Millionen streiken gegen Entlassungen und Rentenkürzungen: 710.000 Stellen will die englische Regierung noch streichen! In Großbritannien herrscht jetzt schon Rekordarbeitslosigkeit, vor allem auch unter jungen Leuten

Protest gegen Sparmaßnahmen

Großbritannien – 24 Stunden im Streik

In Großbritannien hat der größte Streik im öffentlichen Dienst seit mehr als 30 Jahren begonnen. Insgesamt sind gut zwei Millionen Beschäftigte aufgerufen, aus Protest gegen Sparmaßnahmen und Rentenkürzungen die Arbeit niederzulegen.

Krankenschwestern, Rettungssanitäter und Mitarbeiter öffentlicher Verkehrseinrichtungen gehörten zu den Ersten, die bereits ab Mitternacht die Arbeit niederlegten.

Streikender in London (Foto: Reuters)Großansicht des BildesEin streikender vor der City Hall: „Jeder verdient eine angemessene Pension“Gewerkschafter bereiten Streikplakate vor. (Foto: AFP)Großansicht des BildesGut präpariert: Gewerkschafter bereiten Plakate und Ballons für den Protesttag vor.

Verspätungen bei Bussen, Zügen und Flügen

Als Auswirkungen wird mit massiven Behinderungen im Nah- und Fernverkehr gerechnet. Am Morgen hielten sich die Einschränkungen laut Medienberichten noch in Grenzen.

Auch an Europas größtem Flughafen London-Heathrow dürfte es zu Verspätungen kommen. Dort streikt das Abfertigungspersonal an der Passkontrolle. Der Flughafen hatte die Gesellschaften gebeten, ihre Flugzeuge nicht voll zu besetzen, um den Andrang bei der Passkontrolle zu mildern. Wie die BBC berichtete, waren morgens rund zwei Drittel der Schalter besetzt. Insgesamt werde über den Tag mit 20.000 Passagieren weniger gerechnet.

  • Streik im öffentlichen Dienst gegen Sparprogramm
    tagesschau 15:00 Uhr, 30.11.2011 [Sonia Kennebeck, ARD London]
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Zudem bleiben voraussichtlich bis zu 90 Prozent der Schulen geschlossen, das heißt für fünf Millionen Kinder fällt der Unterricht aus. Auch die Müllabfuhr wird bestreikt.

Audio: Größter Streiktag seit Jahrzehnten in Großbritannien

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AudioJochen Spengler, DLR/DLF-Hörfunkstudio London30.11.2011 11:10 | 4’00

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Protest gegen ein Jahr länger arbeiten

Die Gewerkschaften kämpfen dagegen, dass die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes künftig ein Jahr länger auf den Ruhestand warten müssen und mehr in die Rentenkassen einzahlen sollen. Die Regierung wirft ihnen vor, damit in wirtschaftlich schweren Zeiten unnötig weitere Probleme zu verursachen.

Nach Ansicht von Großbritanniens Finanzminister George Osborne werden die Streiks nichts bringen. Es sei einfach kein zusätzliches Geld zu verteilen. „Dieses Land muss einige harte Maßnahmen treffen, um mit seinen Schulden fertig zu werden“, erklärte Osborne. Er forderte die Gewerkschaften auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Osborne prognostiziert harte Jahre

George Osborne (Foto: dpa)Großansicht des BildesStimmt die Briten auf düstere Wirtschaftsaussichten ein: Finanzminister OsborneBereits tags zuvor hatte Osborne in seinem Herbst-Statement harte Jahre mit geringem Wirtschaftswachstum für das Königreich angekündigt. Im laufenden Haushaltsjahr 2011/2012 müssten 127 Milliarden Pfund (149 Milliarden Euro) neue Schulden aufgenommen werden.

Frühestens 2015 können den Zahlen zufolge die Maastricht-Kriterien der EU zur Staatsverschuldung wieder erfüllt werden.

Parallel dazu gab das Office for Budget Responsibility (OBR) bekannt, dass bis 2017 im öffentlichen Dienst 710.000 Jobs abgebaut sein würden. Ursprünglich war ein Stellenabbau von 400.000 vorausgesagt worden.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/streik250.html

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