In der Londoner City herrscht große Nervosität: Britische Banken simulieren Zerfall der Euro-Zone

„War Games“: Britische Banken simulieren Zerfall der Euro-Zone
Deutsche Mittelstands Nachrichten  |   Veröffentlicht: 18.11.11, 10:23  |  Aktualisiert: 18.11.11, 12:56   |  6 Kommentare

Die europäischen Banken bereiten sich auf den worst case vor: Sie spielen Szenarios durch, wie sie beim Austritt eines Landes aus dem Euro reagieren würden. Bereits real abgeschnitten: Griechische Banken bekommen keine Kredite mehr. Auch die spanischen Institute sind praktisch abgeschnitten.

In der Londoner City herrscht große Nervosität: Die britischen Banken haben alle Kreditvergaben an griechische Banken eingestellt. Auch versuchen die Briten, so schnell wie möglich so viel wie möglich an Schrottpapieren abzustoßen. Das Misstrauen gegenüber Spanien ist so groß, dass Santander UK eine Versicherung an die Märkte abgab, dass man mit der spanischen Muttergesellschaft eigentlich nur den Namen gemeinsam habe.

David Cameron trifft heute Angela Merkel. Die Banken üben schon mal für den Krieg, EU-Vordenker Herman van Rompuy widmet sich den Schlachtplänen oder checkt seine Emails. Cameron war zum Frühstück mit den EU-Granden in Brüssel erschienen. (Foto: Flickr/Kancelaria Premiera)

Mehrere große britische Banken haben unterdessen begonnen, alle möglichen Katastrophen-Szenarien in der Euro-Zone durchzuspielen (solche, an die Merkels Staatssekretär Asmussen nicht einmal zu denken wagt – mehr hier).

Die von den Insidern liebevoll „War Games“ genannten Simulationen finden oft in Echtzeit über das Wochenende statt. Alle Beteiligten kommen dann ins Büro und agieren nach den hypothetischen Vorgaben. Das sieht dann meist sehr realistisch aus. Etwa: Am Freitag nach Börsenschluss geht die schockierende Nachricht um die Welt: Griechenland ist aus dem Euro ausgetreten! Bis zum Montag müssen die Banken Antworten auf komplexe Fragen haben: Welches sind die Folgen für andere Banken, welches für die Regierungen und die Staatsanleihen der Staaten der Eurozone? Wie reagieren die Kunden? Was können wir den Investoren sagen? Frieren sämtliche Märkte sofort ein, oder gibt es noch Spielräume?

Dies „Spiele“ finden wirklich statt: Ein hochrangiger Banker einer britischen Bank bestätigte der Financial Times: „Wir proben eine Reihe schwerer Zwischenfälle – entweder dass ein Land oder mehrere Länder die Euro-Zone verlassen, oder aber kompletter Kollaps des Euro.“ Dann arbeiten die Banken durch die Konsequenzen eines solchen Ereignisses – welche Auswirkungen es auf ihr Geschäft, auf ihre Kunden und ihre Shareholder hat

Wenn einmal klar ist, was genau passiert, versuchen die Banken, darauf richtig zu reagieren. Der Banker: „Am Ende schauen wir, welche Schritte wir unternehmen müsse was für uns der beste Weg einer Antwort ist.“

 

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/32635/

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