Fünf Meter hoch, rasiermesserschafre Klingen und Widerhaken, dreifacher Stacheldraht, Radargeräte: Israel baut einen monströser Wall an der Grenze zu Ägypten, es braucht 15 Prozent des israelischen Metalls!

Konflikt in Nahost
Israel errichtet riesigen Grenzwall zu Ägypten

An der Grenze zu Ägypten baut Israel mit Hochdruck an einer monströsen Grenzanlage. Bis zum nächsten Monat wird der Wall sich auf einer Länge von hundert Kilometern erstrecken – Fünf Meter hoch und versehen mit rasiermesserscharfen Klingen und Widerhaken.

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Die stark bewachte Grenze zwischen Israel und Ägypten
© DPA

Während das ägyptische Militär mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo vorgeht, schiebt Israel Überstunden, um ein monströses Bauwerk an der Grenze zu Ägypten fertigzustellen. „In einem Monat wird die Grenzanlage auf einer Länge von hundert Kilometer stehen“, sagt ein ranghoher Offizier des israelischen Kommandos Süd. Bis Ende 2012 soll sich der Bau längs der 240 Kilometer langen Grenze bis hin nach Kerem Schalom ziehen, einem israelischen Grenzübergang nahe dem südlichen Gazastreifen.
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Kerem Schalom ist hebräisch und bedeutet Weinberg des Friedens. Dort in der Nähe nahm ein palästinensisches Kommando im Juni 2006 den israelischen Obergefreiten Gilad Schalit gefangen – eine Reaktion auf die Entführung zweier Zivilisten durch israelische Soldaten im Gazastreifen. Die Israelis reagierten, indem sie die Pipeline mit Kraftstoff für Gaza unterbrachen, alle Grenzübergänge schlossen und den Gazastreifen erneut aus der Luft und mit Artillerie angriffen. Erst im Oktober dieses Jahres kam Schalit wieder frei.

„Für uns ist das immer noch eine Friedensgrenze“ sagt der ranghohe israelische Offizier. Beim alten israelisch-ägyptischen Grenzübergang Netafim, 20 Kilometer nördlich des Badeorts Eilat an Israels Südspitze zeigt er auf das Wrack eines Busses, der bei einer Angriffsserie im August durch Schüsse durchlöchert wurde.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sprach damals von einem „koordinierten Terrorangriff“, der vom Kontrollverlust der ägyptischen Sicherheitskräfte über die Sinai-Halbinsel zeuge. Bei den Angriffen auf mehrere Fahrzeuge und anschließenden Schusswechseln starben acht Israelis, sechs Angreifer und fünf ägyptische Polizisten. Die Folge war eine Krise in den ägyptisch-israelischen Beziehungen.

In 200 Meter Entfernung spielt ein Dutzend ägyptischer Soldaten in Khaki-Kluft Fußball. Der Wachtturm des ägyptischen Armeepostens ist in den Nationalfarben schwarz, weiß, rot gestrichen.

Auf israelischer Seite machen Planierraupen, Bulldozer und Betonmischmaschinen inmitten von Staubwolken einen ohrenbetäubenden Lärm. Entlang der sogenannten Route 12, die durch eine zerklüftete Landschaft führt, nimmt die Grenzanlage zusehends Gestalt an. Täglich um etwa 800 Meter wachsend, tritt sie an die Stelle der alten Markierung aus Grenzsteinen sowie zwischen Pfosten gespanntem Stacheldraht, der häufig durchhängt.

Die fünf Meter hohe Grenzbefestigung mit rasiermesserscharfen Klingen und Widerhaken wird ein Meter tief in den steinigen Boden versenkt und ist so gegen Durchkriechen gesichert. Sie wird gesäumt von einem dreifachen Stacheldrahtnetz sowie einer Piste aus Sand und einer aus Asphalt. Antennen, Sensoren, Überwachungskameras und Radargeräte ergänzen das Bauwerk. Dieses Jahr hat die Anlage 15 Prozent des israelischen Metallverbrauchs verschlungen. Das Budget liegt bei 1,35 Milliarden Schekel (270 Millionen Euro).

Das Militär stockte seine Präsenz in dem Gebiet erheblich auf. Dem Offizier zufolge wurden „gestählte Einheiten mit gepanzerten Fahrzeugen“ stationiert. Die Zahl der Beobachtungsposten und Radargeräte wurde vervielfacht, sodass die Armee besser als schnelle Eingreiftruppe tätig werden kann. Zwei Heißluftballons, die das Gebiet überfliegen, dienen der zusätzlichen Überwachung.

Derzeit ist die Grenze aber noch durchlässig. „Davon profitieren die Beduinen vom Sinai“, sagt der Offizier. „Für jeden Afrikaner, den sie durchschleusen, kriegen sie 2200 Euro.“ Im vergangenen Jahr kamen etwa 14.000 Migranten ohne gültige Papiere über die Grenze nach Israel, hauptsächlich Eritreer. Nur sieben Prozent von ihnen wurden als politische Flüchtlinge anerkannt. „Allein im Oktober haben wir tausend Illegale festgenommen“, sagt der Offizier. Dazu kommen die Schmuggler. Außer Drogen und Zigaretten werden manchmal auch Telekommunikationsgeräte beschlagnahmt, außerdem für den Gazastreifen bestimmte Waffen oder Sprengstoff.

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