Drohnenkrieg in Afghanistan Nato stationiert leise Killer im Bundeswehrgebiet

Drohnenkrieg in Afghanistan

Nato stationiert leise Killer im Bundeswehrgebiet

Von Matthias Gebauer

Drohne "Gray Eagle": Tödlich präzise

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General Atomics

Drohne „Gray Eagle“: Tödlich präzise

Sie sind unbemannt, leise und tödlich präzise: Erstmals stationiert die Nato im Gebiet der Bundeswehr in Afghanistan vier Kampfdrohnen vom Typ „Gray Eagle“. Von Masar-i-Scharif aus sollen sie mit Live-Bildern und „Hellfire“-Raketen bei der Jagd auf Taliban-Kämpfer eingesetzt werden.

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Berlin – Zur Unterstützung der meist von US-Spezialeinheiten geführten Jagd auf Taliban und andere Terrorgruppen im Einsatzgebiet der Bundeswehr können in Zukunft verstärkt bewaffnete Drohnen eingesetzt werden. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE werden ab Ende des Jahres vier unbemannte Drohnen vom Typ „Gray Eagle“ auf dem Flughafen des deutschen Camps in Masar-i-Scharif in Nordafghanistan stationiert. Sie sollen nach einer Testphase von einigen Monaten im Jahr 2012 die ersten Missionen fliegen.

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Grundsätzlich sind die unbemannten Drohnen, die mit vier Raketen vom Typ „Hellfire“ oder acht „Stingers“ bestückt werden können, in ganzAfghanistan einsetzbar. Mit rund 250 Kilometern pro Stunde können sie innerhalb von kurzer Zeit jeden Ort im Land am Hindukusch erreichen.

Aus dem Isaf-Hauptquartier war allerdings zu hören, dass die Drohnen vor allem bei den in den letzten Monaten verstärkten Operationen gegen Taliban-Kommandeure und andere Terror-Gruppen wie das Haqqani-Netzwerk im Einsatzgebiet der Bundeswehr verwendet werden sollen.

Die in Nordafghanistan eingesetzten US-Spezialkräfte haben ihre Jagd auf solche Ziele im laufenden Jahr immer mehr intensiviert. Fast jede Nacht gibt es solche Operationen. Dabei wurden in den vergangenen Monaten Dutzende mutmaßliche Taliban-Führer getötet und Hunderte festgenommen. Bei ihren Missionen werden die Special Forces fast immer durch Drohnen oder andere Aufklärungsflugzeuge unterstützt – sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Ausführungen der Operationen sind die „fliegenden Augen“ unerlässlich.

Die „Gray Eagle “ ist eine Weiterentwicklung der für ihre tödliche Präzision bekannten „Predator“-Drohne, mit der die US-Armee militärische Ziele in Häusern oder auch in fahrenden Autos angreift. Insgesamt 36 Stunden kann das unbemannte Flugzeug mit einer Spannweite von 17 Metern in der Luft bleiben. Durch die Flughöhe von bis zu 7600 Metern bleibt die knapp anderthalb Tonnen schwere Drohne am Boden fast immer unbemerkt. Meist hört man dort nur ein leichtes Surren des mit Kerosin angetriebenen Flugkörpers.

Die Hightech-Waffe ist in den letzten Jahren zu einem unersetzlichen Instrument der US-Armee geworden. Mit empfindlichen Sensoren und hochauflösenden Kameras, die Live-Bilder senden, kann sie die Spezialkräfte sowohl bei Operationen mit Luftbildern versorgen als auch direkt Raketen abfeuern. Per Joystick können Piloten am Boden jede Bewegung verfolgen, selbst in der Dunkelheit liefern Nachtsichtlinsen und Wärmesensoren gestochen scharfe Bilder aus dem Operationsgebiet.

Die Bundeswehr selbst hat mehrere Typen von unbemannten Drohnen, diese dienen allerdings nur der Überwachung und sind unbewaffnet. Die „Gray Eagle“, die nun im Camp Marmal in Masar-i-Scharif stationiert werden sollen, werden allerdings von der Kommandozentrale der Nato in Kabul geführt. Die Deutschen können über den Kommandostrang nach Kabul auch Drohnen für laufende Operationen anfordern. Dies ist vor allem bei Operationen im Raum Kunduz in der Vergangenheit mehrmals passiert. Die gezielte Jagd auf die Taliban überlässt die Bundeswehr im Norden jedoch den US-Kräften.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,801336,00.html

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