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Banken

Europas Banken brauchen 115 Milliarden Euro
Sechs deutsche Banken fallen beim Stresstest durch
Sechs deutsche Banken (Bild: Frankfurt) brauchen Kapitalstärkungen von zusammen 13,1 Milliarden Euro. (Bild: Reuters / Alex Domanski)
Die Kapitallücke europäischer Grossbanken ist gross, aber doch nicht so gross wie befürchtet. Den Instituten fehlen nach Berechnungen der EU-Bankenaufsicht (EBA) insgesamt 114,7 Milliarden Euro Kapital. Vor einigen Monaten waren noch Lücken von 200 Milliarden Euro befürchtet worden.

(sda) Europäischen Banken benötigen insgesamt Kapital von rund 115 Mrd. Euro, wollen sie sich gegen künftige Krisen absichern. Dies hat die europäische Bankenaufsicht EBA nach dem jüngsten Stresstest am Donnerstag bekanntgegeben. Damit liegt der Kapitalbedarf der Institute tiefer als vorerst angenommen. Experten des Internationalen Währungsfonds (IMF) und anderen Organisationen hatten den Kapitalbedarf vor einigen Monaten noch auf rund 200 Mrd. Euro beziffert.

Den grössten Kapitalbedarf weisen aktuell die Banken in Griechenland aus, mit rund 30 Mrd. Euro. Sie müssen wegen der Rettungsbemühungen für das arg gebeutelte Land aber gesondert betrachtet werden. Besonders hart trifft es Institute aus Spanien und Italien. Bei den spanischen Grossbanken klafft eine Kapitallücke von 26 Mrd. Euro, bei den Italienern (darunter Unicredit) sind es insgesamt 15,37 Mrd. Euro.
Sechs deutsche Banken fallen durch

Aber auch deutsche Geldhäuser brauchen Geld. Sechs deutsche Banken benötigen nach Einschätzung der europäischen Aufseher für Krisenzeiten insgesamt 13,1 Mrd. Euro zusätzliches Kernkapital. Die grösste Lücke machte der aktuelle Stresstest hier bei der Commerzbank mit 5,3 Mrd. Euro aus, wie die deutsche Bundesbank und die Finanzmarktaufsicht Bafin am Donnerstagabend gemeinsam mitteilten. Der Deutschen Bank fehlen 3,2 Mrd. Euro.

Kapitalbedarf haben auch die DZ Bank sowie die Landesbanken Helaba, NordLB und WestLB. Bei der letzten Schätzung nach den Juni- Zahlen lag der Kapitalbedarf der deutschen Institute erst bei 5,2 Mrd. Euro. Die weit höhere Summe sei wegen der «sehr harten Kernkapitaldefinition» entstanden.

Die europäische Bankenaufsicht berechnete, wie viel Kapital den Geldhäusern fehlt, um eine harte Kernkapitalquote von 9 Prozent zu erreichen. Das soll den Banken helfen, in Krisenzeiten ohne staatliche Hilfen über die Runden zu kommen. Diesen Wert müssen die europäischen Institute nach Vorgabe der Bankenaufsicht bis Ende Juni 2012 erreichen. Bis zum 20. Januar müssen sie den Aufsehern ihre Kapitalpläne vorlegen.
Kritik von Verbänden

Die EU-Regierungen wollten mit dem Blitz-Stresstest das Vertrauen der Investoren in das krisengeschüttelte Bankensystem wieder herstellen. Dabei unterstellten sie eine Bewertung aller europäischen Staatsanleihen zu Marktpreisen, was einer teils deutlichen Abschreibung entspricht.

Für deutsche Bankenverbände hat die Aktion kein Vertrauen geschafft. «Der Stresstest hat nicht zur Marktstabilisierung beigetragen», erklärte Michael Kemmer, Geschäftsleiter des Bankenverbandes (BdB). Die Kernkapitalquote von neun Prozent sei willkürlich festgelegt worden, Berechnungsgrundlagen seien wiederholt geändert worden und der Prozess wirke chaotisch, so die Kritik.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/europas_banken_brauchen_115_milliarden_euro_1.13566330.html

 

Occupy Deutsche Bank!

Der Deutschen Bank wird am Freitag ein Besuch abgestattet:

Denn:

– Die Deutsche Bank möchte Beschäftigte der aufgekauften Postbank ausgliedern, um Gehaltskürzungen, längere Arbeitszeiten und weniger Urlaubstage durchzusetzen. Die Menschen müssen sich mirt Einbußen von bis zu 30% abfinden. Dagegen streiken die Beschäftigten und dafür möchten wir unsere Solidarität ausdrücken.

– Trotz Krise macht die Deutsche Bank weiterhin massiv Gewinne. Etwas angeschlagen wurde vor ein paar Tagen verkündet, dass statt mit 25% Rendite nur noch mit 15% gerechnet werden könne. Das sind immer noch 15% zu viel!

– Die Deutsche Bank profitiert enorm von Nahrungsmittelspekulation und treibt die Lebensmittelpreise hoch.

– Der Lebensstandard der griechischen Bevölkerung wird massiv gesenkt, um der Deutschen Bank und anderen Banken ihre Renditen zu sichern.

– …
Freitag 9.12.2011, 17 Uhr
Deutsche Bank-Filiale am Wittenbergplatz gegenüber KaDeWe

weitersagen!

http://www.alex11.org/2011/12/occupy-deutsche-bank/

The 10 firms that rule the world

A significant portion of the global economy flows into the hands of a small group of financial institutions—that much we’ve known for some time. But in a new paper, flagged by the New York Times’ Economix blog, Stefania Vitali, James B. Glattfelder and Stefano Battiston name names. Using a methodology based on “ network topology,” the Swiss researchers identify which financial actors are at the core of the global economy.
Top 10 network control-holders

1. Barclay’s (Great Britain)

2. The Capital Group Companies (U.S.)

3. Fidelity Investments (U.S.)

4. AXA (France)

5. State Street Corporation (U.S.)

6. JP Morgan & Chase (U..S)

7. Legal & General Group (Great

Britain)

8. Vanguard Group (U.S.)

9. UBS (Switzerland)

10. Merrill Lynch (U.S.)

Altogether, the top 10 firms control 19.45 percent of the global financial network, and the top 50 firms control nearly 40 percent.

What’s most significant, the researchers say, is not that these financial institutions wield so much power, but that they are highly interconnected. As they explain, “the interest of this ranking is not that it exposes unsuspected powerful players. Instead, it shows that many of the top actors belong to the core. This means that they do not carry out their business in isolation but, on the contrary, they are tied together in an extremely entangled web of control.”

Tyler Cowen isn’t convinced. He counters that the paper doesn’t adequately distinguish between what it calls ownership or control and “financial intermediation”—in other words, a big portion of the global economy flows through these firms, but individual shareholders don’t wield the same control over a mutual fund as, say, a commercial firm.

https://apps.facebook.com/wpsocialreader/me/channels/77214/content/k06d5?fb_action_ids=240699359329011%2C240699229329024%2C240699122662368%2C1951185878769&fb_action_types=news.reads&fb_ref=U-NMTmC7trT17N4AsOISKhEV-CFCONX01FRS-33mn4XXX%2CU-NMTmC7trT17N4AsOISKhEV-CFCONX01FRS-33nztXXX%2CU-NMTmC7trT17N4AsOISKhEV-CFCONX01FRS-33zjaXXX&fb_source=other_multiline#access_token=AAADNVm9BkVYBAPujyVf87VqdlDKBmkCkOu8sVZBFSKZB3W63OSKiqniptggEpH4iEpXlZBZB8KSKUPJRRWRqUv0b2KsQweV2nKV6bd2iq2TZC459UsOK8&expires_in=6723&code=AQDRuYaraFrHhAjCz5O4xPFabRUFuMNMYNko63oMbVw2bFWBEnut8qW87hNcVBFyGX9B6RPicM0RnSyfkQRM1uOjk-tZtoIywjsCfAAEIKXAMEv4G94rS_3o-c0DsYeoVfcvLqfOL0M7UDNH-8_RUcPn0fPJPwCfkY3g5J94Y8DmE2Mq802YLMZDiK21ZPSJboW2LTPeShiy8XqzGqdb7BeX

Spannungen zwischen Banken nehmen weiter zu
Das Misstrauen in der Schuldenkrise wird immer grösser
Alles Geld zur EZB, statt es sucg untereinander auszuleihen: Derzeit stehen die Ampel für den direkten Geldhandel auf rot.
Der direkte Geldhandel zwischen den Banken ist wieder erheblich ins Stocken geraten. Die Banken parkieren ihre kurzfristigen Mittel lieber bei der Europäischen Zentralbank, statt es sich gegenseitig zu leihen. Die Einlagen haben den höchsten Wert seit 1,5 Jahren erreicht.

(sda/dpa) Das europäische Bankensystem steht nach wie vor unter starker Anspannung. Am Freitag legten sowohl die eintägigen Einlagen als auch die kurzfristigen Ausleihungen der Institute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) von hohem Niveau aus noch weiter zu.

Die Einlagen stiegen von 304,4 Mrd. Euro am Vortag auf 313,8 Mrd. Euro. Dies ist der höchste Wert seit rund eineinhalb Jahren und viel mehr als üblich. Die Mittel, die sich die Geschäftsbanken über Nacht von der EZB leihen, sprangen unterdessen von 4,6 Mrd. auf 8,6 Mrd. Euro. Sie liegen damit so hoch wie seit neun Monaten nicht mehr.

Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Misstrauens-Indikator, da die Geschäftsbanken auf diese Instrumente normalerweise kaum zurückgreifen. Ausschlaggebend sind die vergleichsweise ungünstigen Konditionen über die Notenbank.

Angesichts der sehr hohen Unsicherheit wegen der Schuldenkrise nehmen die Banken entsprechende Zinsverluste aber in Kauf. Anstatt sich das Geld gegenseitig zu leihen, parken sie kurzfristige Mittel lieber bei der EZB oder legen es dort kurzfristig an.

Der direkte Geldhandel zwischen den Banken ist also – ähnlich wie in der Finanzkrise seit 2008 – wieder erheblich ins Stocken geraten.

Aus diesem Grund hatten zur Wochenmitte sechs weltweit führende Notenbanken, darunter die US-Notenbank Fed, die EZB und die Schweizerische Nationalbank, weitreichende Massnahmen ergriffen. Sie senkten zum einen den Preis für Dollar-Liquidität, da derzeit vor allem europäische Banken nur schwer Zugang zum amerikanischen Geldmarkt finden.

Darüber hinaus spannten die Zentralbanken ein Sicherheitsnetz, sollten sich die Spannungen am Interbankenmarkt auf die Liquidität in anderen Landeswährungen ausweiten.

Banken investieren massiv in den Klimakiller Kohle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion
Mittwoch, den 30. November 2011 um 12:06 Uhr
bankrolling_100Berlin. – Die Deutsche Bank zählt zu den weltweit sechs Banken, die am stärksten in die klimaschädliche Kohle investieren. Auch die UniCredit/HVB, die Commerzbank, die Allianz sowie die beiden Landesbanken WestLB und LBBW sind jeweils mit Milliardensummen im Abbau oder bei der Verbrennung von Kohle engagiert. Dies geht aus der am Mittwoch in Durban, Berlin und Nijmegen veröffentlichten Studie „Bankrolling Climate Change“ hervor.

Kern der Studie, die von „urgewald“ und weiteren Umweltorganisationen veröffentlicht wurde, ist ein Ranking von 93 Banken, die weltweit mit den größten Beträgen an der Finanzierung von Kohleprojekten beteiligt sind. Mit einem Kohleportfolio von 16,5 Milliarden Euro führt die US-Bank JP Morgan Chase das Ranking an. Die Deutsche Bank folgt laut Studie mit einem Engagement von 11,5 Milliarden Euro an weltweit sechster Stelle. Betrachte man nur das Engagement im Kohlebergbau, stehe die Deutsche Bank weltweit sogar an zweiter Stelle, so urgewald. Insgesamt fallen in dem Ranking 20 deutsche Banken als Klimasünder auf.

„Wir haben die Kohlefinanzierung untersucht, weil Kohlekraftwerke die größte Quelle für CO2-Emissionen sind“, erklärte Heffa Schücking von urgewald, Hauptautorin der Studie. „Erschreckenderweise zeigt unsere Untersuchung, dass sich die Kohlefinanzierung seit Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls fast verdoppelt hat, obwohl die katastrophalen Folgen des Klimawandels immer offensichtlicher werden.“

Neben den drei großen Privatbanken Deutsche Bank, Unicredit/HVB und Commerzbank sind in dem Ranking von Kohleinvestoren auch Landesbanken und die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie zahlreiche Kreditinstitute aus dem Sparkassen- und Genossenschaftssektor prominent vertreten. Allein die Landesbanken hätten seit 2005 rund 4,4 Milliarden Euro in den Kohlesektor investiert, heißt es in der Studie.

„Wir haben ganz bewusst die Investitionstätigkeit der Banken seit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls im Jahr 2005 untersucht: Seitdem kann es keinerlei Entschuldigung mehr geben, noch weiter in Kohle zu investieren. Unsere Zahlen belegen, dass die Nachhaltigkeitserklärungen deutscher Banken zum Thema Klima nur heiße Luft sind“, sagte Schücking. So bezeichne sich die Deutsche Bank als „Klimabotschafter“, die Unicredit/HVB „bekräftigt ihr Engagement zur Erreichung der im Kyoto-Protokoll erreichten Ziele“, und die Commerzbank schreibe auf ihrer Website: „Klimawandel erfordert entschlossenes Handeln.“

Besonders absurd erscheine das Geschäftsgebaren der KfW, kritisierte urgewald. Die staatliche Bank, die aus Klimaschutzgründen beispielsweise Solaranlagen oder Wärmedämmungen fördert, sei mit insgesamt rund 540 Millionen Euro im Kohlesektor engagiert. Dabei heiße es auf der Internetseite der KfW: „Dem Klimawandel nichts entgegenzusetzen und weiterzumachen wie bisher (…) würde fundamental gegen Menschheitsinteressen verstoßen. Nur grundlegendes, schnelles und gemeinsames Umsteuern kann die schlimmsten Folgen verhindern.“

Die KfW und andere staatliche Förderbanken verteidigten ihr Engagement im Kohlesektor häufig mit der Begründung, sie investierten in Kraftwerke mit besonders hohem Wirkungsgrad, berichtete urgewald. Unterschlagen werde dabei jedoch, dass es sich häufig um gigantisch dimensionierte Kraftwerke handele und dass selbst das modernste Kohlekraftwerk in seinem Lebenszyklus Hunderte Millionen Tonnen CO2 freisetze. So werde allein das von der KfW unterstützte 4.800 MW Kohlekraftwerk Kusile in Südafrika den CO2 Ausstoß des südafrikanischen Energiesektors um fast 13 Prozent steigern.

Mit der Studie liege erstmals eine umfassende Untersuchung darüber vor, wie international führende Banken zum Klimaproblem beitragen, so urgewald. „Nun können sich die Banken nicht mehr hinter schönen Klimaworten euerbare ergien und Energieeffiziens!Enverstecken, sondern ihre Kohle-Portfolios sind erstmals vergleichbar“, sagte Schücking. Die Studie wurde gemeinsam von der deutschen NGO urgewald, den beiden NGOs groundWork und Earthlife Africa aus Südafrika und dem internationalen NGO-Netzwerk BankTrack mit Sitz in Nijmegen veröffentlicht.

Mit der Studie wollen die Organisationen nun Druck auf die Banken ausüben. „Pläne für neue Kohlekraftwerke und Kohleminen treffen weltweit auf entschlossenen Widerstand. Dieser Widerstand richtet sich zunehmend auch gegen Banken. Wer also neue Kohlekraftwerke finanziert, holt sich den Protest vor die eigene Bankzentrale“, sagte Mona Bricke von der Anti-Kohlekampagne der klima-allianz deutschland, einem Netzwerk von mehr als 110 deutschen Verbänden, Kirchen und NGOs. „Wenn Banken verantwortliche Klimaakteure werden wollen, müssen sie aufhören, Kohle zu finanzieren und ihr Portfolio hin zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ändern.“

Die Studie ist auf der urgewald-Website www.urgewald.orgverfügbar.

Tags: Banken :: Klima

Wo Banker am meisten verdienen

Während die einen mit allen Mitteln gegen die Euro-Krise kämpfen, Staaten retten und Geldhäuser stützen, scheffeln Banker ordentlich Geld. Sie tragen ein Vielfaches dessen, was Otto-Normalverbraucher verdienen, nach Hause.

Düsseldorf. In der Finanzkrise hat ihr Image schwer gelitten und in der Euro-Krise müssen viele Banken stellen streichen. Trotzdem können die Kreditinstitute offenbar nicht über Geldmangel klagen. Ganz im Gegenteil. Ein Blick auf die Gehaltskonten der Banker.

England: Den Briten geht es schlecht, wenn sie nicht gerade bei einer Bank arbeiten. Inflation fünf Prozent, die Löhne stagnieren und die Arbeitslosigkeit war zuletzt vor bald zwanzig Jahren so hoch. Nur im Londoner Finanzviertel steigen die Grundeinommen – um satte zwölf Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Rund 96.000 Euro brutto verdienen Finanzexperten im Schnitt während die Briten landesweit gerade mal 20.000 Euro erwirtschaften.

Noch besser geht es Bankern in Top-Positionen: Ihre Gehälter klettern um ganze 21 Prozent auf rund 272.000 Euro und UK-Banker in der Konzernleitung bringen es laut einer Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value sogar auf 5,78 Millionen Euro. Die hohen Lohnsteigerungen erklärt die Personalberatung Astbury Marsden damit, dass im Gegenzug die Boni schrumpfen, da rund um den Globus Investmentbanken wegen der Schuldenkrise auf die Kostenbremse treten mussten. Statt rund 29.850 Euro gibt’s für Londons Banker „nur“ noch rund 23.100 Euro in diesem Jahr.

USA: Wie in England, müssen sich auch die Wall-Street-Banker darauf einstellen, dass sie je nach Position 20 bis 30 Prozent weniger Boni ausgezahlt bekommen als im vergangenen Jahr. Auch hier leiden die Geschäfte seit Monaten unter der Schuldenkrise in Europa und der lahmenden US-Wirtschaft.

Allerdings wird kein Banker deswegen am Hungertuch nagen, denn an Topadressen wie bei Goldman Sachs und JP Morgan verdienen Investmentbanker immer noch ein Vielfaches dessen, was Otto-Normalverbraucher verdienen. Die Fixgehälter liegen laut der Personalberatung Kennedy Associates Mitte 2011 im Durchschnitt bei 340.000 bis 450.000 Euro – sie wurden als Reaktion auf schärfere Bonusregeln massiv nach oben geschraubt.

Inklusive Bonus kommen erfahrene Top-Performer auf rund 1,5 Millionen Dollar. Auch der Gehaltsscheck für Berufseinsteiger ist nicht schlecht – sie verdienen inklusive Boni etwa 125.000 Dollar im Jahr, während hierzulande die Junioren im Investment-Banking etwa mit rund 65.000 Euro Grundgehalt starten.

Schweiz: Auch in der Schweiz sind es die Banker, die noch immer am besten verdienen. So haben Bankangestellte monatlich umgerechnet 7.612 Euro in der Tasche, während der Otto-Normalschweizer etwa 4.865 Euro verdient. Im gesamten Schweizer Finanz- und Versicherungssektor verdienen die Arbeitnehmer im Durchschnitt 7.103 Euro pro Monat – damit zahlt dieser Sektor die höchsten Löhne überhaupt, wobei der Finanzsektor besser abschneidet. Schweizer Banker in der Konzernleitung bringen es im Jahr auf satte 4,42 Millionen Euro, wie das unabhängige Equity-Research-Unternehmen Alpha Value errechnet hat. In Sachen CEO-Entlohung schafft es der Credit Suisse Chef Brady Dougan in der Top Ten Liste von Alpa Value mit 9,24 Millionen Euro auf den zweiten Platz.

Deutschland: Am deutschen Finanzplatz Frankfurt sind die meisten Banker von den Bezügen ihrer Kollegen in New York und London weit entfernt; aber auch sie verdienen immer noch fürstlich und deutlich mehr als der Rest der Bevölkerung. Vor allem Investmentbanker tragen viel Geld nach Hause. Während ein erfahrener Mitarbeiter im Durchschnitt auf ein jährliches Fixgehalt von 103.000 Euro brutto und einen Bonus von 26.000 Euro kommt, beträgt das durchschnittliche Grundgehalt im Investmentbanking 164.000 Euro plus 125.000 Euro Bonus. Auf Senior-Positionen können 310.000 bis 360.000 € und mehr erzielt werden. Das haben Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ergeben, die sich auf Daten der Unternehmensberatung Towers Watson beziehen. Händler in herausgehobener Position können ihre Bezüge durch den Bonus in den Millionenbereich katapultieren. Deutsche Bank-Chef Joses Ackermann beispielsweise hat im vergangenen Jahr 6,3 Millionen Euro nach Hause getragen.
Europäische Banken
Übernahmekampf
Safra-Gruppe erhält Zuschlag für Sarasin
Eigenkapitalquote
Schweden verlangt Banken mehr ab
Aufsicht verschärft Regeln
Banken sollen ihre Schatztruhen füllen

Spanien: Die Schuldenkrise reißt auch tiefe Löcher in die Bilanzen der spanischen Banken – und in die Portemonnaies der Banker. Ihre Gehaltsschecks sind aber noch immer atemberaubend. So verdient ein Banker aus der Führungsetage laut Alpha Value im Schnitt 3,7 Millionen Euro. Auch Francisco González Rodríguez, Vorstandschef der spanischen Bankengruppe Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), kann sich nicht beschweren: 5,31 Millionen Euro standen 2010 auf seinem Gehaltscheck.

Die in westlichen Ländern geführte Debatte über zu hohe Gehälter und zu üppige Boni der Banker, findet in Japan nicht statt.
Quelle: Mitra Tabrizian / Queensland Art Gallery

Gleichzeitig müssen spanische Kreditinstitute vom Staat gerettet werden, weil vor allem der ungezügelte Immobilienboom vor einigen Jahren etliche Opfer fordert. Dabei handelte es sich zuletzt häufig um Sparkassen und Regionalbanken (Caja Castilla-La Mancha, CajaSur und Caja del Mediterráneo).

Angeschlagen ist auch das Geldhaus von BBVA-Chef Rodríguez: Erst vor wenigen Wochen hat die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit des Institutes, ein Flaggschiff der spanischen Bankenbranche, auf AA- gesenkt.

Italien: Alarmierende Signale auch aus Italien: Im Oktober nahm der Rating-Riese Fitch gleich mehrere Institute ins Visier und stufte Sanpaolo, Unione di Banche Italiane und Banca Monte dei Paschi di Siena Federn empfindlich herab. Nur wenige Tage zuvor hatte Fitch die Kreditwürdigkeit Italiens wegen der Verschärfung der Schuldenkrise in Europa gesenkt. Ein Banker in führender Position verdient laut Alpha Value im Schnitt rund 1,9 Millionen Euro. Das höchste Pro-Kopf-Einkommen liegt in Italien (Südtirol) bei rund 34.000 Euro jährlich.

Frankreich: Auch in Frankreich geraten die Banken in den Krisensog. Mitte September hat die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit der Großbanken Société Générale und Crédit Agricole herabgestuft. Beide Geldhäuser waren in Griechenland stark engagiert. Trotzdem verdienen die Chefs Pariser Banken nicht schlecht: Hochrangige Manager kommen hier auf ein Jahresgehalt von rund 865.000 Euro.

Japan: Was ein Banker im mittleren Management bei Goldman Sachs als leistungsgerechte Entlohnung betrachtet, das verdienen in Japan allenfalls die oberen 5 Prozent in den Geldhäusern. Die in westlichen Ländern geführte Debatte über zu hohe Gehälter und zu üppige Boni der Banker, findet in Japan nicht statt.

Wer zum Beispiel nach der Uni in einer der drei großen japanischen Banken – Mitsubishi UFJ, Mizuho oder Sumitomo Mitsui – beginnt, startet laut FAZ mit einem Gehalt von monatlich etwa 200.000 Yen (1.860 Euro). Dazu kommen die Boni, die sich mit denen westlicher Investmentbanker nicht vergleichen lassen, so dass am Ende ein Jahresgehalt von etwas mehr als 3 Millionen Yen steht. Mit 35 bekommt ein japanischer Banker derzeit im Schnitt 10 Millionen Yen (93.000 Euro). Der Chef einer Megabank in Tokio kann im Schnitt mit rund 100 Millionen Yen rechnen. In Japan gehört er damit zu den Spitzenverdienern.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/wo-banker-am-meisten-verdienen/5901188.html?p5901188=all

 

8. November 2011, 11:12, NZZ Online
EU verlangt Nachverhandlungen mit der Schweiz
Kommission macht wegen des Steuerabkommens mit Berlin und London Druck
Drinnen Freude, draussen Demonstrationen: In Berlin ist das Steuerabkommen unterzeichnet worden. (Bild: Reuters)
Die Analyse der EU-Kommission zu den Schweizer Steuerabkommen mit Deutschland und Grossbritannien steht. Die Kommission drängt die beiden Länder offenbar dazu, ihre Abkommen mit der Schweiz nachzuverhandeln und droht andernfalls mit rechtlichen Schritten.

(sda) Die Berichte zu den Steuerabkommen liegen offenbar bereit, wie es in Brüssel heisst. Die Sprecherin von EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta erklärte, der Kommissar «hat die Absicht, bald dazu offiziell Stellung zu nehmen».

Die beiden Abkommen sehen für Steuerzahler aus Deutschland und Grossbritannien eine rückwirkende Pauschalbesteuerung ihrer Vermögen vor, die auf Schweizer Banken liegen. Ende Oktober hatte sich der EU- Steuerkommissar bereits skeptisch geäussert und bei allfälligen Verstössen gegen EU-Recht, oder falls Zuständigkeiten der EU-Kommission verletzt wurden, Konsequenzen angedroht.
Kommission warnt andere EU-Länder

Die Kommission kämpft momentan an mehreren Fronten, um die betroffenen Mitgliedstaaten zur Räson zu bringen. So warnte sie laut Kreisen schon mal weitere EU-Länder, die sich auch für ein solches Abkommen mit der Schweiz interessieren.

Das geschah nach diesen Angaben auch vor dem Treffen von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf mit ihrem französischen Kollegen François Baroin vom Donnerstag. Mit dem Resultat, dass Baroin nach dem Treffen erklärte, die Voraussetzungen für ein Abkommen, wie es die Schweiz mit Deutschland und Grossbritannien unterzeichnet habe, seien zurzeit nicht gegeben.

Frankreich, wie auch anderen interessierten Ländern wie Belgien oder die Niederlande, wurde von der Kommission klar gemacht, dass sie zwar solche bilateralen Abkommen aushandeln können. Aber die EU-Regeln und die Kompetenzen der EU-Kommission müssten dabei respektiert werden.
Druck auf Nachverhandlungen

Genau das soll bei den Steuerabkommen Schweiz-Deutschland und Schweiz-Grossbritannien nicht der Fall gewesen sein. Diese würden in Teilen der EU-Richtlinie (Gesetz) zur Zinsbesteuerung widersprechen, aber auch dem Zinsbesteuerungsabkommen Schweiz-EU, kommt die Kommission laut Kreisen zum Schluss.

Bevor die EU-Kommission aber Nägel mit Köpfen macht und ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und Grossbritannien einleitet, versucht sie in Gesprächen auf technischer Ebene die beiden Länder zu Nachverhandlungen der Abkommen zu bringen.

Die Schweiz selbst sieht bisher keinen Bedarf für Nachverhandlungen, wie Mario Tuor, Sprecher des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF), der Nachrichtenagentur SDA sagte. Patrick Odier, der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), nannte die Verträge kürzlich ausgewogen und warnte vor Nachverhandlungen.
Widmer-Schlumpf in Brüssel

Bedarf nach Klärung besteht aber auf allen Seiten. So soll Bundesrätin Widmer-Schlumpf EU-Steuerkommissar Semeta bereits nächste Woche in Brüssel treffen. Dieses Mal dürfte es ein etwas längeres Gespräch werden als am 8. November, als die beiden sich nur kurz über die Steuerabkommen unterhalten konnten.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/eu_verlangt_nachverhandlungen_mit_der_schweiz_1.13351565.html