Anschläge in Europa und den USA Die blutige Spur des rechtsextremen Terrors: Dossier auf Tagesschau.de: Rechtsextremismus in Deutschland Die rechtsextreme Bewegung in Deutschland ist vielschichtig. Die Aktivisten setzen bei der Rekrutierung auf Musik, lebensnahe Themen und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Die NPD fungiert als parlamentarischer Arm, „Freie Kameradschaften“ sind für die Straßen zuständig. Bei Wahlen präsentieren sich Rechtsextreme möglichst bürgerlich, um von verbreiteten Vorurteilen zu profitieren.

Anschläge in Europa und den USA
Die blutige Spur des rechtsextremen Terrors

Rechtsextremer Terror ist kein neues Phänomen in Europa und den USA. Dabei wurden bereits Hunderte Menschen getötet. Allein in München starben beim Oktoberfestattentat im Jahr 1980 13 Menschen durch eine Bombe. Eine Übersicht von tagesschau.de.

Deutschland – mindestens 10 Tote: Eine rechtsextreme Terrorzelle soll, so vermutet es die Bundesanwaltschaft, in mehreren Städten ab dem Jahr 2000 mindestens zehn Menschen erschossen und möglicherweise durch Bombenanschläge weitere Menschen verletzt haben. Die mutmaßlichen Täter hatten zuvor bereits Sprengsätze mit Hakenkreuzen an öffentlichen Plätzen platziert, sie waren den Behörden mindestens seit 1998 bekannt, wurden sogar im Verfassungsschutzbericht des Landes Thüringen geführt.

Norwegen – 77 Tote: Der Rechtsextremist Anders Behring Breivik ermordete am 11. Juli 2011 in Norwegen 77 Menschen. Die meisten Opfer waren Jugendliche, die zu der Jugendorganisation der Arbeiterpartei gehörten. In Oslo zündete er zunächst Autobomben, auf der Insel Utöya erschoss der Rechtsextremist kurz darauf 69 Menschen. Breivik bezeichnete sich als „Marxist Hunter“ (Marxisten-Jäger) und „Kreuzritter“ gegen eine vermeintliche Islamisierung Europas.
Angehörige gedenken auf Utöya den Opfern der Anschläge in Norwegen
tagesthemen, 23:15 Uhr, 19.08.2011 [

Ungarn – sechs Tote: Hier richtet sich der Hass der Rechtsextremen vor allem gegen Roma. 2008 und 2009 gab es eine Serie von Anschlägen mit sechs Toten. Vier mutmaßliche Täter wurden gefasst. Paramilitärische Neonazi-Gruppen spielten sich jüngst in Dörfern als „Bürgerwehr“ zum „Schutz“ gegen Roma auf und verbreiteten mit ihren Aufmärschen Angst und Schrecken.

USA – 168 Tote: Am 19. April 1995 wurden bei einem Anschlag in Oklahoma in den USA 168 Menschen getötet. Zunächst war von einem islamistischen Hintergrund die Rede. Bald stellte sich heraus, dass der Rechtsextremist Timothy McVeigh hinter der Bluttat steckte. Er wurde am 11. Juni 2001 hingerichtet.
Jahresrückblick 1995 – Die Schlagzeilen von April bis Juni
22.11.2010

Österreich – vier Tote: Hier hielt in den 1990er-Jahren der Briefbomben-Terror der „Bajuwarischen Befreiungsarmee (BBA)“ die Öffentlichkeit in Atem. Ziel waren Personen und Organisationen, die sich für Minderheiten einsetzten oder Ausländer repräsentierten. Bei drei Briefbomben-Serien ab 1993 und Anschlägen mit Rohrbomben wurden insgesamt vier Menschen getötet. Unter den 15 Schwerverletzten war Wiens damaliger Bürgermeister Helmut Zilk. 1999 wurde Franz Fuchs als „BBA“-Kopf inhaftiert, er nahm sich 2000 das Leben.

Deutschland – 13 Tote: Auch das Oktoberfestattentat war ein Terroranschlag mit rechtsextremistischem Hintergrund. Am 26. September 1980 starben 13 Menschen bei der Explosion einer Bombe am Haupteingang des Münchner Oktoberfests, mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Anschlag gilt als schwerster Terroranschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ob der von den Behörden als Einzeltäter bezeichnete Bombenleger Gundolf Köhler tatsächlich allein verantwortlich war, ist umstritten. Mehrfach wurde von verschiedenen Seiten vergeblich versucht, eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu bewirken.
Jahresrückblick 1980 – Terror von Rechts
10.11.2010

Italien – 85 Tote: In Bologna wurde am 2. August 1980 ein Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof verübt. 85 Menschen kamen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt. Drei Rechtsextremisten wurden zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Gericht in Bologna zeigte sich überzeugt, dass die Tat nur durch vielfältige Verbindungen zwischen Terroristen, einer Geheimloge und staatlichen Institutionen möglich gewesen sei. Im Jahr 1990 hob ein Berufungsgericht die Haftstrafen auf.
Dutzende Tote durch rechtsextreme Gewalttaten

Zudem wurden in Deutschland seit der Wiedervereinigung Dutzende Menschen bei rechtsextremen Gewalttaten getötet. Die Angaben schwanken zwischen 46 Opfern, so die Angabe der Bundesregierung, und 147 Toten. Diese Zahl basiert auf Recherchen von Journalisten der Zeitungen „Der Tagesspiegel“ sowie „Der Zeit“. Bei einer Serie von Brandanschlägen Anfang der 1990er-Jahre wurden mehrere Menschen getötet, in Solingen waren es 1993 allein zwei Frauen und drei Mädchen.
Interview

Rassistische Gewaltwelle vor 20 Jahren
Noch immer gebe es No-Go-Areas für dunkelhäutige Menschen, meint Uwe-Karsten Heye. [mehr]
Gedenken an die Opfer auf Utöya [C. Buckenmaier, ARD Oslo]

 

 

http://www.tagesschau.de/inland/rechtsterrorismus100.html

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