Der Mord an der Heilbronner Polizistin, der auf das Konto der rechtsextremen Gruppierung NSU geht, war möglicherweise ein Beziehungsdelikt. Aus Sicherheitskreisen hiess es, zwischen der mutmasslichen rechtsextremen Mörderin Beate Zschäpe und der getöteten Polizistin aus Thüringen bestehe eine persönliche Verbindung.

21. November 2011, 16:56, NZZ Online

Polizistinnen-Mord vermutlich ein Beziehungsdelikt

Mögliche Verbindung zwischen Polizistin und Zwickauer Neonazis

Der Mord an der Heilbronner Polizistin, der auf das Konto der rechtsextremen Gruppierung NSU geht, war möglicherweise ein Beziehungsdelikt. Aus Sicherheitskreisen hiess es, zwischen der mutmasslichen rechtsextremen Mörderin Beate Zschäpe und der getöteten Polizistin aus Thüringen bestehe eine persönliche Verbindung.

koa. /(ddp) Zwischen der mutmasslichen rechten Terroristin Beate Zschäpe und der in Heilbronn getöteten Polizistin könnte es möglicherweise eine Verbindung gegeben haben. Der Stiefvater der Polizistin habe ein Lokal besessen, in dem eine Veranstaltung von Neonazis verboten worden war, hiess es am Montag aus Sicherheitskreisen. In dem Lokal soll den Angaben zufolge auch jemand mit dem Namen Zschäpe gearbeitet haben, möglicherweise ein Verwandter von Beate Zschäpe.

Sondersitzung im deutschen Bundestag

Das Neo^nazi-Trio aus Zwickau wird für den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter im April 2007 verantwortlich gemacht. Kiesewetter war in Heilbronn in ihrem Streifenwagen durch einen Kopfschuss getötet worden. Ihr damals 24-jähriger Kollege wurde schwer verletzt und lag mehrere Wochen im Koma.

Zuletzt hatte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg gemeldet, der Mord an der Beamtin habe nichts damit zu tun gehabt, dass diese wie die mutmasslichen Mörder aus Thüringen stammt.

«Mehrere Schnittpunkte» zwischen Polizistin und Zschäpe

Jetzt werden Spekulationen laut, es könne sich doch um eine Beziehungstat gehandelt haben. Wie «Spiegel Online» berichtet, sprachen Teilnehmer der Sondersitzung des Bundestags-Innenausschusses von einer «Tat im Beziehungsumfeld». Der Präsident des deutschen Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, soll entsprechende Andeutungen gemacht haben. «Es gibt mehrere Schnittpunkte zwischen dem Umfeld der Polizistin und dem Täterkreis», habe Ziercke gesagt. Die Ermittlungen stünden aber noch am Anfang.

Im Fall der mutmasslichen Zwickauer Terrorgruppe gibt es nach Angaben des deutschen Innenministers Hans-Peter Friedrich «circa ein Dutzend Verdächtige und Beschuldigte». Es existieren «immer neue Hinweise und Erkenntnisse», sagte Friedrich am Montag in Berlin. Das Bundesamt für Verfassungsschutz arbeite mit 50, das Bundeskriminalamt mit mehr als 200 Mitarbeitern an der Aufklärung.

Am 4. November war eine Neonazi-Gruppe aufgeflogen, die seit dem Jahr 2000 für die Morde an neun Ausländern und der Heilbronner Polizistin verantwortlich seien sollen.

 

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/polizistinnen-mord_vermutlich_eine_beziehungstat_1.13378860.html

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