«Südblockade» Castor-Zug soll gleich nach dem Grenzübertritt von Frankreich nach Deutschland gestoppt werde: Damit soll verhindert werden, dass Gorleben zum Endlagerort zementiert wird.

17. November 2011, 20:05, NZZ Online
Das Motto lautet: «Südblockade»
Hunderte von Atomkraftgegnern wollen Castor-Zug stoppen
Eine Atomkraftgegnerin im Schutzanzug und mit Schutzmaske in Hannover an einer Demonstration gegen den bevorstehenden Castor-Transport. (Bild: Keystone/ap)
Castorgegner in Südwestdeutschland haben für den in der kommenden Woche erwarteten Castortransport Blockaden und Proteste angekündigt. Die Initianten riefen dazu auf, sich an den Schienenblockaden zu beteiligen. Damit soll verhindert werden, dass Gorleben zum Endlagerort zementiert wird.

(ddp) Unter dem Motto «Südblockade» soll der Castor-Zug, der Atommüll transportiert, gleich nach dem Grenzübertritt von Frankreich nach Deutschland gestoppt werden. Für den Fall, dass der Zug im Saarland, in der Pfalz oder in Baden nach Deutschland komme, werde die Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiative mit ihren Protesten flexibel reagieren.
Gorleben soll nicht als Endlagerstandort zementiert werden

Es wird erwartet, dass der Zug in Berg in der Südpfalz, bei Kehl in Baden oder in Forbach bei Saarbrücken nach Deutschland komme, so der Sprecher der Initiative, Andreas Raschke. «Wenn alles klappt, werden wieder Hunderte von Menschen in einer Sitzblockade auf der Transportroute den Castor an der Weiterfahrt hindern», unterstrich er. Es dürften keine Behälter nach Gorleben gebracht werden, damit der Ort nicht als Endlagerstandort zementiert werde.

Atomkraftgegner haben sich unterdessen gegen eine Stigmatisierung des Gorleben-Widerstands als «gewaltbereit» verwahrt. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) habe prognostiziert, dass «300 Gewaltbereite» ins Wendland kommen wollten und den Einsatz von 19’000 Polizisten angekündigt, sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Dieses Szenario solle Menschen vom Demonstrieren abschrecken. Davon lasse sich aber «kein aufrechter Demokrat beeindrucken».
Letzte Vorbereitungen des Transports haben begonnen

Die letzten Vorbereitungen des Castor-Transports haben bereits begonnen: Bis Donnerstag wurden nach Angaben des Zwischenlagerbetreibers Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) zehn der elf Castor-Behälter aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Nordfrankreich in das 30 Kilometer entfernten Valognes gebracht. Der elfte Castor werde den Bahnhof in Valognes am Freitag erreichen, sagte Zwischenlager-Chef Lutz Oelschläger.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/gorleben_castor_1.13345525.html

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