Tausende Menschen waren nach Aufrufen über Netzwerke wie Facebook in das Herz des New Yorker Finanzbezirks gekommen, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Am «Day of Action» (»Tag der Aktion») zogen sie durch die Stadt, besetzten U-Bahnstationen und Plätze. In den späten Abendstunden liefen die Massen mit Lichtern und Plakaten über die Brooklyn Bridge.

Mehr als 240 Festnahmen an der Wall Street
Mehrere Verletzte bei Protest der «Occupy»-Bewegung im New Yorker Bankenviertel
Handgemenge zwischen Demonstranten und Polizei im New Yorker Bankenviertel. (Bild: Keystone/AP)
Bei Demonstrationen an der Wall Street in New York ist es zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Mehr als 240 Menschen wurden nach Medienberichten festgenommen. Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden verletzt.

(sda/dpa) Bei Protesten der «Occupy Wall Street»-Bewegung ist es am Donnerstag in New York zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Wie amerikanische Medien berichten, wurden mindestens 245 Menschen festgenommen.

Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden bei den Zusammenstössen in der Nähe der Börse verletzt. Einigen Beamten soll von den Aktivisten eine brennende Flüssigkeit in die Augen gespritzt worden sein.
Aufruf über Facebook

Tausende Menschen waren nach Aufrufen über Netzwerke wie Facebook in das Herz des New Yorker Finanzbezirks gekommen, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren.

Am «Day of Action» (»Tag der Aktion») zogen sie durch die Stadt, besetzten U-Bahnstationen und Plätze. In den späten Abendstunden liefen die Massen mit Lichtern und Plakaten über die Brooklyn Bridge.
Verstärkte Sicherheitsmassnahmen

Strassensperren hinderten die Aktivisten bei den Protestmärschen tagsüber daran, direkt zur New Yorker Börse vorzustossen. Die Polizei hatte ihre Sicherheitsvorkehrungen um das ohnehin seit zwei Monaten weitgehend abgeriegelte Gebäude verstärkt.

Eisengitter und Beamte in Kampfmontur versperrten den Demonstranten den Weg ins Herz des Finanzbezirks. Menschen, die zu ihren Arbeitsplätzen wollten, mussten scharfe Kontrollen über sich ergehen lassen. Ihr Vorhaben, die Börse lahm zu legen, konnten die Demonstranten jedoch nicht umsetzen.

Zu Festnahmen und Zusammenstössen kam es anschliessend, als einige Aktivisten versuchten, die Metallabsperrungen rund um den Zuccotti Park, dem früheren Nachtlager der Bewegung, wegzutragen. Bei einem «Sit-in», einer «Sitzbesetzung» am nahe gelegenen Foley Square direkt vor dem Gerichtsgebäude kam es später zu neuen Festnahmen.

Die Stimmung zwischen der Polizei und den Anhängern von «Occupy Wall Street» war diese Woche aufgeheizt worden, als die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Zuccotti Park vertrieben wurden.
Kampf der Finanzwelt

Stadtpräsident Michael Bloomberg hatte das Zeltlager nach gerichtlichem Beschluss in der Nacht zum Dienstag räumen lassen. Es kam zu Festnahmen, die Demonstranten machten am darauf folgenden Morgen mit Sprechchören ihrem Unmut Luft.

«Occupy Wall Street» (»Besetzt die Wall Street») kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet.

In den Augen der Demonstranten steht das bekannte Börsengebäude an der Wall als Symbol für die verhasste Finanzwelt, für die Ausbeutung der einfachen Menschen durch eine kleine Elite.

 

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/occupy_wall_street_setzt_proteste_fort_1.13344418.html

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