (Foto: dpa)Großansicht des BildesEin Polizist vor dem durch eine Explosion zerstörten Hauses in Zwickau.

7. November 2011: Das Landeskriminalamt teilt mit, dass die Dienstpistolen der Heilbronner Polizistin und ihres Kollegen in dem ausgebrannten Wohnmobil entdeckt wurden.

8. November 2011: Beate Z. stellt sich der Polizei in Jena und wird festgenommen. Sie soll nach Polizeiangaben mehrere Alias-Namen benutzen.

11. November 2011: Die Bundesanwaltschaft gibt bekannt, dass sie Verbindungen zwischen dem Polizistenmord von Heilbronn und der sogenannten Döner-Mordserie sieht. In der Wohnung der mutmaßlichen Rechtsterroristen werden zahlreiche Hinweise auf die Taten gefunden.

13. November 2011: Es wird bekannt, dass ein weiterer Verdächtiger festgenommen wurde. Er soll dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Der Mann wird verdächtigt, die Terror-Zelle unterstützt zu haben.

http://www.tagesschau.de/inland/rechtsextrememordserie100.html

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