Diskriminierung von Frauen ist weltweit die am meisten verbreitete Form der Ausgrenzung: Könnten Frauen in sämtlichen Bereichen arbeiten und alle Berufe ausüben, liesse sich die Produktivität in manchen Ländern um 25 Prozent steigern.Frauen sind 40 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung, 43 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte, über 50 Prozent der Studierenden – So haben Frauen und Mädchen in vielen Ländern eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate. Und bei der Entlöhnung und der Vertretung in höheren Ämtern der Politik und Wirtschaft gibt es sowohl in den Entwicklungsländern als auch in den Industrieländern markante Unterschiede zwischen den Geschlechtern

22. November 2011, 18:01, NZZ Online

Ungenutzte weibliche Wirtschaftskraft

Bericht der Weltbank deckt Folgen der Geschlechterungleichheit auf

Frauen verkaufen in Monrovia, Liberia, getrockneten Fisch. (Bild: Reuters)ZoomFrauen verkaufen in Monrovia, Liberia, getrockneten Fisch. (Bild: Reuters)

Die Gleichstellung der Geschlechter könnte in vielen Ländern zur volkswirtschaftlichen Produktivität und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der nächsten Generation beitragen. Zu diesem Schluss kommt der Weltentwicklungsbericht 2012.

zas. Könnten Frauen in sämtlichen Bereichen arbeiten und alle Berufe ausüben, liesse sich die Produktivität in manchen Ländern um 25 Prozent steigern. So heisst es in einem Bericht der Weltbank, der dem Thema «Gleichstellung der Geschlechter und Entwicklung» gewidmet ist.

In Malawi und Ghana zum Beispiel könnten die Maiserträge um ein Sechstel gesteigert werden, wenn die Bäuerinnen den gleichen Zugang zu Düngemitteln hätten wie die Männer. Das schreibt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) in einer Mitteilung.

Lebensbedingungen von Frauen haben sich geändert

Laut dem im September in Washington lancierten Entwicklungsbericht haben sich die Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen in den letzten 25 Jahren stark geändert. Fortschritte wurden bei der Schulbildung, der Lebenserwartung und der Teilhabe am Erwerbsleben erzielt.

Weltweit stellen Frauen laut der Deza über 40 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung, 43 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte und über 50 Prozent der Studierenden an den Universitäten.

Die Rolle der Weltbank

zas. Die Weltbank wurde im Juli 1944 gleichzeitig mit dem Internationalen Währungsfonds (IMF) in Bretton Woods gegründet. Ihr ursprüngliches Mandat, den Wiederaufbau Europas zu unterstützen, hat sich seither stark ausgeweitet. Die Finanzinstitution übernimmt heute eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Armut. Jährlich fliessen den Entwicklungsländern zwischen 20 – 30 Mrd. Dollar zu. Die Weltbank erntet aber auch Kritik: Nichtstaatliche Organisationen, wie zum Beispiel Greenpeace, werfen ihr vor, die treibende Kraft der Globalisierung zu sein, indem sie die Öffnung der Märkte und die Privatisierungen in Entwicklungsländern seit Jahrzehnten fördert – ohne Rücksicht auf allfällige soziale oder ökologische Folgen. Die Schweiz ist seit 1992 Mitglied der Weltbank.

Diskriminierung von Frauen meistverbreitete Form der Ausgrenzung

Trotzdem bestehen nach wie vor Ungleichheiten: So haben Frauen und Mädchen in vielen Ländern eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate. Und bei der Entlöhnung und der Vertretung in höheren Ämtern der Politik und Wirtschaft gibt es sowohl in den Entwicklungsländern als auch in den Industrieländern markante Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Die Deza ist überzeugt, dass die Diskriminierung von Frauen weltweit die am meisten verbreitete Form der Ausgrenzung darstellt und dass ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern zu den Ursachen von Armut und politischer Instabilität gehören.

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