Archiv

Atombomben

Israels mörderische Sabotage-Strategie

Von Ulrike Putz, Beirut
AFP

Irans Nuklearanlage Buschehr: „Israel antwortet nicht“

Ein Nuklearforscher nach dem anderen fällt in Iran einer Mordserie zum Opfer. Will der Mossad so den Bau einer iranischen Atombombe sabotieren? Israel dementiert das nicht. Noch rigoroser wollen israelische Generäle vorgehen: Sie fordern immer vehementer einen Luftangriff.

Unschuld beteuert man anders: „Israel antwortet nicht“, sagte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak, als er Anfang vergangener Woche gefragt wurde, ob sein Land in den jüngsten Mord an einem iranischen Atomwissenschaftler verwickelt sei. Das Lächeln, das dabei seine Lippen umspielte, dürfte wohlkalkuliert gewesen sein. Israel lässt den Verdacht, es stecke hinter einer Mordserie an Physikern des umstrittenen iranischen Atomprogramms, gern im Raum stehen.

ANZEIGE

Dass Israel hinter dem Anschlag auf Dariusch Rezaie in Teheran steckt, wird in der Schattenwelt der Geheimdienste kaum bezweifelt: „Das war die erste laute Aktion des neuen Mossad-Chefs Tamir Pardo“, sagte ein Informant aus israelischen Geheimdienstkreisen zu SPIEGEL ONLINE.

Am vorvergangenen Samstag wurde Rezaie zum vorerst letzten Opfer einer mysteriösen Anschlagserie, mit der Unbekannte seit nunmehr 20 Monaten die Physiker-Elite der Islamischen Republik dezimieren. Der 35-Jährige wurde vor dem Kindergarten seiner Tochter im Osten Teherans von tödlichen Schüssen in den Hals getroffen. Iranische Medien sprachen von zwei Tätern, die auf einem Motorrad entkommen konnten.

Rückschlag für das iranische Atomprogramm

Wer war der Mann, der vor den Augen seiner Frau und Tochter erschossen wurde? Israelische Medien berichteten, der Doktor der Physik habe an der Entwicklung eines Zünders für Atombomben gearbeitet. Er sei täglich in einem Forschungszentrum für Nuklearwissenschaften im Norden Teherans gesehen worden.

Ein Repräsentant eines Mitgliedsstaats der Atomenergiebehörde IAEA in Wien sagte der Nachrichtenagentur AP, das Mordopfer habe tatsächlich an der Entwicklung einer Schaltung gearbeitet, wie sie in Zündern von Atombomben zum Einsatz komme.

Dass Rezaies Tod das Atomprogramm Irans empfindlich trifft, ließ sich aus den offiziellen Reaktionen des Landes ablesen: Kazem Dschalai, Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats des Parlaments, wetterte, der Mord an iranischen Physikern zeige die „Verzweiflung“ der USA und Israels angesichts der nuklearen Ambitionen Teherans.

Rezaie ist seit Beginn 2010 der dritte iranische Atomphysiker, der seinen Beruf mit dem Leben bezahlt:

Im Januar 2010 stirbt der Kernphysiker Massud Ali Mohammadi, als eine ferngezündete Motorradbombe neben seinem Auto explodiert. Nach westlicher Einschätzung gehörte Mohammadi zur Elite der iranischen Nuklearforscher.
Am 29. November 2010 verüben Unbekannte zwei Anschläge, bei denen Motorradfahrer während der Fahrt Sprengsätze an die Autos ihrer Opfer heften. Madschid Schahriari, Professor für Atomphysik mit dem für den Bau von Atombomben relevanten Spezialgebiet Neutronentransport, überlebt die Explosion seines Wagens nicht. Seine Frau wird schwer verletzt.
Gleichzeitig wird Feridun Abbasi angriffen. Der Experte für Isotopentrennung bemerkt den verdächtigen Motorradfahrer jedoch und springt mit seiner Frau aus dem Auto. Die Detonation verletzt beide. Nach Abbasis Genesung ernennt Präsident Mahmud Ahmadinedschad ihn zum Chef der Atomenergiebehörde und zum Vizepräsidenten.

Iran vermutet die USA und Israel hinter den Attentaten

Iran sieht das „Dreieck der Niedertracht“ hinter den Attentaten: Die USA, Israel und von ihnen bezahlte Handlanger steckten hinter den Attacken, heißt es in Teheran. Washington weist jede Schuld von sich: „Wir waren nicht darin verwickelt“, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums im Bezug auf den Tod Rezaies. Israel hingegen schweigt vieldeutig.

Die Tötungen sind Teil einer Kampagne, die das iranische Atomprogramm sabotieren oder zumindest verlangsamen soll, heißt es in israelischen Geheimdienstkreisen. Die Taktik beschränke sich dabei nicht nur auf Gewaltverbrechen. Auch der Cyber-Angriff mit dem Computervirus Stuxnet, der im Sommer 2010 weite Teile des iranischen Atomprogramms lahmlegte, soll Teil der israelischen Geheimoffensive gegen Iran sein.

ANZEIGE

Hardlinern im israelischen Militär sollen die verdeckten Aktionen jedoch nicht weit genug gehen: Der Ruf nach einer Bombardierung Irans werde vor allem bei Offizieren der israelischen Luftwaffe immer lauter, sagte der Informant zu SPIEGEL ONLINE. Es gebe eine hitzige Debatte darüber, wie effektiv solche Mordkampagnen seien und ob sie ihr Ziel erfüllten, berichtete auch Yossi Melman, Geheimdienstexperte der Zeitung „Haaretz“. Hinzu kommt, dass Jerusalem für die Anschläge seiner Agenten im Ausland bereits heftige Kritik einstecken musste.

Noch kann sich der Mossad mit seiner Strategie durchsetzen

Bislang konnten sich die Experten des Mossad mit ihrer Einschätzung durchsetzen, der Bau einer iranischen Bombe sei am besten mit Anschlägen auf Schlüsselfiguren und Atomanlagen zu verzögern. Doch wie lange Ministerpräsident Benjamin Netanjahu diesem Ratschlag noch folgen wird, ist fraglich: In Jerusalem ist bekannt, dass der Auslandsgeheimdienst durchaus auch eigene Interessen verfolgt, wenn er den Kampf gegen Iran allein von seinen Männern führen lassen will.

„Solange der Mossad im Kampf gegen die Bombe federführend ist, kriegt er die großen Budgets“, so die Quelle. Ob es in der Zukunft einen offenen Angriff auf Irans Atomanlagen geben werde, hänge auch davon ab, welche israelische Institution den internen Machtkampf für sich entscheiden könne – das Militär oder der Geheimdienst. „Wie in allen Dingen geht es auch hier ums Prestige.“

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Atomenergiebehörde habe die Darstellung bestätigt, dass der ermordete Physiker an einer Schaltung für Atomwaffen gearbeitet habe. Tatsächlich hat dies ein Vertreter der IAEA-Mitgliedsstaaten der Nachrichtenagentur AP gesagt, es handelt sich nicht um eine offizielle Stellungnahme. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.Newt Gingrich: Terroranschlag auf iranische Atomwissenschaftler sollte fortdauern
Drucken E-Mail  Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Washington (IRIB) – Ein Kandidat der republikanischen Partei bei den nächsten Präsidentschaftswahlen unterstrich, der Terroranschlag auf iranische Atomwissenschaftler sollte fortdauern.  Dem Fernsehsender Russia al-Yaum zufolge sagte der frühere Präsident des US-Repräsentantenhauses und ein eventueller Konkurrent des US-Präsidenten Barack Obama in einem Fernsehduell: „Die geheimen Aktionen gegen das iranische Atomprogramm, unter anderem der Terroranschlag auf die Atomwissenschaftler dieses Landes sollten zunehmen.“
Gingrich sagte abgesehen von der Betonung von Terroranschlägen auf iranische Atomwissenschaftler, man sollte ernsthaft über die Art und Weise des Regimewechsels, nicht nur über einen Militärschlag gegen Iran sprechen.
8 eventuelle Kandidaten der republikanischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen 2012 der USA befassten sich bei Fernsehduellen mit der Erörterung der Nationalen Sicherheit der USA.
Die US-Verantwortlichen und Präsidentschaftsbewerber haben sie zur Ablenkung der Bürger von den internen Problemen dieses Landes auf die iranische Atomfrage konzentriert.

http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/133575-newt-gingrich-terroranschlag-auf-iranische-atomwissenschaftler-sollte-fortdauern

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,777197,00.html

Advertisements

Kelly: Da ist nichts Neues drin, es fußt auf einem US-Bericht von 2004, wenn du Zeile für Zeile duchgeht! Ich bin überrascht, wie wenig die Skepsis ide Internationale Öffentlichkeit dem Bericht entgegenbringt nach der ERfahrung mit den falchen Behauptungen vor dem Irakkrieg

Mirrored: http://www.youtube.com/user/TheRealNews
„Robert Kelly Pt2: The report misleads and manipulates facts in attempt to prove a forgone conclusion“

Arabische Staaten fordern Israel zu Atom-Abrüstung auf

21. November 2011 17:57
  • Artikelbild: Die Nuklearanlage von Dimona, Zentrum des Atomwaffenprogramms Israels. - Foto: AP

    Die Nuklearanlage von Dimona, Zentrum des Atomwaffenprogramms Israels.


Nuklear-Arsenal als Hindernis für Frieden im Nahen Osten

Wien – Vertreter von arabischen Staaten haben Israel bei einer Konferenz über die Errichtung einer nuklearwaffenfreien Zone im Nahen Osten dazu aufgefordert, sein Atomwaffenarsenal aufzugeben und dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) beizutreten. Insbesondere Syrien und Libanon hätten scharfe Kritik an Israel als Hindernis für den Frieden im Nahen Osten geübt, hieß es am Montag von einem Teilnehmer, der ungenannt bleiben wollte.

Die Debatte habe sich vor allem um die Frage gedreht, ob die nukleare Entwaffnung Israels eine Voraussetzung für die Errichtung einer nuklearwaffenfreien Zone sei, hieß es. Die israelische Regierung argumentiert, dass es zuerst Frieden in der Region geben müsse, bevor man einer entsprechenden Vereinbarung beitrete.

Der Iran hatte seine Teilnahme an dem Treffen abgesagt, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) am Freitag in einer Resolution die iranischen Nuklear-Aktivitäten verurteilt hatte. An dem Treffen in Wien, das am Dienstag zu Ende geht, nehmen die Vertreter von 97 Staaten teil.

Kuwaits IAEO-Botschafter Mohamed Saed al-Salal, der die arabische Delegation bei der Konferenz anführt, lobte das Treffen als Chance, das israelische Atom-Arsenal zum Thema zu machen. Er sei optimistisch, dass es bei einer geplanten Zusammenkunft 2012 weitere Gespräche darüber geben werde, sagte er am Montag vor Journalisten. Die arabischen Staaten fordern immer wieder, Israel solle dem Atomwaffensperrvertrag beitreten. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 22.11.2011)

 

http://derstandard.at/1319183416636/Arabische-Staaten-fordern-Israel-zu-Atom-Abruestung-auf

Seymour Hersh: Propaganda Used Ahead of Iraq War Is Now Being Reused over Iran’s Nuke Program

Share683

Reddit_20Email_20Addthis_20

Iran_iaea_nuclear

While the United States, Britain and Canada are planning to announce a coordinated set of sanctions against Iran’s oil and petrochemical industry today, longtime investigative journalist Seymour Hersh questions the growing consensus on Iran’s alleged nuclear weapons program. International pressure has been mounting on Iran since the U.N. International Atomic Energy Agency revealed in a report the „possible military dimensions“ to Iran’s nuclear activities, citing „credible“ evidence that „indicates that Iran has carried out activities relevant to the development of a nuclear explosive device.“ In his latest article for The New Yorker blog, titled „Iran and theIAEA,“ Hersh argues the recent report is a „political document,“ not a scientific study. „They [JSOC] found nothing. Nothing. No evidence of any weaponization,“ Hersh says. „In other words, no evidence of a facility to build the bomb. They have facilities to enrich, but not separate facilities to build the bomb. This is simply a fact.“ [includes rush transcript]

ATOMSTREIT

Frankreich warnt vor Angriff Israels auf den Iran

06. November 2011 17:43
  • Artikelbild: Ob sich der religiöse Führer des Iran für Kernwaffen entschieden hat, ist umstritten. - Foto: REUTERS/leader.ir/Handout

    Ob sich der religiöse Führer des Iran für Kernwaffen entschieden hat, ist umstritten.

  • Artikelbild: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vor der Kabinettssitzung am Sonntag. - Foto: REUTERS/Sebastian Scheiner

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vor der Kabinettssitzung am Sonntag.


Paris warnt davor, mit einem Militärschlag gegen den Iran die Region völlig zu destabilisieren – Ein für diese Woche erwarteter Bericht der IAEO soll angebliche Beweise enthalten, dass Teheran an einer Atombombe arbeitet

Wien / Paris / Tel Aviv – Angesichts der Berichte über einen möglichen israelischen Militärschlag auf iranische Atomanlagen hat Frankreich vor einem solchen Schritt gewarnt. Militäraktionen könnten zu einer „völlig destabilisierenden Lage in der Region“ führen, sagte Außenminister Alain Juppé am Sonntag im Radio. Paris befürworte, die Sanktionen gegen den Iran zu verschärfen. Man müsse alles vermeiden, was nicht wieder gutzumachen sei.

  • MEHR ZUM THEMA
  • MOSKAU:ab 44,99€. Jetzt buchen auf flyniki.com
  • FERNSEHEN:A1 TV – Über 150 TV-Sender!
  • DRUCK:ALLES OKI. Top-Drucker hier günstiger!
  • WASHINGTON:Günstig hin & retour: austrian.com
  • Werbung

Die Warnung aus Frankreich kommt, wenige Tage bevor die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien einen neuen Bericht vorlegt, der laut Diplomaten neue Details zu einem möglichen Atomwaffenprogramm Teherans enthalten soll. Woraus diese bestehen könnten, wurde am Wochenende konkreter.

So soll die IAEO unter anderem über Informationen verfügen, die auf ein Computermodell eines Atomsprengkopfes hindeuten, wie es hieß. Satellitenaufnahmen vom Militärstützpunkt Parchin außerhalb der Hauptstadt Teheran zeigten zudem einen Stahlcontainer in der Größe eines Busses, in dem hochexplosiver Sprengstoff beispielsweise zur Zündung von Atombomben getestet werden könne. Zudem soll er weitere Hinweise enthalten, dass der Iran Programme zur Anreicherung von Uran und zum Umbau von Flugkörpern unterhält.

Detaillierte Informationen über das iranische Atomprogramm und eine mögliche militärische Dimension der Aktivitäten sollen dem Bericht laut Diplomaten als Annex angefügt werden. Erwartet wird der Bericht für Mittwoch.

Die IAEO habe Geheimdienstinformationen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Israel erhalten. Diese Daten würden mit anderen frei zugänglichen Informationen wie beispielsweise Aufnahmen von Satelliten abgeglichen, sagte ein Diplomat. Allerdings gestatteten auch die neuen Details noch keine abschließende Schlussfolgerung über das Ziel des iranischen Atomprogramms.

Russische Warnung

Auch die russische Regierung hat erneut vor einem möglichen Militärschlag gewarnt. „Ein Angriff wäre ein sehr ernster Fehler, dessen Folgen unabsehbar wären“, sagte Außenminister Lawrow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. „Militärschläge bringen keine Lösungen, sondern nur viele Opfer“, so Lawrow. Um die stockenden Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Gang zu bringen, hatte Lawrow vorgeschlagen, dass Teheran zunächst einen „vertrauensvollen Schritt“ unternehmen müsse. Im Gegenzug könne die „Sechsergruppe“ aus USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland dann die gegen Teheran verhängten Sanktionen lockern.

Israel und westliche Staaten – allen voran die USA – verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung von Kernenergie heimlich an einer Atombombe zu bauen. Die Führung in Teheran bestreitet das.

„Frei erfunden“

So widersprach der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi auch den neusten Vorwürfen: Diese seien frei erfunden. Die IAEO agiere politisch und setze ihre Unabhängigkeit aufs Spiel.

Der israelische Präsident Shimon Peres heizte die Diskussion über einen Militärschlag weiter an. Im israelischen Fernsehen sagte er, die militärische Option rücke näher. Der Iran nähere sich dem Besitz von Atomwaffen, und dem dürfe die Staatengemeinschaft nicht zusehen. Auf die Frage, ob die Situation sich eher in Richtung auf eine militärische Konfrontation statt auf eine diplomatische Lösung zubewege, antwortete er: „Ich glaube, ja.“ Der Israel Hayom sagte Peres: „Wir müssen Ruhe bewahren und Druck widerstehen, um alle Alternativen prüfen zu können.“ Er denke nicht, dass eine Entscheidung im Iran für eine Bombe getroffen sei. Es bestehe aber der Eindruck, dass der Iran innerhalb des nächsten Jahres eine solche haben könne.

Die Haaretz berichtete, US-Verteidigungsminister Leon Panetta sei es vor einem Monat nicht gelungen, Premier Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak zur Zusage zu bewegen, dass Israel den Iran nicht ohne Absprache mit den USA angreifen würde. Das sei in Washington mit Sorge registriert worden. (AP, Reuters, dpa, raa, DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2011)

2. November 2011, 09:56, NZZ Online
Israel testet ballistische Rakete
Test des Antriebsystems zum Zweck

hoh./(Reuters) Israel hat am Mittwoch einem Medienbericht zufolge eine ballistische Rakete getestet. Die Rakete sei vom Militärstützpunkt Palmachim in Zentralisrael abgefeuert worden, berichtete das israelische Radio unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Es habe das Antriebssystem der Rakete getestet werden sollen. Israel verfügt über Raketen vom Typ «Jericho», die in der Lage sein sollen, atomare Sprengköpfe zu tragen.

U-Boot-Deal
Deutsch-israelische Irritationen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will eine U-Boot-Lieferung angeblich verhindern. Aus Ärger über die israelische Siedlungspolitik im arabischen Ostjerusalem?
Information zum Datenschutz
Soziale Netzwerke dauerhaft einschalten

Die Bundesregierung überlegt angeblich, die Lieferung eines weiteren U-Boots an Israel zu stoppen. Dies meldet die große israelische Zeitung „Yedioth Ahronoth“ auf den ersten Seiten ihrer Mittwochsausgabe unter der Schlagzeile „U-Boot- Krise“ und kommentiert: „Die Absicht Merkels, Israel nicht das sechste U-Boot zu liefern, löste tiefe Sorge in Israel aus.“ Hochgestellte Militärs hätten sich deshalb an ihre deutschen Kollegen gewandt, schreibt Israels bekanntester Nachrichtenjournalist Schimon Schiffer. Im Tel Aviver Verteidigungsministerium wollte man nur bestätigen, dass die Lieferung des sechsten U-Boots derzeit zwischen den beiden Regierungen beraten werde – der Deal allerdings wurde bereits im Juli geschlossen.

Das Amt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu verweigerte jede Stellungnahme.

Israels Marine verfügt derzeit über drei auf deutschen Werften hergestellte U-Boote des Typs „Dolphin“, die mit Raketen mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können. Zwei weitere, seinerzeit noch vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bewilligte U-Boote sind derzeit in Deutschland im Bau. Ihre Lieferung steht außer Frage. In diesem Frühjahr bewilligte die Bundesregierung Israel zusätzlich einen Hilfskredit in Höhe von 135 Millionen Euro zum Bau eines sechsten Dolphin-U-Bootes. Um dieses Geschäft soll es gehen.

Die Dolphin-U-Boote sind der wichtigste Teil der strategischen Flotte Israels. Israel hüllt sich zur Frage eigener Atomwaffen seit Jahrzehnten in Schweigen, sie wird weder bestätigt noch dementiert. Allerdings hat der „Atomspion“ Mordechai Vanunu vor etlichen Jahren enthüllt, dass im Atomreaktor bei Dimona rund 200 Atombomben oder -sprengköpfe hergestellt worden seien. Dies wurde von offizieller Stelle heftig bestritten, Vanunu wurde aus dem Ausland entführt und zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Eine Verzögerung oder Rücknahme des U-Boot-Geschäfts wäre eine direkte Folge der Spannungen zwischen Berlin und Jerusalem, insbesondere zwischen den beiden Regierungschefs persönlich. Die israelische Regierung hatte kürzlich 1100 neue jüdische Wohneinheiten im südöstlichen Bezirk Gilo des annektierten Ostjerusalem gebilligt. Eine wütende Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Ministerpräsident Benjamin Netanjahu daraufhin telefonisch ihre Meinung zu dieser „Provokation“ gesagt haben und dass sie ihm „kein Wort“ glaube.

Israels Vize-Außenminister Danny Ayalon wurde deshalb nach Berlin beordert, um die Spannungen abzubauen. Er traf am Montag in „freundlicher Atmosphäre“, so sein Berater zum Tagesspiegel, mit Vertretern der Bundesregierung zusammen. Auf dem Programm standen Gespräche mit dem Leiter Außenpolitik im Kanzleramt, Christoph Heusgen, und dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer. Stimmt allerdings der groß aufgemachte Bericht in „Yedioth Ahronoth“, so müsste man Ayalons Mission als gescheitert bezeichnen. Merkel fühle sich von Netanjahu getäuscht, weil „er ihr den Eindruck vermittelt habe, dass er bereit sei, die Erweiterung der Siedlungen einstweilen einzufrieren“, schreibt die Zeitung. Der Tagesspiegel hatte am Samstag berichtet, dass Netanjahu zu einem Teilstopp des Siedlungsbaus bereit sei und anbiete, vorübergehend auf die Errichtung öffentlicher Bauten im Westjordanland – nicht aber in Ostjerusalem – zu verzichten. Netanjahus Sprecher dementierte die Meldung zwar prompt, sie ist aber inzwischen von mehreren Seiten bestätigt worden.

http://www.tagesspiegel.de/politik/deutsch-israelische-irritationen/5748724.html