Massenmörder Breivik wollte auf Utöya Gro Harlem Brundtland und andere Spitzenpolitiker fesseln und dann mit einem Bajonett oder Messer hinrichten

Breivik wollte Spitzenpolitiker auf Utöya ermorden
18. November 2011 12:21
Norwegische Zeitung „Verdens Gang“ veröffentlicht neue Details aus Ermittlungen und Verhören – Breivik ritzte Runen auf Glock-Pistole – Taufte Mordwaffen von Utöya nach Götterattributen aus der nordischen Mythologie

Oslo (APA) – Der mutmaßliche Terrorist und Massenmörder Anders Behring Breivik hatte bei seinem Angriff auf der Ferienlager-Insel Utöya am 22. Juli offenbar vor, Außenminister Jonas Gahr Störe, Ex-Regierungschefin Gro Harlem Brundtland und den Chef der Jungsozialisten (AUF), Chef Eskil Pedersen, „hinzurichten“. Laut von der Tageszeitung „Verdens Gang“ am Freitag veröffentlichten Protokollen aus Verhören hatte der 32-jährige Rechtsextremist vor, einen oder mehrere der vermeintlich zu diesem Zeitpunkt auf der Insel befindlichen Politiker zuerst als Geiseln zu nehmen und dann auf besonders erniedrigende Weise zu töten.

Laut VG wollte Breivik die gefangen genommenen Politiker fesseln und auf die Knie zwingen. Anschließend plante er, ihnen ein von ihm selbst verfasstes „Todesurteil“ vorzulesen und sie dann mit einem Messer oder einem Bajonett zu ermorden. Zusätzlich zu dem „Urteil“ wollte der Attentäter auch einen Auszug aus seiner wirren Ideologie den Politikern vorrezitieren. Breivik erwog überdies, die „Hinrichtungen“ zu filmen.

Weder AUF-Chef Pedersen noch einer der anderen genannten Politiker wollte die Angaben in dem Zeitungsartikel kommentieren. Auch Breiviks Anwalt Geir Lippestad lehnte einen Kommentar ab.

Auch die Zeitung „Dagbladet“ veröffentlichte am Freitag Details aus den Ermittlungen zu dem Utöya-Massaker. Ein Polizeibeamter sagte gegenüber dem Blatt, Breivik habe die beiden von ihm bei der Ermordung von 69 Menschen verwendeten Waffen nach Attributen von Göttern aus der nordischen Sagenwelt benannt und die Namen in Runenzeichen auf den Waffen eingeritzt. Auf den Schaft seiner Glock-Pistole habe Breivik, „Mjölnir“ geritzt – den Namen des Hammers von Donnergott Thor. Das Gewehr habe er mit den Runen für „Gungnir“, den Speer Odins, versehen, sagte der Beamte.

Im übrigen wollte die norwegische Polizei keine weiteren Erklärungen dazu abgeben, warum Breivik diese Namen für seine Mordwaffen gewählt haben könnte. In seinem „Manifest“ hatte Breivik eine Mischung aus Versatzstücken der christlichen und der nordischen Mythologie als seine Leitbilder bezeichnet. (APA)

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