Udo Lindenberg sagt, warum er das morgige Rockkonzert „RocknRoll gegen Rechts in Jena – Für eine Bunte Republik Deutschland“ initiiert hat: „Die Nazimörder haben eine Blutspur durch unser Land gezogen. Sie sind, wie wir wissen, gut organisiert, haben Netzwerke aufgebaut. Dagegen muss man etwas tun, Zeichen setzen. Dazu gehört auch dieses große Ding jetzt in Jena.“

Kompliment von Udo Lindenberg an Jena


Sänger Udo Lindenberg freut sich auf das Konzert in Jena. Foto: Alexander Volkmann
Udo Lindenberg erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, was ihn vor dem großen Konzert am Freitag gegen Rechts bewegt. Der Rockstar freut sich auf den gemeinsamen Auftritt mit befreundeten Musikern, darunter auch dem Erfurter Sänger Clueso.
Jena. Es wird, gar keine Frage, das Konzertereignis des zert Jahres 2011 in Thüringen: RocknRoll gegen Rechts in Jena – Für eine Bunte Republik Deutschland. Ein Konzert bei freiem Eintritt in jener Stadt, die durch eine braune Terrorbande ins Zwielicht gezerrt wurde und sich laut und entschieden wehrt. Die Großveranstaltung gegen rechten Terror und für Toleranz wird morgen von 16 bis 20 Uhr in Jena auf einer Wiese in der Oberaue stattfinden.

Die Liste der Künstler, die bisher zugesagt haben, ist höchst eindrucksvoll. Sie wird angeführt von Udo Lindenberg, der das Jenaer Konzert gemeinsam mit SPD-Chef Sigmar Gabriel initiiert hat. Zu erleben sind Peter Maffay, die Band Silly mit Sängerin Anna Loos, Julia Neigel, Tony Krahl von City und Clueso aus Erfurt.

Gestern hatte unsere Zeitung Gelegenheit zu einem Gespräch mit Udo Lindenberg. Das Interview mit dem Rockstar führte Sigurd Schwager.

Vor einer Woche wusste noch niemand, dass Sie und weitere prominente Musiker morgen in Jena bei einem Konzert gegen Rechts auftreten würden. Hat Sie bei der Vorbereitung das Behördentempo überrascht?

Absolut. Ich bin überrascht und erfreut. Dass es so schnell klargemacht werden konnte, also diese ganzen Behördendinger, das hat bisher noch keine Stadt geschafft. Hier wurde echt ein Rekord aufgestellt. Ich kann nur sagen,: Mein höchstes Kompliment an Jena, an die RocknRoll-Arena Jena!

Es scheint wohl dem Ernst der Lage angemessen?

Natürlich. Die Nazimörder haben eine Blutspur durch unser Land gezogen. Sie sind, wie wir wissen, gut organisiert, haben Netzwerke aufgebaut. Dagegen muss man etwas tun, Zeichen setzen. Dazu gehört auch dieses große Ding jetzt in Jena. Um mit Brecht zu sprechen: Auch wenn es wie Asche im Munde liegt, man muss es immer wieder sagen, die Warnungen immer wieder aussprechen und immer wieder aufpassen.

Viele prominente Musiker sind Ihrem Beispiel gefolgt und treten in Jena auf.

Ich finde es ganz toll und freue mich besonders, dass auch mein Freund Clueso aus Erfurt, den ich sehr schätze, dabei sein wird.

Es gibt einen alten Song von Ihnen: RocknRoll-Arena in Jena. Stimmt es, dass Sie ihn morgen in Jena erstmals live singen werden?

Ja, ich werde das tun, aber den Text ein bisschen aktualisieren. Kleiner Auszug gefällig?

Aber gern.

Also der Text geht so: Ihr seid doch damals von Leipzig bis Jena losgezogen, um dieses Land zu befrein und nicht um euch neue Kriminelle da reinzuholen, die jetzt die alten braunen Parolen schrein.

Dieses Konzert ist jetzt wichtig, aber jetzt haben wir fast schon Winter. Sind Sie schon einmal Anfang Dezember bei einem großen Konzert im Freien aufgetreten?

Nee, wirklich nicht. Aber es muss jetzt sein. Also: warm anziehen und ordentlich Glühwein gurgeln. Vier Stunden mit viel Musik und ein paar Statements, das kriegen wir schon gemeinsam hin.

Der Anlass für das Konzert ist ein trauriger, trotzdem soll es morgen auch ein großes Fest werden.

Gemeinsam treten wir ein für Demokratie, gegen diese braune Grütze, gegen diesen braunen Sumpf. Aber es wird kein Trauerkonzert sein, sondern ordentlich mit Panik und Action zur Sache gehen. Die ganzen fröhlichen Dinger sind auch mit dabei. Da wir pragmatische Menschen sind, wissen wir, dass aus Power und Freude auch Energie erwächst. Energie, die wir brauchen im Kampf gegen diese ganze braune Nazischeiße. Ich habe doch als Kind nach dem Krieg erlebt, dass keiner dabeigewesen sein wollte. Das große Schweigen darf nie wieder passieren

Einer der beiden braunen Terroristen hat, so heißt es, Ihre Songs gemocht. Was empfanden Sie, als Sie das gehört haben?

Das hat mich mich über alle maßen sprachlos gemacht und echt geschockt. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, wenn man meine Texte kennt.

Nach dem Jenaer Auftritt kann sich die Fangemeinde in Thüringen auf das reguläre Konzert im Frühjahr freuen.

Ich freue mich genauso. Das Publikum in Thüringen ist ganz einfach wundervoll.

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Kompliment-von-Udo-Lindenberg-an-Jena-1247667031

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