EU: Kenias militärischer Angriff auf Somalia hat die Lage derHilfsbedürftige in den Hungergebieten weiter verschimmert! 750.000 Menschen sind in akuter Lebensgefahr – EU besorgt über Folgen von Kenias Einmarsch: Militäraktion hat Unsicherheit erhöht

EU besorgt über Folgen von Kenias Einmarsch

15. November 2011 16:17

Militäraktion hat Unsicherheit erhöht

Brüssel – Der Einmarsch kenianischer Soldaten nach Somalia gefährdet nach Ansicht der Europäischen Union die Hilfe für Zehntausende vertriebener und hungernder Menschen in Somalia. „Diese Militäraktion hat die Unsicherheit erhöht“, sagte der bei der EU-Behörde für Katastrophenhilfe (ECHO) zuständige Abteilungsleiter Cees Wittebrood am Dienstag vor Journalisten in Brüssel. Kenianische Soldaten hatten nach einer Reihe von Überfällen der islamistischen somalischen Al-Shabaab am 16. Oktober die Grenze zum benachbarten Somalia überschritten.

„Man kann die Gründe dafür verstehen, dass die Kenianer versuchen, die Ordnung wieder herzustellen. Aber für die betroffenen Menschen sind die Folgen sehr schlimm“, sagte Wittebrood. „Wir haben Probleme, Zugang zu den Hilfsbedürftigen zu bekommen.“ Kenia erlaube seit Beginn der Militäraktion keine neuen somalischen Flüchtlinge mehr im auf kenianischer Seite der Grenze liegenden Flüchtlingslager Dadaab. Nairobi weigere sich auch, neue Flüchtlinge registrieren zu lassen und wolle andere Somalis in ein Lager in der Nähe der Grenze zum Sudan verlegen.

„Die Al-Shabaab-Milizen achten das Humanitäre Völkerrecht nicht. Und es besteht die Gefahr, dass auch die kenianischen Stellen gegen das Humanitäre Völkerrecht verstoßen“, sagte Wittebrood. „Wir müssen darauf dringen, dass der Raum für humanitäre Hilfe erhalten bleibt.“

Insgesamt seien am Horn von Afrika derzeit rund 30 Millionen Menschen von verschiedenen humanitären Katastrophen – sowohl Dürre als auch Konflikte – betroffen. 750.000 seien in Lebensgefahr, wenn ihnen nicht rasch geholfen wird. Die Europäische Union – sowohl die Mitgliedstaaten als auch die EU-Kommission – hat bisher rund 700 Millionen Euro Hilfe bereitgestellt. (APA)

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