Proteste in Griechenland gegen das soziale Kürzungsprogramm in der schwersten Krise seit dem Ende der Militärdiktatur: Am 17. November vor 38 Jahren schlugen das Militär blutig den Aufstand der Studenten nieder und töteten Dutzende von Menschen!!

16. November 2011, 11:24, NZZ Online

Polizei bereitet sich auf Chaos in Athen vor

Demonstrationen gegen Sparkurs der Regierung geplant

Die griechische Polizei hat am Mittwoch wegen geplanter Proteste gegen den Sparkurs der neuen Regierung ein massives Sicherheitsaufgebot im Zentrum von Athen zusammengezogen. Mehrere linksgerichtete Organisationen hatten zuvor für Donnerstag Proteste angekündigt.

(dpa) Die griechische Polizei befürchtet, dass gewaltbereite Demonstranten erneut versuchen könnten, Chaos in Athen zu schaffen. Deshalb sollen laut griechischen Medienberichten mehr als 7000 Beamte im Einsatz sein.

Die geplanten Demonstrationen fallen mit dem 38. Jahrestag des blutig niedergeschlagenen Studentenaufstandes gegen das Militärregime am 17. November 1973 zusammen.

Die zentrale Kundgebung wird in Athen am Donnerstagnachmittag stattfinden. Autonome Gruppierungen liefern sich fast jedes Jahr am 17. November Strassenschlachten mit der Polizei.

Der Studentenaufstand im Athener Polytechnikum am 17. November 1973 gilt als Höhepunkt des Widerstandes der Griechen gegen die Militärregierung unter den Diktatoren Georgios Papadopoulos und Dimitrios Ioannidis (1967- 1974). Bei dem Aufstand wurden damals Dutzende von Menschen getötet.

Gedenken an Athener Studentenaufstand

Kritik an der Troika und der EU

ela. Athen ⋅ Auf dem Gelände der Technischen Universität Athen, dem «Polytechneio», haben am Dienstag die Feierlichkeiten zum 38. Jahrestag des Widerstands gegen die Obristen-Diktatur begonnen. Am 15. November 1973 startete hier der Aufstand der Studierenden, den das Regime am 17. November blutig niederschlug. Dieses Jahr fallen die Gedenktage in die erste Woche der neuen Übergangsregierung unter Loukas Papadimos und in eine Zeit, die viele als die schwerste politische Krise seit der Militärdiktatur betrachten. Viele Studenten ziehen eine direkte Linie von der Zeit der Junta zur heutigen Krise. Der Slogan von damals: «Brot, Bildung, Freiheit», gilt ihrer Meinung nach auch heute. Auf Flugblättern und in Parolen fordern die verschiedenen Gruppen den Rauswurf der Vertreter der Troika und der Europäischen Union aus Griechenland und ergehen sich in allgemeiner Kapitalismuskritik.

Am Dienstagmorgen kam es zu Scharmützeln zwischen verschiedenen Studentenfraktionen, nachdem die der sozialistischen Pasok nahestehende Gruppe Pasp daran gehindert worden war, das Gebäude zu betreten, um die Feierlichkeiten zu sichern. Da die «Mutterpartei» Pasok das 2010 mit der Troika ausgehandelte Memorandum unterstütze, dürfe die Pasp das Gebäude nicht betreten, lautete das «Argument» der Gegner. Neben 700 Studierenden und Professoren des Organisationsausschusses, die die dreitägigen Veranstaltungen sichern, sind laut Medien auch 7000 Polizisten im Einsatz. Am Donnerstag enden die Gedenkfeiern mit dem traditionellen Marsch vor die amerikanische Botschaft.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/griechenland_polizei_1.13331840.html

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