Ärzte demonstrieren in Spanien: Die geplanten Kürzungen werden zum Zusammenbruch des Gesundheitswesens führen!

SPANIEN

Spaniens Ärzte fürchten Zusammenbruch des Gesundheitssystems

  |  17.11.11, 13:27  |  2 Kommentare

Das Gesundheitswesen in Spanien steht auf der Kippe. Der neue Sparkurs erhöht den Druck enorm. Viele Praxen mussten bereits schließen. In dieser Woche gibt es Massenproteste auf den Straßen.

 

Hunderte Kranke, Ärzte in weißen Kitteln und Mitarbeiter des Gesundheitswesens sorgten am Dienstag und Mittwoch für leere Krankenhäuser und dafür volle Straßen in Barcelona. Mit lauten Protestrufen und knallenden Feuerwerkskörpern machten sie ihrem Unmut über die Kürzungen im Gesundheitswesen Luft.

„Keine Kürzungen! Ich will leben, verkürzt nicht mein Leben“ schallte es die vergangenen zwei Tage durch die mit Demonstranten gefüllten Straßen Barcelonas. Über 600 Ärzte und auch Kranke, die sich sogar mit Sauerstoffmasken aufrappelten, legten den Verkehr rund um das Vall d´Hebron Krankenhaus lahm.

In Spanien sind die Sozialsysteme gefährdet - Massenproteste sind diese Woche überall angesagt. (Foto: Flickr/mirnesd)In Spanien sind die Sozialsysteme gefährdet – Massenproteste sind diese Woche überall angesagt. (Foto: Flickr/mirnesd)

Um die Löcher in der Haushaltskasse Spaniens zu stopfen, setzt die Zentralregierung viele autonome Regionen wie Katalonien mit Einsparungsmaßnahmen in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen unter Druck. „Die Einschnitte sind schon jetzt zu spüren“ so der Allgemeinmediziner Almudena Plaza, der das Aufschieben von Operationen, das Wachsen von Wartelisten und die Schließung vieler Praxen beklagt. Albert Thomas, Präsident der Gesundheitsgewerkschaft MC erklärt, dass zehn Prozent der regionalen Gesundheitsbehörden – das entspricht rund einer Milliarde Euro – eingespart werden sollen. Das kommt einem Zusammenbruch des spanischen Gesundheitssystems gleich.

Der neue Sparkurs der Regierung hat bereits in weiten Teilen des Landes für Unruhen gesorgt. So haben ebenso in Madrid Hunderte frustrierte Demonstranten gegen die Privatisierung der öffentlichen Dienste, die hohe Arbeitslosigkeit und Korruption im Land protestiert.

Schon jetzt scheint gewiss, die bevorstehende Parlamentswahl am kommenden Sonntag wird das Ende der achtjährigen Amtszeit der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) unter Jose Luis Rodriquez Zapatero bedeuten und damit den Startschuss für die rechts-konservative Partido Popular (PP) geben. „Ein Wechsel, ob gut oder schlecht, ist unausweichlich“ so Fermin Bouza, Professor für Soziologie an der Universidad Complutense de Madrid. Dennoch bezweifelt er, dass die orthodoxe PP unter Mariano Rajoy die richtige Wahl sei, um Spanien aus der Krise zu führen.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/32512/

 

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