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Atomindustrie

Von Markus Balser und Cerstin Gammelin

Atomkraft? Ja, bitte! Die EU-Kommission scheint sich um die deutschen Ausstiegspläne nicht viel zu kümmern: Sie will die Kernkraft forcieren und plant 40 neue Kraftwerke allein bis 2030. Und ausgerechnet der deutsche Kommissar Günther Oettinger treibt das Projekt voran.

Zwischen der Bundesregierung und der Europäischen Kommission bahnt sich in der Energiepolitik eine harte Auseinandersetzung an. Denn ungeachtet des beschleunigten deutschen Atomausstiegs nach der Katastrophe von Fukushima will der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger an der Kernkraft festhalten und macht sich sogar für den Neubau von Atomkraftwerken stark. Im Entwurf für den „Energiefahrplan 2050“ der EU, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt, bezeichnet die Kommission die Atomkraft als „wichtigen Faktor“. Unterhändlern zufolge sehen die Details der Szenarien den Neubau von 40 Kernkraftwerken allein bis 2030 vor. Das Papier soll in der kommenden Woche in Brüssel vorgestellt werden.
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Kernkraftwerk Temelin: Der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger will an der Kernkraft festhalten. (© Getty Images)

Diese sogenannte Road-Map wird der Kommission zufolge ein europäisches Gerüst für die nationale Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte liefern. Doch Brüssel und Berlin haben offenbar grundlegend unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie sich die Energielandschaft verändern soll. Während die Bundesregierung den beschleunigten Atomausstieg Mitte des Jahres als Meilenstein für den grünen Umbau feierte, will die EU weiter in großem Stil auf die Kernkraft setzen. Oettingers Papier ignoriere die Energiewende und legitimiere die Atomkraft neu, heißt es aus Berlin.

Die Atomenergie stehe heute für den größten Anteil CO2-freier Energie, heißt es etwa in der Vorlage aus Brüssel, die Oettinger nach Angaben aus EU-Kreisen bereits seinen Kommissionskollegen präsentiert hat. Und sie bleibe ein wichtiger Lieferant klimafreundlichen Stroms zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Oettinger macht damit klar, dass Brüssel auch nach Fukushima langfristig eine Zukunft für die Kernkraft in der Europäischen Union sieht.
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Zweifel vieler Europäer an der Atomkraft nach der Katastrophe in Japan erwähnt die Road-Map zwar, hält sie aber dank neuer Technologien für überwindbar. Große Teile der europäischen Öffentlichkeit hielten die Risiken der Nukleartechnik für nicht akzeptabel und die Probleme um die Endlagerung für ungelöst, schreibt Oettingers Behörde. „Eine neue Generation der Atomtechnik könnte helfen, die Abfall- und Sicherheitsbedenken zu adressieren.“ Schließlich könne Atomstrom zu „niedrigeren Systemkosten und Strompreisen beitragen“, heißt es weiter. Im Rahmen einer groß angelegten „Low-Carbon-Option“ werde die Nuklearenergie daher im europäischen Stromerzeugungsmix erhalten bleiben.
Subventionen für Neuinvestitionen in Atomkraftwerke

Auch eine finanzielle Förderung der Atomenergie in Mitgliedsstaaten ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für grünen Strom in Deutschland hält die Kommission Unterhändlern zufolge für möglich. Sie könnte demnach Subventionen für Neuinvestitionen in Atomkraftwerke, zum Beispiel in Großbritannien, erlauben. Natürlich gebe es für die Wahl des Energiemixes nationale Grenzen, heißt es in dem Papier weiter. Die EU müsse aber darauf achten, dass nationale Entscheidungen auch die Ziele der EU unterstützten, und negative Auswirkungen auf andere Länder verhindern. Dabei wünscht sich die Brüssel offenbar deutlich mehr Einfluss auf den Umbau der Energiewirtschaft in Europa: Mehr denn je sei eine Koordination nötig, urteilt der Fahrplan 2050. Denn Zusammenarbeit bedeute mehr Sicherheit und sinkende Kosten.

Dabei zieht Brüssel im Kampf gegen die Erderwärmung und trotz erwarteter Rückschläge beim laufenden Gipfel im südafrikanischen Durban in der Klimapolitik die Zügel an. Strom werde seine Bedeutung am Energieverbrauch in Europa bis 2050 verdoppeln, sagt die Kommission voraus. Um die Klimaziele Europas dennoch nicht zu gefährden, müsse sich der Kraftwerkspark in der EU einem radikalen Wandel unterziehen. Der CO2-Ausstoß müsse um mindestens 57 Prozent bis 2030 und um mindestens 96 Prozent bis 2050 sinken. Langfristig nutze ein solcher grüner Umbau aber auch den Verbrauchern. Ab 2030 könnten die Preise spürbar sinken.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu-setzt-weiter-auf-atomkraft-bruessel-ignoriert-deutsche-energiewende-1.1230255

 

Aus einer Kläranlage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind mindestens 45 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ausgelaufen. Ein Teil könnte in den Pazifischen Ozean geflossen sein. Laut Betreiberfirma Tepco ist das verstrahlte Wasser durch ein Leck nach außen gelangt, seit der Explosion sind es bisher insgesamt 220 Tonnen. Das im März durch einen Tsunami zerstörte Atomkraftwerk liegt direkt am Meer.

Seither versucht das Unternehmen, die Atomruine zu stabilisieren. Zuletzt wurde ein sogenannter “cold shutdown” angekündigt. Dabei wird versucht, den nuklearen Brennstoff nachhaltig unter 100 Grad Celsius zu kühlen. Man werde die Anlage bis zum Jahresende unter Kontrolle haben, so das Unternehmen – vor dem jüngsten Leck.

Der Atomunfall hatte zehntausende Menschen obdachlos gemacht.

Tepco-Mitarbeiter schilderten zum erstenmal die Momente der größten Verzweiflung nach Erdbeben und Tsunami. Seine Stiefel seien in der Hitze geschmolzen, sagt einer in einem Tepco-Zwischenbericht. Und ein Vorgesetzter: Als das Wasser kam und die Lichter ausgingen, habe er sich völlig hilflos gefühlt.

http://de.euronews.net/2011/12/05/atomruine-fukushima-wieder-undicht/

http://de.euronews.net/2011/12/05/atomruine-fukushima-wieder-undicht/

Fukushima
AKW-Arbeiter schildern erstmals Moment des Erdbebens und Tsunamis
03. Dezember 2011 12:32

Am 11. März 2011 traf der Tsunami das AKW in Fukushima – jetzt erzählen die Arbeiter davon.
Geschmolzene Stiefel im Kampf gegen die Kernschmelze, auf Hügel gerannt aus Angst vor weiteren Wellen

Tokio – Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat Berichte von Arbeitern über die ausweglosen Momente während des Erdbebens und Tsunamis im März veröffentlicht. „Als einer der Arbeiter in den Raum rannte und rief ‚Meerwasser strömt herein‘, begriff ich, dass ein Tsunami die Anlage getroffen hatte“, wird ein Vorgesetzter in einem Kontrollraum in dem am Freitag vom Akw-Betreiber Tepco veröffentlichten Zwischenbericht zitiert.

Die Lichter seien ausgegangen, und er habe sich völlig hilflos gefühlt. Andere Arbeiter hätten sich ängstlich gezeigt und die Anlage angesichts der hoffnungslosen Situation verlassen wollen.

Kampf gegen Kernschmelze

Mit dem Zwischenbericht werden erstmals Erfahrungsberichte von Arbeitern aus dem Atomkraftwerk öffentlich gemacht. Beschrieben werden unter anderem Versuche, Druck aus einem Reaktor zu lassen, um eine Kernschmelze zu verhindern. Ein Arbeiter berichtet, wie er mit Kollegen in Schutzmontur in einen stark verstrahlten Bereich gegangen sei, junge Kollegen aber aufgrund der hohen Strahlung daran gehindert worden seien. Die Hitze sei so groß gewesen, dass seine Stiefel geschmolzen seien. Ein weiterer berichtet davon, dass die Belegschaft wegen der vielen Nachbeben immer wieder aus Angst vor einem weiteren Tsunami einen Hügel hochgerannt sei.

Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschließende Tsunami vom 11. März legten die Elektrizitäts- und Kühlsysteme des Atomkraftwerks im Nordosten Japans lahm und hatten die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren zur Folge. Rund 20.000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den Tsunami ums Leben. Durch den Atomunfall gab es zwar keine direkten Todesopfer, zehntausende Menschen wurden jedoch obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar geworden sind. (APA)

Es ist kaum zu glauben: Polen will in die Atomkraft einsteigen! Und das, nachdem das Land nach der Wende schon einmal ausgestiegen war und zwei Atom-Bauruinen hinterlassen hat. Offensichtlich sind die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima an den polnischen Verantwortlichen spurlos vorüber gegangen. Dabei hat sogar unsere schwarz-gelbe Bundesregierung gelernt, dass die Atomenergie unbeherrschbar ist.

Unser östliches Nachbarland Polen will ein eigenes Atomenergieprogramm starten und den, seit der Wende im Jahr 1989 bestehenden, Stopp für Atomkraftwerke aufheben. Sogar der Einstieg in die Wiederaufarbeitung und in die Schnelle-Brüter-Technologie sind beabsichtigt.

Im ersten Schritt wird ein strategisches Umweltprüfungsverfahren (SUP) durchgeführt. Informationen dazu sowie entsprechende Bekanntmachungen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Polen könnte sich die schlechten Erfahrungen der AKW-Staaten ersparen und ohne einen komplizierten und teuren Ausstieg aus der riskanten Atomtechnik direkt in eine regenerative nachhaltige Energieversorgung einsteigen.
In diesem Fall würde sich Polen durch „Überspringen“ einer veralteten und ohnehin befristeten Technologie einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen. Es müsste keine unkalkulierbaren Risiken auf sich nehmen und sich nicht in die Abhängigkeit von Atomkonzernen begeben.

geplante Standorte der AKWs

Unsere Regierung muss klar stellen, dass Deutschland den Aufbau von Atomprogrammen ablehnt und deshalb keinen polnischen Atomstrom importieren und auch keine Atomtechnologie exportieren wird. Eine Bürgschaft für ein polnisches Atomenergieprogramm muss ebenfalls ausgeschlossen werden. Stattdessen soll Deutschland unsere polnischen Nachbarn bei der Entwicklung und beim Aufbau regenerativer Energiequellen unterstützen.

Wir wollen schon jetzt deutlich machen, dass wir einer Erhöhung unseres Atomrisikos nicht tatenlos zusehen und uns mit allen Mitteln, die uns in der EU zur Verfügung stehen, zur Wehr setzen werden.

→ Unterschriftenliste zum Download
→ Atom-Info-Kampagne
→ Die Lügen der Atomlobby ichzeitig eingereicht werden.

http://umweltinstitut.org/akw-polen

Israels mörderische Sabotage-Strategie

Von Ulrike Putz, Beirut
AFP

Irans Nuklearanlage Buschehr: „Israel antwortet nicht“

Ein Nuklearforscher nach dem anderen fällt in Iran einer Mordserie zum Opfer. Will der Mossad so den Bau einer iranischen Atombombe sabotieren? Israel dementiert das nicht. Noch rigoroser wollen israelische Generäle vorgehen: Sie fordern immer vehementer einen Luftangriff.

Unschuld beteuert man anders: „Israel antwortet nicht“, sagte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak, als er Anfang vergangener Woche gefragt wurde, ob sein Land in den jüngsten Mord an einem iranischen Atomwissenschaftler verwickelt sei. Das Lächeln, das dabei seine Lippen umspielte, dürfte wohlkalkuliert gewesen sein. Israel lässt den Verdacht, es stecke hinter einer Mordserie an Physikern des umstrittenen iranischen Atomprogramms, gern im Raum stehen.

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Dass Israel hinter dem Anschlag auf Dariusch Rezaie in Teheran steckt, wird in der Schattenwelt der Geheimdienste kaum bezweifelt: „Das war die erste laute Aktion des neuen Mossad-Chefs Tamir Pardo“, sagte ein Informant aus israelischen Geheimdienstkreisen zu SPIEGEL ONLINE.

Am vorvergangenen Samstag wurde Rezaie zum vorerst letzten Opfer einer mysteriösen Anschlagserie, mit der Unbekannte seit nunmehr 20 Monaten die Physiker-Elite der Islamischen Republik dezimieren. Der 35-Jährige wurde vor dem Kindergarten seiner Tochter im Osten Teherans von tödlichen Schüssen in den Hals getroffen. Iranische Medien sprachen von zwei Tätern, die auf einem Motorrad entkommen konnten.

Rückschlag für das iranische Atomprogramm

Wer war der Mann, der vor den Augen seiner Frau und Tochter erschossen wurde? Israelische Medien berichteten, der Doktor der Physik habe an der Entwicklung eines Zünders für Atombomben gearbeitet. Er sei täglich in einem Forschungszentrum für Nuklearwissenschaften im Norden Teherans gesehen worden.

Ein Repräsentant eines Mitgliedsstaats der Atomenergiebehörde IAEA in Wien sagte der Nachrichtenagentur AP, das Mordopfer habe tatsächlich an der Entwicklung einer Schaltung gearbeitet, wie sie in Zündern von Atombomben zum Einsatz komme.

Dass Rezaies Tod das Atomprogramm Irans empfindlich trifft, ließ sich aus den offiziellen Reaktionen des Landes ablesen: Kazem Dschalai, Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats des Parlaments, wetterte, der Mord an iranischen Physikern zeige die „Verzweiflung“ der USA und Israels angesichts der nuklearen Ambitionen Teherans.

Rezaie ist seit Beginn 2010 der dritte iranische Atomphysiker, der seinen Beruf mit dem Leben bezahlt:

Im Januar 2010 stirbt der Kernphysiker Massud Ali Mohammadi, als eine ferngezündete Motorradbombe neben seinem Auto explodiert. Nach westlicher Einschätzung gehörte Mohammadi zur Elite der iranischen Nuklearforscher.
Am 29. November 2010 verüben Unbekannte zwei Anschläge, bei denen Motorradfahrer während der Fahrt Sprengsätze an die Autos ihrer Opfer heften. Madschid Schahriari, Professor für Atomphysik mit dem für den Bau von Atombomben relevanten Spezialgebiet Neutronentransport, überlebt die Explosion seines Wagens nicht. Seine Frau wird schwer verletzt.
Gleichzeitig wird Feridun Abbasi angriffen. Der Experte für Isotopentrennung bemerkt den verdächtigen Motorradfahrer jedoch und springt mit seiner Frau aus dem Auto. Die Detonation verletzt beide. Nach Abbasis Genesung ernennt Präsident Mahmud Ahmadinedschad ihn zum Chef der Atomenergiebehörde und zum Vizepräsidenten.

Iran vermutet die USA und Israel hinter den Attentaten

Iran sieht das „Dreieck der Niedertracht“ hinter den Attentaten: Die USA, Israel und von ihnen bezahlte Handlanger steckten hinter den Attacken, heißt es in Teheran. Washington weist jede Schuld von sich: „Wir waren nicht darin verwickelt“, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums im Bezug auf den Tod Rezaies. Israel hingegen schweigt vieldeutig.

Die Tötungen sind Teil einer Kampagne, die das iranische Atomprogramm sabotieren oder zumindest verlangsamen soll, heißt es in israelischen Geheimdienstkreisen. Die Taktik beschränke sich dabei nicht nur auf Gewaltverbrechen. Auch der Cyber-Angriff mit dem Computervirus Stuxnet, der im Sommer 2010 weite Teile des iranischen Atomprogramms lahmlegte, soll Teil der israelischen Geheimoffensive gegen Iran sein.

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Hardlinern im israelischen Militär sollen die verdeckten Aktionen jedoch nicht weit genug gehen: Der Ruf nach einer Bombardierung Irans werde vor allem bei Offizieren der israelischen Luftwaffe immer lauter, sagte der Informant zu SPIEGEL ONLINE. Es gebe eine hitzige Debatte darüber, wie effektiv solche Mordkampagnen seien und ob sie ihr Ziel erfüllten, berichtete auch Yossi Melman, Geheimdienstexperte der Zeitung „Haaretz“. Hinzu kommt, dass Jerusalem für die Anschläge seiner Agenten im Ausland bereits heftige Kritik einstecken musste.

Noch kann sich der Mossad mit seiner Strategie durchsetzen

Bislang konnten sich die Experten des Mossad mit ihrer Einschätzung durchsetzen, der Bau einer iranischen Bombe sei am besten mit Anschlägen auf Schlüsselfiguren und Atomanlagen zu verzögern. Doch wie lange Ministerpräsident Benjamin Netanjahu diesem Ratschlag noch folgen wird, ist fraglich: In Jerusalem ist bekannt, dass der Auslandsgeheimdienst durchaus auch eigene Interessen verfolgt, wenn er den Kampf gegen Iran allein von seinen Männern führen lassen will.

„Solange der Mossad im Kampf gegen die Bombe federführend ist, kriegt er die großen Budgets“, so die Quelle. Ob es in der Zukunft einen offenen Angriff auf Irans Atomanlagen geben werde, hänge auch davon ab, welche israelische Institution den internen Machtkampf für sich entscheiden könne – das Militär oder der Geheimdienst. „Wie in allen Dingen geht es auch hier ums Prestige.“

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Atomenergiebehörde habe die Darstellung bestätigt, dass der ermordete Physiker an einer Schaltung für Atomwaffen gearbeitet habe. Tatsächlich hat dies ein Vertreter der IAEA-Mitgliedsstaaten der Nachrichtenagentur AP gesagt, es handelt sich nicht um eine offizielle Stellungnahme. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.Newt Gingrich: Terroranschlag auf iranische Atomwissenschaftler sollte fortdauern
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Washington (IRIB) – Ein Kandidat der republikanischen Partei bei den nächsten Präsidentschaftswahlen unterstrich, der Terroranschlag auf iranische Atomwissenschaftler sollte fortdauern.  Dem Fernsehsender Russia al-Yaum zufolge sagte der frühere Präsident des US-Repräsentantenhauses und ein eventueller Konkurrent des US-Präsidenten Barack Obama in einem Fernsehduell: „Die geheimen Aktionen gegen das iranische Atomprogramm, unter anderem der Terroranschlag auf die Atomwissenschaftler dieses Landes sollten zunehmen.“
Gingrich sagte abgesehen von der Betonung von Terroranschlägen auf iranische Atomwissenschaftler, man sollte ernsthaft über die Art und Weise des Regimewechsels, nicht nur über einen Militärschlag gegen Iran sprechen.
8 eventuelle Kandidaten der republikanischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen 2012 der USA befassten sich bei Fernsehduellen mit der Erörterung der Nationalen Sicherheit der USA.
Die US-Verantwortlichen und Präsidentschaftsbewerber haben sie zur Ablenkung der Bürger von den internen Problemen dieses Landes auf die iranische Atomfrage konzentriert.

http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/133575-newt-gingrich-terroranschlag-auf-iranische-atomwissenschaftler-sollte-fortdauern

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,777197,00.html

Studie

Energiesparen macht zehn AKW überflüssig

E.on-Kraftwerk im niedersächsischen Grohnde: Schon 2020 überflüssig?

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AP

E.on-Kraftwerk im niedersächsischen Grohnde: Schon 2020 überflüssig?

Ist der Komplettausstieg aus der Kernkraft wirklich so einfach? Laut einer Studie könnte Deutschland bis 2020 auf zehn Atommeiler verzichten, wenn es seine Energie effizienter nutzt – die Bürger würden dabei viel Geld sparen.

Hamburg – Undichte Fenster, veraltete Motoren, ungenutzte Abwärme – das alles verschwendet unnötig Energie. Sogar so viel, dass man in Deutschland mit geeigneten Gegenmaßnahmen ganze zehn Atomkraftwerke abschalten könnte – und damit bis 2020 den Komplettausstieg aus der Kernkraft schaffen würde. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff). Die Deneff besteht aus Firmen, die sich auf Angebote im Energiesparsektor spezialisiert haben.

 

In ihrem Zehn-Punkte Sofortprogramm schlägt die Initiative verschiedene Maßnahmen vor, mit denen die Bundesregierung den Verbrauch in Deutschland deutlich senken könnte. Die Kosten für die Maßnahmen belaufen sich laut der Studie auf 11,64 Milliarden Euro, mehr als die Hälfte davon trägt der Staat, der Rest soll von Unternehmen und Bürgern kommen. Die eingesparten Energiekosten sollen diese Ausgaben aber mehr als ausgleichen: 19,3 Milliarden Euro spare Deutschland durch das Programm – jährlich.

Allein im Stromsektor könnten etwa durch den Austausch alter Pumpen, bessere Gebäudedämmung und effizientere Beleuchtung jährlich 68,3 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom bis 2020 eingespart werden. Das entspreche in etwa der Jahresproduktion der besagten zehn Atomkraftwerke.

 

Das größte Potential sieht die Initiative allerdings in der Gründung eines Energieeffizienzfonds. Er soll Anreize für Unternehmen bieten und über Maßnahmen zur Energieeinsparung informieren. Außerdem sollen in Deutschland sogenannte weiße Zertifikate eingeführt werden, die ähnlich funktionieren wie der Handel mit Emissionspapieren. Sprich: Sind Firmen besonders sparsam, können sie bei der Bundesregierung Zertifikate beantragen, die sie dann an nicht sparsame Unternehmen weiterverkaufen können. Laut der Initiative soll es auch eine Art Rating geben, das die Energieeffizienz verschiedener Unternehmen vergleichbar machen soll.

Neben den Einsparungen in der elektrischen Energie unterbreitet die Deneff auch Vorschläge, wie man den Wärmeverbrauch in Deutschland senken könnte: So soll die Abwärme von Kraftwerken und Fabriken besser genutzt, Gebäude saniert und Gesetze verschärft werden. Die dadurch eingesparte Wärmeenergie reiche theoretisch aus, um mit Erdgaskraftwerken so viel Strom wie mit neun weiteren Atomkraftwerken zu produzieren.

ukushima-Delegation in Kiel

Die Delegation aus Fukushima bedankt sich bei ihrem Besuch in Kiel für die Unterstützung aus Deutschland.
Die Spendenbereitschaft der Deutschen nach dem schweren Unglück am japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat die dort lebende Bevölkerung stark beeindruckt. Am Freitag ist erstmals eine Delegation aus der Unglücksregion in Deutschland eingetroffen, um im Namen aller Betroffen Dank auszusprechen. Die aus 20 Personen bestehende Gruppe wurde in Kiel vom Leiter der Staatskanzlei des Landes, Staatsekretär Arne Wulff (CDU) und Stadpräsidentin Cathy Kietzer (SPD) empfangen. Der Besuch aus Fukushima bleibt noch bis Sonntag zu Gast im Norden, um Danke zu sagen und um zu erzählen wie das Leben dort nach der Katastrophe aussieht.
Weiter gefährliche Situation in Fukushima

Unter den Delegierten sind vor allem junge Studenten aus der Stadt Fukushima, Diese liegt nur 60 Kilometer vom Kernkraftwerk entferntt. Trotz der Gefahren haben sie entschieden, in ihrer Heimat zu bleiben. Wie lange die japanische Regierung das noch erlaubt, ist allerdings fraglich. Ihr Professor erzählte, dass kurz vor dem Abflug in der Stadt sehr hohe Strahlenwerte gemessen wurden.
Wie konnte es zu den fatalen Problemen in Fukushima kommen? Die IAEO verlangt Aufklärung. Doch die Atom-Behörde und die japanische Regierung sind eng verwoben.
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Das Unglück hatte am 11. März diesen Jahres seinen Anfang genommen. Nach einem schweren Seebeben war es zu einem bis zu zehn Meter hohen Tsunami gekommen. Das Atomkraftwerk Fukushima erlitt dabei schwere Schäden. In drei der sechs Reaktorblöcke kam es daraufhin zu Kernschmelzen. Die Umgebung wurde radioaktiv verseucht und mehr als 100.000 Menschen mussten das Gebiet verlassen. Ob und wann sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können, ist derzeit unklar.

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/fukushima145.html