Saudi-Arabien erschießt erneut junge Demonstranten – benachteiligte schiitische Minderheit fordert Gleichberchtigung – Schiiten haben im mehrheitlich sunnitischen Land keine Relgionsfreiheit – Absolutistische Monarchie, mit Waffen aus Deutschland und den USA stark gemacht, unterdrückt Demonstrationsfreiheit!

Vier Tote bei Protesten von Schiiten

24. November 2011 14:08
  • Artikelbild: Das Bild stammt aus dem März dieses Jahres, als Shiiten in Qatif mehr Rechte und die Freilassung von Gefangenen einforderten.  - Foto: AP/dapd

    Das Bild stammt aus dem März dieses Jahres, als Shiiten in Qatif mehr Rechte und die Freilassung von Gefangenen einforderten.

  • Artikelbild: Auch dieses Foto wurde im März dieses Jahres in Qatif aufgenommen. Laut einem anonymen Augenzeugen schoss die Polizei in die Menge.  - Foto: AP/dapd

    Auch dieses Foto wurde im März dieses Jahres in Qatif aufgenommen. Laut einem anonymen Augenzeugen schoss die Polizei in die Menge.

  • Artikelbild - Quelle: derStandard.at/Stepmapvergrößern 640×640

Die schiitische Minderheit fordert gleiche Rechte – Demonstrationen in der Ostprovinz wurden schon im März blutig niedergeschlagen

Saudi-Arabien tauchte in den vergangenen Tagen als neutrales Territorium in den Schlagzeilen auf. In der Hauptstadt Riad unterzeichnete der jemenitische Präsident Saleh ein Abkommen mit der Opposition, in dem sich beide Seiten auf die Machtübergabe einigten. Saleh tritt ab, übergibt an seinen Vize und bekommt dafür Immunität.

Vier Tote bei Protesten von Schiiiten

Die absolutistische Monarchie Saudi-Arabien geht mit Protesten im eigenen Land freilich wenig zimperlich um: Seit Montag dieser Woche sind in Qatif in der ölreichen und mehrheitlich schiitischen Ostprovinz insgesamt vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei junge Männer wurden bei einer Demonstration von Schiiten, der islamischen Glaubensrichtung, die in Saudi-Arabien eine Minderheit darstellt, erschossen. Neun weitere Demonstranten sind bei den Ausschreitungen in Qatif verletzt worden, darunter eine Frau und zwei Angehörige der Sicherheitskräfte. Zwei Männer starben beim Begräbnis von einem der Erschossenen.

Das Innenministerium hat „ausländische Kräfte“ für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht, was allgemein als Hinweis auf den schiitischen Iran verstanden wird.

Keine Religionsfreiheit

Schiiten werden im mehrheitlich sunnitischen Saudi-Arabien an der Ausübung ihres Glaubens gehindert, dürfen keine eigenen Moscheen bauen, haben im Staatsdienst kaum Aufstiegschancen und auch schiitischer Religionsunterricht ist untersagt. Zwischen zehn und 15 Prozent der insgesamt 27 Millionen Saudis sind Schiiten.

Religionsfreiheit ist in Saudi-Arabien praktisch nicht existent. Auf Missionarstätigkeiten steht die Todesstrafe. Bis 2004 war Juden die Einreise untersagt. Die Ausübung anderer Religionen ist nur in privaten Räumen gestattet. Dieses Recht ist allerdings nirgends verschriftlicht und wird von der Religionspolizei auch nicht immer toleriert.

Proteste im März mit Gewalt beendet

Die Schiitische Minderheit fordert immer wieder das Ende der Benachteiligungen und Gleichstellung mit der sunnitischen Mehrheit. Von den Protesten zu Beginn der Woche gibt es keine Bilder und auch Informationen über die Zahl der Teilnehmer an den Demonstrationen sind nicht vorhanden.
Bereits im März dieses Jahres, als sich im Rückenwind der Ereignisse in Tunesien und Ägypten auch Demonstranten in Saudi-Arabien trauten, Kritik am Regime öffentlich zu äußern, demonstrierten auch Schiiten für mehr Rechte und die Freilassung von Gefangenen, die ohne Gerichtsverfahren festgehalten werden. Zahlreiche Demonstranten wurden verhaftet. (APA/mka, derStandard.at, 24.11.2011)

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