Gespräche zwischen Taliban und Pakistanischer Regierung: Hoffnung, den jahrelangen Konflikt zu beenden, der Tausende von Soldaten und Zivilisten das Leben gekostet hat

21. November 2011, 13:58, NZZ Online

Pakistan verhandelt mit den Taliban

Berichte dürften in den USA für Irritationen sorgen

Pakistanische Soldaten in der Stadt Bannu im Grenzgebiet Waziristan. (Bild: Keystone / AP / Ijaz Muhammad)ZoomPakistanische Soldaten in der Stadt Bannu im Grenzgebiet Waziristan. (Bild: Keystone / AP / Ijaz Muhammad)

Nach Angaben des pakistanischen Geheimdienstes haben Vermittler der Regierung Vorgespräche mit den pakistanischen Taliban für Friedensverhandlungen geführt. Die Gespräche lassen Hoffnungen zu, den jahrelangen Konflikt zu beenden, der Tausende von Soldaten und Zivilisten das Leben gekostet hat.

(ddp) Pakistan und die Taliban haben erneut Friedensverhandlungen aufgenommen. Die Gespräche laufen offenbar seit sechs Monaten, wie pakistanische Regierungskreise bekanntgaben. Beteiligt waren sowohl die Armee als auch Stammesälteste. Als vertrauensbildende Massnahme hatten die Taliban zuvor fünf Gefangene freigelassen. Die Geheimdienstmitarbeiter waren in der Provinz Baluchistan entführt worden.

Die Gespräche dürften die USA verärgern, weil ein mögliches Ergebnis den Taliban grössere Freiheit im Grenzgebiet zu Afghanistan einräumen könnte. In Afghanistan fordern die USA dagegen die schnelle Aufnahme von Verhandlungen der Regierung mit den Rebellen. Die Taliban auf beiden Seiten der afghanisch-pakistanische Grenze bezeichnen sich als Partner, agieren aber getrennt voneinander.

Taliban fordern Abzug der Armee

Das Hauptanliegen der Taliban ist der Abzug der pakistanischen Armee aus Waziristan, einem wichtigen Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan. Es war 2009 nach einem massiven Angriff von der Armee besetzt worden. Nach einem Abzug könnten dort paramilitärische Grenztruppen stationiert werden.

Die Taliban fordern dagegen, dass nur die lokale Polizei die öffentliche Ordnung aufrecht erhält. Zudem soll die Regierung Reparationen für entstandene Schäden zahlen, gefangene Taliban freilassen und ihren Anführern Bewegungsfreiheit im ganzen Land garantieren.

Bisherige Versuche, eine dauerhafte Friedensvereinbarung zwischen der pakistanischen Regierung und den Taliban zu erreichen, waren stets fehlgeschlagen. Experten sehen den Friedensprozess vor allem durch die starke Zersplitterung der vielen einzelnen Gruppen im südlichen Waziristan in Gefahr.

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