97 Prozent der Aids-Neuinfektionen und 98 Prozent der Aidstoten gibt es in den Entwicklungsländern: Hauptgrund: mangelnder Zugang zu Gesundheitsdiensten und schwache Aufklärung: 67 Prozent aller HIV-Infizierten und 91 Prozent aller Neuerkrankungen bei Kindern in Afrika! Jetzt über 33 Millionen Aidskranke weltweit! 2010 1,8 Millionen Aidstote, Therapien retten 700.000 das Leben; Un-Bericht spricht von Fortschritten!

UN-Bericht veröffentlicht
Weniger HIV-Infizierte, weniger Aids-Tote

Die Minister Niebel (l) und Bahr präsentierten den Bericht gemeinsam mit UNAIDS-Direktor Sidibé.
Die Zahl der Neuinfektionen mit HIV hat einen Tiefstand erreicht. Von 1997 bis 2010 sei sie um gut ein Fünftel auf 2,67 Millionen weltweit gefallen, heißt es im aktuellen Bericht des HIV/AIDS-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS). Die Gesamtzahl der weltweit Infizierten und Erkrankten schätzte UNAIDS auf 34 Millionen.

Weltweit starben im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Menschen an Aids. Therapien haben nach Schätzung von UNAIDS 700.000 weitere Tote verhindert. Die Aids-Epidemie sei noch nicht gestoppt, betonte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé. Die Vision einer Welt ohne Neuinfektionen und Aids-Tote komme aber näher. Entwicklungsminister Dirk Niebel sagte, jede Neuinfektion sei eine zu viel. Um Aids einzudämmen, müsse vor allem „intelligent investiert“werden.
Audio: Weniger HIV-Neuinfizierte in Deutschland
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Stefan Eilts (NDR), ARD Berlin
21.11.2011 14:04 | 2’51
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Weniger infizierte Neugeborene

Besondere Fortschritte gab es bei der Behandlung von Schwangeren: Knapp die Hälfte der Schwangeren mit HIV habe Medikamente bekommen, die eine Übertragung des Virus auf das Kind verhindern sollen, heißt es in dem in Berlin präsentierten Bericht. Die Zahl der Neuinfektionen bei Kindern sank auf 390.000 – im Jahr 2001 hatte sie bei 550.000 gelegen. UNAIDS nannte das Beispiel Botsuana als Erfolg: Hier seien 2003 noch 20 Prozent der Babys HIV-infizierter Mütter selbst infiziert gewesen. Im vergangenen Jahr waren es nur noch vier Prozent.
AIDS: Zahl der Neuinfektionen weltweit rückläufig
tagesschau 12:00 Uhr, 21.11.2011 [Bettina Scharkus, ARD Berlin]
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Kritisch bleibt die Situation in Afrika südlich der Sahara

Rund 68 Prozent der weltweit Infizierten und Erkrankten (22,9 Millionen) leben in Afrika südlich der Sahara – einer Region, in der nur zwölf Prozent der Weltbevölkerung lebten. Auf das Gebiet entfallen auch 70 Prozent der Neuinfektionen.

Gedenken an Aids-Tote in Belgrad
Die Zahl der HIV-Infizierten in West- und Zentraleuropa 2010 wurde mit rund 840.000 angegeben – bei 30.000 Neuinfektionen und 9900 auf Aids zurückgehenden Todesfällen. Einen Anstieg der Infizierten um 250 Prozent von 2001 bis 2010 auf 1,5 Millionen habe es in Osteuropa und Zentralasien gegeben. 90 Prozent dieser Fälle entfielen auf Russland und die Ukraine. Ursache sei in diesen Ländern vor allem verseuchtes Drogenbesteck. Die Zahl der Aids-Toten in der Region liege inzwischen bei geschätzt 90.000. Im Jahr 2001 waren es noch 7800.

Jahresbericht der UNO
Weniger Aids-Infektionen, aber mehr Kranke

Die Zahl neuer Aids-Infektionen ist in den vergangenen acht Jahren um 17 Prozent zurückgegangen. Auch sterben heute weniger Menschen an der Immunschwächekrankheit. Das geht aus dem Weltaidsbericht der Vereinten Nationen hervor, der in Shanghai vorgestellt wurde.

Bessere Medikamente und eine gute Versorgung verlängern auch ihr Leben: Fünfjährige Aidskranke in einem Hilfsprojekt in Thailand
Dennoch leben mit 33,4 Millionen mehr Menschen als je zuvor mit dem Aidserreger HIV im Blut. „Die gute Nachricht ist, dass der Rückgang, den wir sehen, zumindest teilweise auf Vorbeugung zurückgeht“, sagte Michel Sdibé, Exekutivdirektor des UN-Aidsprogramms UNAIDS. Doch gingen Vorsorgeprogramme häufig auch am Ziel vorbei und müssten wirksamer ausgerichtet werden.
Aids hat Afrika weiter im Griff

Im vergangenen Jahr infizierten sich 2,7 Millionen Menschen neu mit dem Virus. In Afrika südlich der Sahara waren es 15 Prozent weniger im Vergleich zu 2001. Dennoch ist keine Region der Welt stärker von Aids betroffen. 67 Prozent aller HIV-Infizierten leben dort, 91 Prozent aller Neuerkrankungen bei Kindern kommen dort vor. Insgesamt leben in Afrika 22,4 Millionen Menschen mit Aids. Swasiland ist das am meisten betroffene Land der Welt.

In Ostasien gingen seitdem die neuen HIV-Infektionen um 25 Prozent und in Süd- und Südostasien um zehn Prozent zurück. In Mittel- und Westeuropa infizierten sich voriges 30.000 Menschen neu mit der Krankheit. In Deutschland gab es rund 3000 neue Fälle. Damit liege die Zahl seit etwa drei Jahren stabil, teilte Gesundheitsminister Philipp Rösler mit. Er sprach von einem „kleinen Erfolg“.

Die Zahl der Aidstoten ging in den vergangenen fünf Jahren um mehr als zehn Prozent zurück, während immer mehr Menschen Zugang zu lebensverlängernden Aidsmedikamenten bekamen. Damit seien seit 1996 schätzungsweise 2,9 Millionen Menschenleben gerettet worden, so UNAIDS. Internationale und nationale Investitionen in HIV- Behandlungen hätten sich ausgezahlt, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. Dennoch starben 2008 zwei Millionen Menschen an der Krankheit.
Mangelnde Gesundheitsdienste wenig Aufklärung,

UNAIDS-Exekutivdirektor Sibidé verwies darauf, dass 97 Prozent der neuen Infektionen in Entwicklungsländern zu verzeichnen seien, wo es auch 98 Prozent der Aidstoten gebe. Der Grund sei vor allem der mangelnde Zugang zu Gesundheitsdiensten. An vielen Orten verändere sich die Epidemie, so dass Vorsorgeprogramme sich nicht schnell genug anpassen könnten. Zum Beispiel seien die Infektionsursachen in China, wo Aids früher vor allem unter Drogenabhängigen vorgekommen ist, heute zu drei Viertel Sexualkontakte. Nur eine von drei HIV-Infektionen wird in China aber auch diagnostiziert.

UN-Experten schilderten ferner, mangelnde Aufgeklärtheit sei ein großes Problem in China. Chinas Gesundheitsminister Chen Zhu, der bei der Vorlage des Weltaidsberichts anwesend war, räumte ein, dass die Diagnose in China „eine großer Herausforderung“ ist. Diskriminierung und Stigmatisierung müssten überwunden werden, mahnte der Minister. Die Regierung wolle im neuen Jahr größere Anstrengungen machen, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu verbessern, und versuchen, bestimmte Zielgruppen zu erreichen.

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