Gab es im Fall Strauss-Kahn doch ein Komplott? Eine Recherche der «New York Review of Books» über die Affäre Dominique Strauss-Kahn. Damals lag Sarkozy bei den Umfragen für die französischen Präsidentschaftswahlen deutlich hinter Strauss-Kahn. Wir haben doch eine tolle Elite in Europa! Diese Leute führen Kriege, schicken unsere Kinder in Kriege! Es wird Zeit, dass da Leute mit anderen Werten hinkommen!

27. November 2011, NZZ am Sonntag
Gab es im Fall Strauss-Kahn doch ein Komplott?
Neue Verschwörungsthese in den USA
Es gibt möglicherweise Indizien, dass Dominique Strauss-Kahn doch in eine Falle getappt ist. (Bild: Reuters / Charles Platiau )
Eine Recherche der «New York Review of Books» über die Affäre Dominique Strauss-Kahn in Manhattan enthält Indizien, dass DSK in eine Falle tappte.

Andreas Mink, New York

War Dominique Strauss-Kahn das Opfer eines Komplotts, als er am 14. Mai in New York wegen der Vergewaltigung eines Zimmermädchens verhaftet wurde? Darauf deutet zumindest eine Recherche zum Fall hin, die am Samstag in der Zeitschrift «New York Review of Books» publiziert wurde.

Laut dem Artikel betrat die Hotelangestellte Nafissatou Diallo damals die Suite des Chefs des Währungsfonds IMF um 12.06 Uhr. Die New Yorker Polizei entdeckte dort vor dem Badezimmer Sperma des IMF-Chefs gemischt mit dem Speichel Diallos. Strauss-Kahn behauptet, das Zimmermädchen habe freiwillig Oralsex mit ihm gehabt. Diallo erklärte jedoch, dazu brutal gezwungen worden zu sein.

Bisher nicht bekannt war, dass Diallo vor und nach der angeblichen Vergewaltigung mehrfach ein neben Strauss-Kahns Suite liegendes Zimmer betrat. Sie hat ihre Vorgesetzten erst nach ihrer Visite in diesem Raum alarmiert. Das Sofitel gibt die Identität des möglichen Gastes dort nicht preis.

Zudem ist ungeklärt, warum das Hotel erst um 13.31 Uhr die New Yorker Polizei informierte. Zuvor unterrichtete der Sofitel-Sicherheitschef möglicherweise seinen Vorgesetzten René-Georges Querry in Paris von dem Vorfall. Dieser steht Nicolas Sarkozy nahe, der damals bei den Umfragen für die französischen Präsidentschaftswahlen deutlich hinter Strauss-Kahn lag. René-Georges Querry befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu einem Fussballspiel, das er sich gemeinsam mit Sarkozy anschauen wollte.

Laut dem Bericht betrat ein zweiter Hotelangestellter die Suite von Strauss-Kahn gleichzeitig mit Diallo. Dieser verweigerte bisher die Aussage. Diallo kam gegen 12.50 Uhr mit zwei Sofitel-Managern in die Suite zurück. Die Männer haben danach einen «dreiminütigen Freudentanz» aufgeführt, den Überwachungskameras festgehalten haben. Rätselhaft ist zudem der Verbleib des Blackberrys von Strauss-Kahn. Dieser hatte am Morgen des 14. Mai aus Paris die Information erhalten, sein Gerät sei gehackt worden. Er hat das Handy im Sofitel vergessen und sich kurz vor seinem Abflug nach Paris aufgeregt im Hotel danach erkundigt. Das Handy wurde bisher nicht gefunden, wurde aber laut dem Betreiber um 12.51 Uhr deaktiviert, ein Eingriff, der nur Technikern möglich ist.

Strauss-Kahn wurde im August aufgrund von Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit von der New Yorker Staatsanwaltschaft entlassen.

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