Die Spannungen zwischen Banken nehmen weiter zu – Das Misstrauen in der Schuldenkrise wird immer grösser – Alles Geld zur EZB, statt es sich untereinander auszuleihen: Derzeit stehen die Ampel für den direkten Geldhandel auf rot.

Spannungen zwischen Banken nehmen weiter zu
Das Misstrauen in der Schuldenkrise wird immer grösser
Alles Geld zur EZB, statt es sucg untereinander auszuleihen: Derzeit stehen die Ampel für den direkten Geldhandel auf rot.
Der direkte Geldhandel zwischen den Banken ist wieder erheblich ins Stocken geraten. Die Banken parkieren ihre kurzfristigen Mittel lieber bei der Europäischen Zentralbank, statt es sich gegenseitig zu leihen. Die Einlagen haben den höchsten Wert seit 1,5 Jahren erreicht.

(sda/dpa) Das europäische Bankensystem steht nach wie vor unter starker Anspannung. Am Freitag legten sowohl die eintägigen Einlagen als auch die kurzfristigen Ausleihungen der Institute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) von hohem Niveau aus noch weiter zu.

Die Einlagen stiegen von 304,4 Mrd. Euro am Vortag auf 313,8 Mrd. Euro. Dies ist der höchste Wert seit rund eineinhalb Jahren und viel mehr als üblich. Die Mittel, die sich die Geschäftsbanken über Nacht von der EZB leihen, sprangen unterdessen von 4,6 Mrd. auf 8,6 Mrd. Euro. Sie liegen damit so hoch wie seit neun Monaten nicht mehr.

Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Misstrauens-Indikator, da die Geschäftsbanken auf diese Instrumente normalerweise kaum zurückgreifen. Ausschlaggebend sind die vergleichsweise ungünstigen Konditionen über die Notenbank.

Angesichts der sehr hohen Unsicherheit wegen der Schuldenkrise nehmen die Banken entsprechende Zinsverluste aber in Kauf. Anstatt sich das Geld gegenseitig zu leihen, parken sie kurzfristige Mittel lieber bei der EZB oder legen es dort kurzfristig an.

Der direkte Geldhandel zwischen den Banken ist also – ähnlich wie in der Finanzkrise seit 2008 – wieder erheblich ins Stocken geraten.

Aus diesem Grund hatten zur Wochenmitte sechs weltweit führende Notenbanken, darunter die US-Notenbank Fed, die EZB und die Schweizerische Nationalbank, weitreichende Massnahmen ergriffen. Sie senkten zum einen den Preis für Dollar-Liquidität, da derzeit vor allem europäische Banken nur schwer Zugang zum amerikanischen Geldmarkt finden.

Darüber hinaus spannten die Zentralbanken ein Sicherheitsnetz, sollten sich die Spannungen am Interbankenmarkt auf die Liquidität in anderen Landeswährungen ausweiten.

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