In Brasilien sind Indigene erneut Opfer eines brutalen Übergriffs geworden. Etwa 40 Maskierte überfielen in dem an Paraguay angrenzenden Teilstaat Mato Grosso do Sul ein Lager der Kaiowa-Guarani und erschossen den 59-jährigen Kaziken (Anführer) Nisio Gomes vor den Augen der Gemeinschaft und des eigenen Sohnes. die Indigenen waren Anfang November auf ihr angestammtes Land zurückgekehrt, nachdem Viehzüchter sie von dort vertrieben hatten.

Anführer der Guarani-Ureinwohner ermordet

19. November 2011 18:46
  • Artikelbild: Der Kazike Nisio Gomes wurde ermordet. - Foto: AP

    Der Kazike Nisio Gomes wurde ermordet.


Konflikt um Land mit Großgrundbesitzern – Mehrere Vermisste nach Angriff

Rio de Janeiro – In Brasilien sind Indigene erneut Opfer eines brutalen Übergriffs geworden. Etwa 40 Maskierte überfielen in dem an Paraguay angrenzenden Teilstaat Mato Grosso do Sul ein Lager der Kaiowa-Guarani und erschossen den 59-jährigen Kaziken (Anführer) Nisio Gomes vor den Augen der Gemeinschaft und des eigenen Sohnes, wie der Indigenen-Missionsrat (CIMI) am Freitag mitteilte. Möglicherweise seien noch mehr Menschen getötet worden. Es gebe Verletzte, vier Indigene würden noch vermisst.

Der Missionsrat ist mit der katholischen Bischofskonferenz in Brasilien verbunden und steht in engem Kontakt zu den Indigenen-Gruppen. Der Anführer der etwa 60 Guarani sei mit mehreren Schüssen in den Kopf und die Brust niedergestreckt worden. Sein Sohn habe die Tat noch verhindern wollen, sei aber geschlagen und dann mit einem Gummigeschoss gestoppt worden. „Sie kamen, um unseren Kaziken zu töten“, zitierte CIMI einen der Indigenen.

Die Leiche sei auf der Ladefläche eines Pick-up weggeschafft worden, wie das auch bei anderen „Massakern“ gegen Guarani in Mato Grosso do Sul geschehen sei. Auf den Überfall in dem Indigenen-Camp Tekoha Guaiviry zwischen den Orten Amambai und Ponta Pora machte auch Survival International aufmerksam. Nach Angaben der Hilfsorganisation waren die Indigenen Anfang November auf ihr angestammtes Land zurückgekehrt, nachdem Viehzüchter sie von dort vertrieben hatten.

Die Guarani in Mato Grosso do Sul wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Opfer von Übergriffen und Mordanschlägen. 2003 wurde der 72-jährige Kazike Marcos Veron bei einem Überfall auf ein Camp zu Tode geprügelt. Der Fall sorgte international für Aufsehen. Einige Guarani-Gruppen, die von ihrem Land vertrieben wurden, leben unter Zeltplanen am Rande stark befahrener Landstraßen. In Brasilien gibt es schätzungsweise zwischen 43.000 und 46.000 Guarani.  (APA)

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