Auch wenn ich Bild nicht mag, der Artikel fasst gut zusammen: War ein Verfassungsschützer bei sechs Morden ganz in der Nähe? Geheimdienst-Skandal um Killer-Nazis

War ein Verfassungsschützer bei sechs Morden ganz in der Nähe? Geheimdienst-Skandal um Killer-Nazis

Killer-Nazis erschüttern Deutschland: Verfassungsschützer saß beim Mord im Café des OpfersThüringens früherer Verfassungsschutz-Chef Helmut Roewer (61, oben) stellte einen Neonazi als V-Mann ein

Foto: Gordon Schmidt
15.11.2011 — 08:30 Uhr

Von F. SCHNEIDER, H.-J. VEHLEWALD und M. WICKING

Erfurt – Die Morde der Killer-Nazis werden immer mehr zum Geheimdienst-Skandal! Bei sechs der neun Morde soll ein Verfassungsschützer in der Nähe des Tatortes gewesen sein.

Bei einem Blutbad saß er sogar im Café des Opfers!

Es ist ein Verdacht, so unfassbar, so unbegreiflich! Nazi-Terroristen ziehen mordend durch Deutschland – unter den Augen eines Agenten des Verfassungsschutzes!

Ein Geheimdienst, der den Schutz der Demokratie im Namen trägt!

Die Killer-Nazis Uwe Böhnhardt († 34) und Uwe Mundlos († 38) erschossen am 6. April 2006 den 21-jährigen Halit Y. in seinem Kasseler Internetcafé. Am Tatort, im Café: ein Agent des hessischen Verfassungsschutzes! Das berichtet die FAZ.

Wie BILD erfuhr, waren beim Mord sechs Gäste im Café.

Fünf meldeten sich sofort. Nur der sechste blieb zunächst unbekannt. Die Polizei ermittelte ihn anhand von Log-in-Daten an dem von ihm benutzten Computer – erst zehn Tage nach der Tat!

Ergebnis: Der Mann war Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Hessen!

Warum er sich nicht gemeldet hatte, erklärte er den Ermittlern so: Er habe nichts von den wenige Meter neben ihm abgefeuerten Schüssen gehört, sei einfach gegangen und habe zehn Tage lang keine Nachrichten gehört. Er habe im Internetcafé Sexseiten im Netz durchsehen wollen.

Der Verfassungsschützer wurde wieder freigelassen. Obwohl damals Waffen in seiner Wohnung gefunden wurden!

Jetzt der nächste unfassbare Fakt! Nach BILD-Informationen ergab ein Bewegungsprofil der Polizei: Der Agent war bei sechs der neun Morde in der Nähe des Tatortes. Ein hochrangiger Ermittler zu BILD:

„Unfassbar: Dem Verdächtigen wurde entlastend ausgelegt, dass er zum Tatzeitpunkt nur in sechs der neun Morde in der Stadt war …“

Auffällig: Nachdem der Verfassungsschützer aufgeflogen war, gab es keine Döner-Morde mehr! Laut FAZ wurde der Mann suspendiert.

Eine so tiefe Verstrickung des Verfassungsschutzes schien bislang undenkbar. Sein Umgang mit Neonazis war schon früher umstritten.

Der Ex-Chef des Thüringer Amtes, Helmut Roewer (61), schreibt heute Bücher für den rechten „Ares Verlag“. Unter Roewer warb das Amt Anführer der Nazi-Szene als Informanten an:

• Der Ex-NPD-Landeschef Thomas Dienel (49) wurde 1995 V-Mann, kassierte bis 1997 rund 40 000 Mark aus Steuergeldern. Er brüllte „Sieg Heil“ in TV-Kameras, prahlte mit seiner Wehrsportgruppe. 1999 wurde er enttarnt, Verfassungsschützer Roewer trat 2000 zurück.

• NPD-Vizechef Tino Brandt (36) wurde 1994 V-Mann, kassierte bis 2001 rund 200 000 DM. Mit dem Geld vom Staat baute er jene Organisation erst auf, die er beobachten sollte: den „Thüringer Heimatschutz“. Mit dabei: seine Freunde Beate Zschäpe (36), Uwe Mundlos († 38), Uwe Böhnhardt († 36).

Wie viel Steuergeld an Nazis ging, ist ungewiss. Nach Angaben Helmut Roewers flossen in Thüringen zwischen 1994 und 2000 rund 1,5 Mio. Euro in bar für „nachrichtendienstliche Zwecke“.

http://www.bild.de/news/inland/bundesamt-verfassungsschutz/sass-beim-mordim-cafe-des-opfers-21008790.bild.html

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