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Alternative Energien

Es ist kaum zu glauben: Polen will in die Atomkraft einsteigen! Und das, nachdem das Land nach der Wende schon einmal ausgestiegen war und zwei Atom-Bauruinen hinterlassen hat. Offensichtlich sind die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima an den polnischen Verantwortlichen spurlos vorüber gegangen. Dabei hat sogar unsere schwarz-gelbe Bundesregierung gelernt, dass die Atomenergie unbeherrschbar ist.

Unser östliches Nachbarland Polen will ein eigenes Atomenergieprogramm starten und den, seit der Wende im Jahr 1989 bestehenden, Stopp für Atomkraftwerke aufheben. Sogar der Einstieg in die Wiederaufarbeitung und in die Schnelle-Brüter-Technologie sind beabsichtigt.

Im ersten Schritt wird ein strategisches Umweltprüfungsverfahren (SUP) durchgeführt. Informationen dazu sowie entsprechende Bekanntmachungen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Polen könnte sich die schlechten Erfahrungen der AKW-Staaten ersparen und ohne einen komplizierten und teuren Ausstieg aus der riskanten Atomtechnik direkt in eine regenerative nachhaltige Energieversorgung einsteigen.
In diesem Fall würde sich Polen durch „Überspringen“ einer veralteten und ohnehin befristeten Technologie einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen. Es müsste keine unkalkulierbaren Risiken auf sich nehmen und sich nicht in die Abhängigkeit von Atomkonzernen begeben.

geplante Standorte der AKWs

Unsere Regierung muss klar stellen, dass Deutschland den Aufbau von Atomprogrammen ablehnt und deshalb keinen polnischen Atomstrom importieren und auch keine Atomtechnologie exportieren wird. Eine Bürgschaft für ein polnisches Atomenergieprogramm muss ebenfalls ausgeschlossen werden. Stattdessen soll Deutschland unsere polnischen Nachbarn bei der Entwicklung und beim Aufbau regenerativer Energiequellen unterstützen.

Wir wollen schon jetzt deutlich machen, dass wir einer Erhöhung unseres Atomrisikos nicht tatenlos zusehen und uns mit allen Mitteln, die uns in der EU zur Verfügung stehen, zur Wehr setzen werden.

→ Unterschriftenliste zum Download
→ Atom-Info-Kampagne
→ Die Lügen der Atomlobby ichzeitig eingereicht werden.

http://umweltinstitut.org/akw-polen

Studie

Energiesparen macht zehn AKW überflüssig

E.on-Kraftwerk im niedersächsischen Grohnde: Schon 2020 überflüssig?

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AP

E.on-Kraftwerk im niedersächsischen Grohnde: Schon 2020 überflüssig?

Ist der Komplettausstieg aus der Kernkraft wirklich so einfach? Laut einer Studie könnte Deutschland bis 2020 auf zehn Atommeiler verzichten, wenn es seine Energie effizienter nutzt – die Bürger würden dabei viel Geld sparen.

Hamburg – Undichte Fenster, veraltete Motoren, ungenutzte Abwärme – das alles verschwendet unnötig Energie. Sogar so viel, dass man in Deutschland mit geeigneten Gegenmaßnahmen ganze zehn Atomkraftwerke abschalten könnte – und damit bis 2020 den Komplettausstieg aus der Kernkraft schaffen würde. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff). Die Deneff besteht aus Firmen, die sich auf Angebote im Energiesparsektor spezialisiert haben.

 

In ihrem Zehn-Punkte Sofortprogramm schlägt die Initiative verschiedene Maßnahmen vor, mit denen die Bundesregierung den Verbrauch in Deutschland deutlich senken könnte. Die Kosten für die Maßnahmen belaufen sich laut der Studie auf 11,64 Milliarden Euro, mehr als die Hälfte davon trägt der Staat, der Rest soll von Unternehmen und Bürgern kommen. Die eingesparten Energiekosten sollen diese Ausgaben aber mehr als ausgleichen: 19,3 Milliarden Euro spare Deutschland durch das Programm – jährlich.

Allein im Stromsektor könnten etwa durch den Austausch alter Pumpen, bessere Gebäudedämmung und effizientere Beleuchtung jährlich 68,3 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom bis 2020 eingespart werden. Das entspreche in etwa der Jahresproduktion der besagten zehn Atomkraftwerke.

 

Das größte Potential sieht die Initiative allerdings in der Gründung eines Energieeffizienzfonds. Er soll Anreize für Unternehmen bieten und über Maßnahmen zur Energieeinsparung informieren. Außerdem sollen in Deutschland sogenannte weiße Zertifikate eingeführt werden, die ähnlich funktionieren wie der Handel mit Emissionspapieren. Sprich: Sind Firmen besonders sparsam, können sie bei der Bundesregierung Zertifikate beantragen, die sie dann an nicht sparsame Unternehmen weiterverkaufen können. Laut der Initiative soll es auch eine Art Rating geben, das die Energieeffizienz verschiedener Unternehmen vergleichbar machen soll.

Neben den Einsparungen in der elektrischen Energie unterbreitet die Deneff auch Vorschläge, wie man den Wärmeverbrauch in Deutschland senken könnte: So soll die Abwärme von Kraftwerken und Fabriken besser genutzt, Gebäude saniert und Gesetze verschärft werden. Die dadurch eingesparte Wärmeenergie reiche theoretisch aus, um mit Erdgaskraftwerken so viel Strom wie mit neun weiteren Atomkraftwerken zu produzieren.

“Fast 200 Experten und Politiker werden sich in Durban/Südafrika, treffen, um über die Herausforderungen des Klimawandels zu beraten.

Auch die Zukunft des Kyoto Protokolls und die Finanzierung des grünen Klimafonds stehen auf der Tagesordnung. Jetzt bei uns ist Kumi Naidoo, Generaldirektor von Greenpeace International. Schön, dass Sie die Einladung von Euronews angenommen haben! Es gibt ja aktuell einige Differenzen in punkto Klimawandel. Wie wird man in Durban damit umgehen?”

Kumi Naidoo/Greenpeace International (KN/GI):

“Der einzige Weg, der aus der momentanen Finanzkrise führt, ist doch der, unsere globale Wirtschaft zu überdenken und neu zu erfinden. Ein Teil der Lösung besteht dabei darin, sinnvoll in grüne Technologien zu investieren, die das Potenzial haben unsere Wirtschaft nachhaltig voran zu bringen und Millionen neuer Jobs zu schaffen. Was wir aktuell sehen ist da noch etwas enttäuschend. Die Politiker handeln oft sehr kurzsichtig.”

IMS/Euronews: “Das Kyoto-Protokoll läuft 2012 aus, könnte aber bis 2015 verlängert werden, so wird es derzeit vor allem durch die EU, Australien und Norwegen diskutiert. Glauben Sie in Durban könnte der Durchbruch zur Verlängerung des Kyoto-Protokolls gelingen, solange ein neuer Vertrag noch auf sich warten lässt?”

KN/GI: “Das Kyoto-Protokoll ist eine Selbstverpflichtung der Industriestaaten, die aber bereits berücksichtigte, das es die Schwellenländer sind, die einen Großteil zur Klimakrise beisteuern. Da das Protokoll bislang die einzige rechtliche Vereinbarung ist, auf die man sich einigen konnte, wird es in Durban sicherlich nicht ad acta gelegt werden. Schon in Cancun hatten man sich auf die Verlängerung geeinigt, zu der es kommen sollte, ohne irgendwelche Lückenlösungen vereinbaren zu müssen. Die Verlängerung sollte in Durban also beschlossen werden. Wer Kyoto killen möchte, sollte wissen, das damit mehr auf dem Spiel steht, als nur die Klimaverhandlungen,- wer Kyoto killt, verpasst dem kompletten multilateralen System der UN einen ernsten Schlag.”

IMS/Euronews: “Japan, Kanada und Russland vertreten die Auffassung, dass China und Indien sich zu anspruchsvolleren Zielen verpflichten sollten, da sie stärker die Umwelt verschmutzen und höhere Wachstumsraten haben, als Andere. Es gibt also einige Differenzen zwischen den Staaten der nördlichen Hemisphäre und denen der südlichen. Wie kann man da einen Kompromiss finden?”

KN/GI: “Wir leben in einer Welt, in der noch zu große Unterschiede zwischen Nord und Süd bestehen, zwischen Ost und West, Industrie- und Entwicklungsländern. Der Klimawandel macht es deutlich: entweder wir bekommen es gemeinsam auf die Reihe, arme UND reiche Länder tun sich zusammen und schützen die Umwelt für künftige Generationen oder…

…wir müssen einen hohen Preis dafür zahlen, versagt zu haben. Die armen Länder sicher erstmal mehr als die reichen – am Ende wird aber die ganze Welt betroffen sein. Die Frage wird also sein, ob es gelingt, die nationalen Egoismen hintenan zu stellen und zu überwinden. Es liegt im Interesse Aller, zu schnellen Entscheidungen zu kommen, da uns die Zeit davonläuft, um einen katastrophalen

Klimawandel überhaupt noch aufzuhalten.”

IMS/Euronews: “Unabhängig vom politischen Willen geht es aber auch immer ums Geld. Die EU sagt, sie hätte bereits 6 Milliarden Dollar des insgesamt 30 Milliarden Dollar starken Klimafonds bereitgestellt. Dies gilt aber nur bis 2012. Wie kann man die Finanzierung des Fonds langfristig sichern? Muss er künftig auch für private Investoren geöffnet werden?”

KN/GI: “Es gibt durchaus Stimmen, die sagen, dass es möglich sein sollte, angesichts der Riesenbailoutprogramme für Banken im Zuge der Finanzkrise auch die 100 Milliarden für den Klimaschutz zusammen zu bekommen, zu denen die Welt sich in Kopenhagen verpflichtet hat, um die Entwicklungsländer zu unterstützen. Bei den G20-Ländern haben Organisationen wie Greenpeace durchaus fundierte Vorschläge erarbeitet, wie die Finanzierung sichergestellt werden könnte. Denkbar wäre zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, mit der man wohl so 50, 60 Millliarden im Jahr zusammenbekäme – dazu ist nur der politische Wille notwendig. Das könnte nicht nur den Klimafonds finanzieren, es könnte auch dazu beitragen, die ins Kraut schießenden Spekulationen auf den Finanzmärkten einzudämmen.”

IMS/Euronews: “Es besteht die Hoffnung, grüne Technologien könnten Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln. Könnten Sie dafür vielleicht ein paar ermutigende Beispiele nennen (in welchen Bereichen es so etwas schon gibt)?”

KN/GI: “Einen großen Investitionsschub gab es zuerst mal bei den regenerativen Energien, da sind auch viele neue Arbeitsplätze entstanden. In Deutschland haben beispielsweise 30 Tausend Menschen im Bereich Kernenergie gearbeitet, aus der man jetzt glücklicherweise aussteigt. An deren Stelle rücken nun die regenerativen Energien, hier entstehen rund 300 Tausend neue Jobs. Wer also jetzt auf grüne Technologien setzt, setzt auf die Zukunft.Wir sagen: vergesst das Wettrüsten oder den Wettlauf in der Raumfahrt! Das einzige was zählt, ist der grüne Wettlauf.”

IMS/Euronews: “Kumi Naidoo, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben für Euronews. Wir werden auf jeden Fall aus Durban berichten, wo Politiker und Experten über die Zukunft des Planeten entscheiden.”

Banken investieren massiv in den Klimakiller Kohle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion
Mittwoch, den 30. November 2011 um 12:06 Uhr
bankrolling_100Berlin. – Die Deutsche Bank zählt zu den weltweit sechs Banken, die am stärksten in die klimaschädliche Kohle investieren. Auch die UniCredit/HVB, die Commerzbank, die Allianz sowie die beiden Landesbanken WestLB und LBBW sind jeweils mit Milliardensummen im Abbau oder bei der Verbrennung von Kohle engagiert. Dies geht aus der am Mittwoch in Durban, Berlin und Nijmegen veröffentlichten Studie „Bankrolling Climate Change“ hervor.

Kern der Studie, die von „urgewald“ und weiteren Umweltorganisationen veröffentlicht wurde, ist ein Ranking von 93 Banken, die weltweit mit den größten Beträgen an der Finanzierung von Kohleprojekten beteiligt sind. Mit einem Kohleportfolio von 16,5 Milliarden Euro führt die US-Bank JP Morgan Chase das Ranking an. Die Deutsche Bank folgt laut Studie mit einem Engagement von 11,5 Milliarden Euro an weltweit sechster Stelle. Betrachte man nur das Engagement im Kohlebergbau, stehe die Deutsche Bank weltweit sogar an zweiter Stelle, so urgewald. Insgesamt fallen in dem Ranking 20 deutsche Banken als Klimasünder auf.

„Wir haben die Kohlefinanzierung untersucht, weil Kohlekraftwerke die größte Quelle für CO2-Emissionen sind“, erklärte Heffa Schücking von urgewald, Hauptautorin der Studie. „Erschreckenderweise zeigt unsere Untersuchung, dass sich die Kohlefinanzierung seit Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls fast verdoppelt hat, obwohl die katastrophalen Folgen des Klimawandels immer offensichtlicher werden.“

Neben den drei großen Privatbanken Deutsche Bank, Unicredit/HVB und Commerzbank sind in dem Ranking von Kohleinvestoren auch Landesbanken und die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie zahlreiche Kreditinstitute aus dem Sparkassen- und Genossenschaftssektor prominent vertreten. Allein die Landesbanken hätten seit 2005 rund 4,4 Milliarden Euro in den Kohlesektor investiert, heißt es in der Studie.

„Wir haben ganz bewusst die Investitionstätigkeit der Banken seit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls im Jahr 2005 untersucht: Seitdem kann es keinerlei Entschuldigung mehr geben, noch weiter in Kohle zu investieren. Unsere Zahlen belegen, dass die Nachhaltigkeitserklärungen deutscher Banken zum Thema Klima nur heiße Luft sind“, sagte Schücking. So bezeichne sich die Deutsche Bank als „Klimabotschafter“, die Unicredit/HVB „bekräftigt ihr Engagement zur Erreichung der im Kyoto-Protokoll erreichten Ziele“, und die Commerzbank schreibe auf ihrer Website: „Klimawandel erfordert entschlossenes Handeln.“

Besonders absurd erscheine das Geschäftsgebaren der KfW, kritisierte urgewald. Die staatliche Bank, die aus Klimaschutzgründen beispielsweise Solaranlagen oder Wärmedämmungen fördert, sei mit insgesamt rund 540 Millionen Euro im Kohlesektor engagiert. Dabei heiße es auf der Internetseite der KfW: „Dem Klimawandel nichts entgegenzusetzen und weiterzumachen wie bisher (…) würde fundamental gegen Menschheitsinteressen verstoßen. Nur grundlegendes, schnelles und gemeinsames Umsteuern kann die schlimmsten Folgen verhindern.“

Die KfW und andere staatliche Förderbanken verteidigten ihr Engagement im Kohlesektor häufig mit der Begründung, sie investierten in Kraftwerke mit besonders hohem Wirkungsgrad, berichtete urgewald. Unterschlagen werde dabei jedoch, dass es sich häufig um gigantisch dimensionierte Kraftwerke handele und dass selbst das modernste Kohlekraftwerk in seinem Lebenszyklus Hunderte Millionen Tonnen CO2 freisetze. So werde allein das von der KfW unterstützte 4.800 MW Kohlekraftwerk Kusile in Südafrika den CO2 Ausstoß des südafrikanischen Energiesektors um fast 13 Prozent steigern.

Mit der Studie liege erstmals eine umfassende Untersuchung darüber vor, wie international führende Banken zum Klimaproblem beitragen, so urgewald. „Nun können sich die Banken nicht mehr hinter schönen Klimaworten euerbare ergien und Energieeffiziens!Enverstecken, sondern ihre Kohle-Portfolios sind erstmals vergleichbar“, sagte Schücking. Die Studie wurde gemeinsam von der deutschen NGO urgewald, den beiden NGOs groundWork und Earthlife Africa aus Südafrika und dem internationalen NGO-Netzwerk BankTrack mit Sitz in Nijmegen veröffentlicht.

Mit der Studie wollen die Organisationen nun Druck auf die Banken ausüben. „Pläne für neue Kohlekraftwerke und Kohleminen treffen weltweit auf entschlossenen Widerstand. Dieser Widerstand richtet sich zunehmend auch gegen Banken. Wer also neue Kohlekraftwerke finanziert, holt sich den Protest vor die eigene Bankzentrale“, sagte Mona Bricke von der Anti-Kohlekampagne der klima-allianz deutschland, einem Netzwerk von mehr als 110 deutschen Verbänden, Kirchen und NGOs. „Wenn Banken verantwortliche Klimaakteure werden wollen, müssen sie aufhören, Kohle zu finanzieren und ihr Portfolio hin zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ändern.“

Die Studie ist auf der urgewald-Website www.urgewald.orgverfügbar.

Tags: Banken :: Klima