Sonderbericht: Der Weltklimarat rechnet damit, dass es künftig häufiger zu extremen Wetterphänomenen kommen wird, Veränderungen in Häufigkeit, Intensität, Ausdehnung, Dauer und Zeitpunkt des Auftretens extremen Wetters wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürre oder Sturm. Greenpeace: «Er zeigt, dass Wissenschaft und Politik die Auswirkungen von Wetterextremen und Naturkatastrophen unterschätzt haben und sich auf drastische Kosten für Schäden vorbereiten müssen. Der Bericht erhöht den Druck auf die kommende Woche in Durban beginnende Klimakonferenz, endlich den politischen Durchbruch für ein ehrgeiziges Klimaabkommen zu schaffen.»

18. November 2011, 16:07, NZZ Online
Hitzewellen, Überschwemmungen und Stürme
Der Weltklimarat warnt vor einer Zunahme extremer Wetterphänomene
Der Weltklimarat rechnet damit, dass es künftig häufiger zu extremen Wetterphänomenen kommen wird. (Bild: Reuters)
Künftig dürfte es häufiger zu extremen Wetterphänomenen kommen. Der Weltklimarat rät, sich besser auf solche Ereignisse vorzubereiten, stattt einfach abzuwarten. Die Verfasser eines neuen Berichts bringen die Phänomene in einen Zusammenhang mit der globalen Erwärmung.

(ddp) Eine Woche vor der Uno-Klimakonferenz in Südafrika hat der Weltklimarat IPCC vor einer Zunahme extremer Wetterereignisse gewarnt und die Politik zum Handeln aufgefordert. «Wir müssen uns Sorgen machen», erklärte Autor Maarten van Aalst bei der Vorstellung des IPCC-Berichts am Freitag nach einem Treffen in der ugandischen Hauptstadt Kampala.
Abwarten ist keine Lösung

Als Reaktion auf die Entwicklungen müsse sich die Welt besser auf Extremwetter vorbereiten, um die Risiken schon vor dem Eintreten zu senken, forderte van Aalst. Abwarten und «dann Aufräumen» sei nicht die Lösung. «Das Risiko ist bereits dramatisch gestiegen.»

Der Klimawandel führe zu Veränderungen in Häufigkeit, Intensität, Ausdehnung, Dauer und Zeitpunkt des Auftretens extremen Wetters wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürre oder Sturm, heisst es in dem Sonderbericht des Weltklimarats. Wenn sich die Welt entsprechend wappne, könnten Leben gerettet und Geld gespart werden, betonen die Forscher.
Globale Erwärmung als möglicher Grund

Der Fortschritt der Wissenschaft erlaubt es den Experten nach Angaben von Mit-Autor Thomas Stocker von der Universität Bern mittlerweile, in vielen Fällen das Auftreten extremer Wetterlagen mit einiger Sicherheit der globalen Erwärmung zuzuschreiben.

Es sei «praktisch sicher», dass in Zukunft mit schlimmeren und häufigeren Hitzewellen zu rechnen ist, mahnen die Forscher. Während sie früher alle 20 Jahre verzeichnet wurden, treten sie laut den Prognosen bis zur Mitte des Jahrhunderts alle fünf Jahre auf, zum Ende des Jahrhunderts sogar jedes zweite Jahr.

In einigen Regionen könnten die Wetterextreme dazu führen, dass die Landstriche nicht mehr bewohnbar seien, warnen die Autoren in der 29-seitigen Zusammenfassung ihres Berichts, der in ganzer Länge Anfang kommenden Jahres veröffentlicht werden soll.
Hilfsorganisationen appellieren an Politik

Der Report öffne die Augen für die Dimension des Klimawandels, erklärte die Umweltorganisation Greenpeace. «Er zeigt, dass Wissenschaft und Politik die Auswirkungen von Wetterextremen und Naturkatastrophen unterschätzt haben und sich auf drastische Kosten für Schäden vorbereiten müssen», sagte Klimaexperte Karsten Smid. «Der Bericht erhöht den Druck auf die kommende Woche in Durban beginnende Klimakonferenz, endlich den politischen Durchbruch für ein ehrgeiziges Klimaabkommen zu schaffen.»

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/weltklima_weltklimarat_ipcc_wetterphaenomene_1.13354085.html

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