Castor-Gleise in Frankreich blockiert Vor dem Start des Atommülltransports gehen Polizisten mit Tränengas gegen Demonstranten vor Im französischen Valognes ist es angesichts der Castor-Transporte zu Zusammenstössen zwischen französischen Anti-Atom-Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Castor-Gleise in Frankreich blockiert
Vor dem Start des Atommülltransports gehen Polizisten mit Tränengas gegen Demonstranten vor
Im französischen Valognes ist es angesichts der Castor-Transporte zu Zusammenstössen zwischen Anti-Atom-Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Tränengas ein. (Bild: Reuters)
Im französischen Valognes haben Aktivisten kurz dem Start des Castor-Transports die Gleise blockiert. Polizisten sind mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Es wird erwartet, dass der Transport mit hochradioaktivem Müll am frühen Nachmittag in La Hague startet.

koa. /(ddp) Kurz vor dem Start des Castor-Zuges vom französischen La Hague nach Gorleben haben französische Aktivisten die Gleise in Valognes blockiert. «Mehrere Dutzend Atomkraftgegner befinden sich seit dem frühen Morgen direkt auf den Gleisen», berichtet Philippe Guitier von der Zuggewerkschaft Sud Rail.

Die Generalversammlung des Aktions-Camps mit rund 500 Teilnehmern hätte zuvor beschlossen, die Zugfahrt «friedlich zu behindern». Nach Angaben der französischen Anti-Atom-Organisation «Sortir du nuclaire» sei die Polizei mit Tränengas und «brutaler Gewalt» gegen die Demonstranten vorgegangen. Sieben Menschen seien festgenommen worden.
Von früherem Start gesprochen

In den vergangenen Tagen haben sich mehrere hundert Protestanten getroffen, um den dreizehnten Castor-Transport zu blockieren, dessen Start für Mittwochnachmittag angekündigt war. Am Dienstagabend hatte der französische Atomtechnik-Konzern Areva von einem früheren Start gesprochen.

Die Demonstranten glauben hingegen, der Zug werde wie ursprünglich geplant um 14 Uhr 30 in Valognes nahe der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague starten. Der Zug könnte dann drei verschiedene Routen nehmen: Die eine führe ab Amiens in den Norden und würde dann am Donnerstag entweder um 10 Uhr 40 Uhr in Forbach, um 12 Uhr 32 in Kehl oder um 13 Uhr in Lauterburg die deutsche Grenze überqueren. Diese Zeiten gelten auch für Freitag, sollte der Castor-Transport doch erst am Donnerstag losfahren.

Video: Im französisches Valognes laufen die Vorbereitungen für den Castor-Transport

(Reuters)

Gorleben nie als Endlager bestimmt

Die Grünen in Deutschland kritisierten unterdessen, dass der Salzstock im niedersächsischen Gorleben nie in einem wissenschaftlichen Auswahlverfahren zum möglichen Atommüllendlager bestimmt worden sei. Zu diesem Schluss komme die Partei in einem Zwischenbericht zum Bundestagsuntersuchungsausschuss, berichtete die «Berliner Zeitung».

Damit verbiete sich jeder weitere Castor-Transport nach Gorleben, sagte die Grünen-Politikerin Sylvia Kotting-Uhl dem Blatt. «Gorleben wurde politisch willkürlich und unter grossem Druck ausgewählt», meinte sie. Da jeder zusätzliche Atommülltransport nach Gorleben den Druck erhöhe, den Salzstock zum Endlager zu küren, müssten die Atomkraftwerkbetreiber die Zwischenlagerung des Mülls an den AKW-Standorten beantragen.
Unter dem Motto «Südblockade» Zug aufhalten

Ziel des dreizehnten Castor-Transports von La Hague nach Gorleben in Niedersachsen ist ein 15 Hektar grosses, von Erdwall und Betonzaun umschlossenes Areal im Wald. Das Gelände des Zwischenlagers Gorleben beherbergt ein Abfalllager mit schwach und mittel aktivem Atommüll, eine sogenannte Pilotkonditionierungsanlage und das Castor-Lager. Das Zwischenlager wird von der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) betrieben, die den AKW-Betreibern gehört.

Am 1. November hatte das niedersächsische Umweltministerium die Bewilligung für den diesjährigen Castor-Transport nach Gorleben angekündigt. Die Einlagerung elf weiterer Atommüllbehälter wurde genehmigt. Entlang der 1200 Kilometer langen Strecke sind von Aktivisten zahlreiche Proteste geplant. In Süddeutschland wollen Aktivisten den Zug unter dem Motto «Südblockade» gleich nach dem Übertritt von Frankreich nach Deutschland stoppen.

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