Archiv

Frankreich

Aufgrund dieser Videoaufnahme ist es möglich, die Fälschung des Zitats durch die Neue Züricher Zeitung, eine der wesentlichen Stimme der internationalen Finanzaristokratie nachzuweisen.

Er sei unter französischem Bombardement festgenommen worden, beschwerte sich der  frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent
Gbagbo. Es war sein erster Auftritt vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) nach seiner Festnahme vor knapp acht Monaten – der erste eines ehemaligen Staatschefs überhaupt.
http://de.euronews.net/2011/12/05/vor-strafrichtern—gbagbo-schimpft-auf-franzosen-/

interessant, dass etwa die Neue Züricher Zeitung, Gagbo falsch zitiert:“Ausserdem beklagte sich Gbagbo über seine Festnahme durch von französischen Soldaten unterstütze Kämpfer Ouattaras.“  Er hat nämlich nicht von einer Festnahme duch die Kämpfer Ouattaras gesprochen mit Hilfe der französischen Armee, sondern gemau umgekehrt, dass die Franzosen seinen Regieungssitz erobert und ihn verhaftet haben und ihn erst dann an die Kämpfer Ouattaras übergeben haben: Hier kann jeder sehen, wie Journalismus fälschen kann, um dieses imperiale Gehabe Frankreichs gegenüber seiner ehemaligen Kolonie zu vertuschen. Bis heute stehen noch französische Truppen in dem Land und beherrscht Frankreich immer noch die Wirtschaft der Elfenbeinküste, des . größten Kakauproduzenten der Welt.

„Der Ex-Präsiden  sagte, er wolle die Beweise gegen ihn sehen und sich gegen diese zur Wehr setzen. Ausserdem beklagte sich Gbagbo über seine Festnahme durch von französischen Soldaten unterstütze Kämpfer Ouattaras im April. Sein Sohn sei geschlagen und sein Innenminister getötet worden, sagte er. «Ich war der Präsident der Republik und der Amtssitz des Präsidenten der Republik wurde beschossen», sagte er.“

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/gbagbo_1.13526170.html

Gbagbo à la CPI : „J’ai été arrêté sous les bombes françaises“ (05/12/2011 23:41)

LA HAYE (AFP)

L’ancien président ivoirien Laurent Gbagbo, soupçonné de crimes contre l’humanité, a accusé l’armée française d’avoir orchestré son arrestation lors de sa première comparution lundi devant la Cour pénale internationale.
„J’ai été arrêté le 11 avril 2011 sous les bombes françaises“, a dit M. Gbagbo, 66 ans, premier ex-chef d’Etat remis à la Cour, soupçonné de crimes commis à la suite de l’élection présidentielle de novembre 2010.
„C’est l’armée française qui a fait le travail“, a-t-il assuré, relatant pour la première fois son arrestation, lors de sa première comparution devant la CPI, entrée en fonction à La Haye en 2002.
Laurent Gbagbo est soupçonné d’être „coauteur indirect“ de crimes contre l’humanité lors des violences post-électorales de 2010-2011, à savoir meurtre, viol, actes inhumains et persécution commis par ses forces entre le 16 décembre 2010 et le 12 avril 2011.
Son refus de céder le pouvoir à son rival et actuel président Alassane Ouattara à la suite de la présidentielle de novembre 2010 avait plongé le pays dans une crise meurtrière qui avait fait 3.000 morts.
Interrogé par la présidente Silvia Fernandez de Gurmendi sur ses conditions de détention, l’ancien président ivoirien a assuré que celles-ci étaient „correctes“, mais, a-t-il ajouté, „ce sont les conditions de mon arrestation qui le sont moins“.
„Une cinquantaine de chars français encerclaient la résidence (présidentielle, ndlr) pendant que les hélicoptères la bombardaient“, a assuré M. Gbagbo, vêtu d’un costume sombre, d’une chemise blanche et portant une cravate bleue marine.
„J’ai vu devant moi mourir mon ministre de l’Intérieur“, a-t-il poursuivi : „mon fils aîné est encore détenu en Côte d’Ivoire, je sais pas pourquoi on l’a arrêté, peut-être parce qu’il est mon fils, je l’ai vu battu“.
Lors de l’audience, qui a duré moins d’une trentaine de minutes, les juges ont vérifié l’identité du suspect et se sont assurés qu?il avait été informé clairement des charges portées contre lui et des droits que lui reconnaît le Statut de Rome, traité fondateur de la Cour.
Laurent Gbagbo, détenu jusque-là en Côte d’Ivoire, avait été écroué mercredi dernier au centre de détention de la CPI, qui siège à La Haye.
„Je suis venu sans rien, sauf avec ma chemise et mon pantalon, sans rien du tout“, a raconté l’ex-chef d’Etat, assurant ne pas avoir été prévenu de son transfert aux Pays-Bas.
Le procureur sortant de la CPI Luis Moreno-Ocampo a assuré, dans un entretien téléphonique à l’AFP à l’issue de l’audience, que le transfert de M. Gbagbo était „la responsabilité du gouvernement ivoirien“.
Sur ses conditions de détention en Côte d’Ivoire, l’ancien président a dit : „je ne savais ce qu’il se passait dans le ciel que quand il pleuvait sur le toit.“
„Maître Altit (son avocat, ndlr) est venu jusqu’à Korhogo pour me voir et on l’a empêché de me rencontrer. Ca a été tout le temps comme ça : une bataille entre mes avocats et mes geôliers“, a-t-il soutenu.
„Si on m’accuse, c’est qu’il y a des éléments de preuve“, a en outre déclaré M. Gbagbo, qui était sous le coup d’un mandat sous scellés émis le 23 novembre et rendu public le 30 novembre : „je veux voir ces éléments de preuve et les confronter à ma vérité à moi“.
L’audience de confirmation des charges aura lieu le 18 juin 2012, a anné la présidente.
A l’issue de celle-ci, les juges devront déterminer si les preuves rassemblées par l’accusation sont suffisamment solides pour la tenue d’un procès.
„Nous sommes d’accord sur le fait que des crimes ont été commis de tous les côtés (et donc également par le camp Ouattara, ndlr) et doivent donc être poursuivis“, a précisé le procureur, qui avait été autorisé début octobre à enquêter en Côte d’Ivoire : „nous avons également dit que nous enquêtons sur plus de dossiers“.

http://www.dhnet.be/breaking_news.phtml?id=352037&source=afp&status=3

Die Euro-Krise wird sich immer mehr zu einem Problem für die Real-Wirtschaft. So kletterte in Frankreich die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit fast zwölf Jahren.

Nach amtlichen Angaben waren im Oktober mehr als 2,8 Millionen Menschen ohne Beschäftigung, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber September betrug der Zuwachs 1,2 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit dürfte das Hauptthema im herauf ziehenden Präsidentschaftswahlkampf sein.

http://de.euronews.net/2011/11/28/arbeitslosgkeit-in-frankreich-zieht-immer-mehr-an

Keine Anklage im Fall Bettencourt
Bericht über Entscheid des Finanzministeriums
Liliane Bettencourt, Erbin des Kosmetikkonzerns L’Oréal. (Bild: Reuters)
Die französische Milliardärin Liliane Bettencourt wird offenbar nicht wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Sie geriet wegen Schwarzgeldkonten in die Schlagzeilen und weil sie Leuten aus der Regierungspartei Geld zusteckte.

awy./(ddp) Das französische Magazin «Le Nouvel Observateur» berichtete am Mittwoch, die reichste Frau Frankreichs müsse sich nicht vor Gericht verantworten, obwohl sie mindestens 106 Millionen Euro vor dem Staat verheimlicht habe. Dies sei im Finanzministerium entschieden worden. Bettencourt hatte einen Teil ihres Vermögens auf Schweizer Konten und in Singapur versteckt. Unterdessen läuft ein gerichtliches Verfahren über eine künftige Bervormundung der 89-jährigen Frau.

Der Fall Bettencourt ist besteht nicht nur aus einer Steueraffäre, sondern auch aus einer Parteispendenaffäre. Die Milliardärin pflegte zuweilen Leuten aus der Regierungspartei Umschläge mit Bargeld zuzustecken. Zu den Empfängern gehörten der ehemalige Finanzminister Eric Woerth und angeblich auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy persönlich.

Flugzeugunfälle spielen keine Rolle

Der Stresstest-Beauftragte der Großregion, Dieter Majer, hat seinen Zwischenbericht zum französischen Stresstest in Cattenom vorgelegt. Im SR 3-Interview krisisierte er, dass unfallbedingte Flugzeugunfälle komplett ausgespart wurden.

(28.11.2011) Dieter Majer ist der Kernkraftwerk-Stresstest-Beauftragte von Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Im Auftrag der drei Länder hat er den Stresstest bei den französischen Kernkraftwerken bewertet. Am 28. November stellte er einen Zwischenbericht dem Interregionalen Parlamentarierrat vor. Seine Hauptkritikpunkte: Bei dem vom Betreiber Électricité de France (EDF) berechneten Erdbeben sei die Kühlung des Atomkraftwerks gefährdet. Für den Ernstfall werde keine Ersatzsteuerzentrale vorgehalten. Und vor allem: Unfallbedingte Flugzeugabstürze spielten bei dem französischen Stresstest überhaupt keine Rolle, und das „obwohl im so genannten Lastenheft der Europäischen Union, also dem Papier, in dem die Anforderungen an den Stresstest aufgeschrieben sind, ein solcher Flugzeugabsturz erwartet wird.“

„Zwischenbericht zu Stresstest in Cattenom“ [aktueller bericht, 28.11.2011, Länge: ca. 3:02 Min.]
Nur eine Entscheidung der EDF?

Seiner Auffassung nach müsste die EDF die Sicherheitshüllen der einzelnen Kraftwerke hinsichtlich möglicher Beschädigungen durch einen Flugzeugabsturz überprüfen und ggf. Maßnahmen ergreifen, um potenzielle Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.
Mehr zum Thema

Stresstest zeigt Mängel in Cattenom
Als Konsequenz aus der Katastrophe von Fukushima im Frühjahr unterzieht die EU derzeit alle europäischen Atommeiler einem einheitlichen Stresstest. Erste Zwischenergebnisse wurden nun veröffentlicht, darunter auch die des grenznahen AKWs Cattenom.

SR-online.de
„Saar-Parteien zu Stresstestzwischen- bericht“ (28.11.2011)
SR-online.de
Stresstest zeigt Mängel in Cattenom (20.09.2011)

Er habe zusammen mit den Ländern bereits einen gemeinsamen Brief an die französische Seite geschrieben, um auf das Defizit hinzuweisen.

„Wir wissen aber nicht, ob die französische Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde (…) der Auffassung ist, dass Flugzeugabstürze keine Rolle spielen, oder ob EDF von sich aus das Thema negiert hat.“ Das müsse jetzt geklärt werden, denn die Europäische Union erwarte eine entsprechende Aussage.
Nur begrenzte sicherheitstechnische Diskussion

Dieter Majer kritisierte in diesem Zusammenhang auch, dass man in Frankreich auf fachlicher Ebene nicht alle physikalisch möglichen Unfallszenarien bis zur letzten Konsequenz diskutiere. „Man begrenzt die sicherheitstechnische Diskussion schon deshalb, weil man praktisch keine Chancen sieht, die entsprechenden nachteiligen Auswirkungen zu reduzieren bzw. zu beseitigen.“

SR 3 Interview: Dieter Majer zum Cattenom-Stresstest [SR 3, Renate Wanninger, 28.11.2011, Länge: 3:53 Min.]
Abschließende Beurteilung erst 2012

Noch will Mejer jedoch keine abschließende Beurteilung abgeben. Der gesamte Stresstest-Prozess werde erst – auf europäischer Ebene – im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Beim französischen Stresstest von Cattenom sei man derzeit dabei, den Betreiberbericht auszuwerten. Es gebe aber noch keinen Bericht der französischen Aufsichtsbehörde, ob der Bericht der EDF, also der Betreibergesellschaft der französischen Kernkraftwerke, in der vorliegenden Form akzeptiert werde oder nicht. „Für uns ist natürlich entscheidend, welche Auflagen wird die französische Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde erteilen auf der Basis dieses Stresstest-Berichtes.“ Diese Auflagen seien ihm derzeit nicht bekannt. Sie werden voraussichtlich Ende 2011 vorliegen „und erst danach werde ich eine abschließende Bewertung vornehmen.“

Die Vorsitzende des Interregionalen Parlamentarierrats, Kuhn-Theis erklärte nach der Präsentation des Zwischenberichtes, dass die Kommission nun eine Resolution vorbereiten werden. Darin werde voraussichtlich die Abschaltung von Cattenom gefordert. Red.

27. November 2011, NZZ am Sonntag
Gab es im Fall Strauss-Kahn doch ein Komplott?
Neue Verschwörungsthese in den USA
Es gibt möglicherweise Indizien, dass Dominique Strauss-Kahn doch in eine Falle getappt ist. (Bild: Reuters / Charles Platiau )
Eine Recherche der «New York Review of Books» über die Affäre Dominique Strauss-Kahn in Manhattan enthält Indizien, dass DSK in eine Falle tappte.

Andreas Mink, New York

War Dominique Strauss-Kahn das Opfer eines Komplotts, als er am 14. Mai in New York wegen der Vergewaltigung eines Zimmermädchens verhaftet wurde? Darauf deutet zumindest eine Recherche zum Fall hin, die am Samstag in der Zeitschrift «New York Review of Books» publiziert wurde.

Laut dem Artikel betrat die Hotelangestellte Nafissatou Diallo damals die Suite des Chefs des Währungsfonds IMF um 12.06 Uhr. Die New Yorker Polizei entdeckte dort vor dem Badezimmer Sperma des IMF-Chefs gemischt mit dem Speichel Diallos. Strauss-Kahn behauptet, das Zimmermädchen habe freiwillig Oralsex mit ihm gehabt. Diallo erklärte jedoch, dazu brutal gezwungen worden zu sein.

Bisher nicht bekannt war, dass Diallo vor und nach der angeblichen Vergewaltigung mehrfach ein neben Strauss-Kahns Suite liegendes Zimmer betrat. Sie hat ihre Vorgesetzten erst nach ihrer Visite in diesem Raum alarmiert. Das Sofitel gibt die Identität des möglichen Gastes dort nicht preis.

Zudem ist ungeklärt, warum das Hotel erst um 13.31 Uhr die New Yorker Polizei informierte. Zuvor unterrichtete der Sofitel-Sicherheitschef möglicherweise seinen Vorgesetzten René-Georges Querry in Paris von dem Vorfall. Dieser steht Nicolas Sarkozy nahe, der damals bei den Umfragen für die französischen Präsidentschaftswahlen deutlich hinter Strauss-Kahn lag. René-Georges Querry befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu einem Fussballspiel, das er sich gemeinsam mit Sarkozy anschauen wollte.

Laut dem Bericht betrat ein zweiter Hotelangestellter die Suite von Strauss-Kahn gleichzeitig mit Diallo. Dieser verweigerte bisher die Aussage. Diallo kam gegen 12.50 Uhr mit zwei Sofitel-Managern in die Suite zurück. Die Männer haben danach einen «dreiminütigen Freudentanz» aufgeführt, den Überwachungskameras festgehalten haben. Rätselhaft ist zudem der Verbleib des Blackberrys von Strauss-Kahn. Dieser hatte am Morgen des 14. Mai aus Paris die Information erhalten, sein Gerät sei gehackt worden. Er hat das Handy im Sofitel vergessen und sich kurz vor seinem Abflug nach Paris aufgeregt im Hotel danach erkundigt. Das Handy wurde bisher nicht gefunden, wurde aber laut dem Betreiber um 12.51 Uhr deaktiviert, ein Eingriff, der nur Technikern möglich ist.

Strauss-Kahn wurde im August aufgrund von Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit von der New Yorker Staatsanwaltschaft entlassen.

Die Strafgerichte haben den Fall Strauss-Kahn geschlossen, in den Medien geht die Affäre weiter. Nach dem minutiösen Bericht eines amerikanischen Journalisten der New York Review of Books raschelt es auch wieder im französischen Blätterwald: Strauss-Kahn soll wenige Stunden vor dem Vorfall mit dem Zimmermädchen im New Yorker Sofitel geargwöhnt haben, dass sein Handy von der gegnerischen Partei, Präsident Sarkozys UMP, angezapft wurde. Er habe eine entsprechende Warnung von einer Freundin erhalten, die vorübergehend bei der UMPbeschäftigt war. Strauss-Kahn habe deshalb das Handy nach seiner Rückkehr in Frankreich überprüfen lassen wollen – doch dazu kam es bekanntermaßen ja nicht gleich.

UMP-Generalsekretär Jean-François Copé wiegelt ab: Wenn es Beweise gebe, müsse ein jeder Konsequenzen daraus ziehen. Aber solange es sich nur um Gerüchte auf Basis anonymer Hinweise handele, werde seine Partei natürlich entsprechend reserviert damit umgehen.

An den der Öffentlichkeit bekannten Vorgängen zwischen dem damaligen IWF-Chef und der Putzfrau ändert dies wenig, ebenso wenig an den Vorwürfen der französischen Schriftstellerin Banon gegen ihn und den Ermittlungen zuDSKs Treiben mit Callgirls. Für Sarkozy und seine Getreuen ist es hingegen nicht das erste Mal, dass sie das Ausspionierens politischer Gegner verdächtigt werden.

http://de.euronews.net/2011/11/26/wurde-strauss-kahn-von-sarkozys-parteifreunden-ausspioniert/

Castor-Gleise in Frankreich blockiert
Vor dem Start des Atommülltransports gehen Polizisten mit Tränengas gegen Demonstranten vor
Im französischen Valognes ist es angesichts der Castor-Transporte zu Zusammenstössen zwischen Anti-Atom-Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Tränengas ein. (Bild: Reuters)
Im französischen Valognes haben Aktivisten kurz dem Start des Castor-Transports die Gleise blockiert. Polizisten sind mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Es wird erwartet, dass der Transport mit hochradioaktivem Müll am frühen Nachmittag in La Hague startet.

koa. /(ddp) Kurz vor dem Start des Castor-Zuges vom französischen La Hague nach Gorleben haben französische Aktivisten die Gleise in Valognes blockiert. «Mehrere Dutzend Atomkraftgegner befinden sich seit dem frühen Morgen direkt auf den Gleisen», berichtet Philippe Guitier von der Zuggewerkschaft Sud Rail.

Die Generalversammlung des Aktions-Camps mit rund 500 Teilnehmern hätte zuvor beschlossen, die Zugfahrt «friedlich zu behindern». Nach Angaben der französischen Anti-Atom-Organisation «Sortir du nuclaire» sei die Polizei mit Tränengas und «brutaler Gewalt» gegen die Demonstranten vorgegangen. Sieben Menschen seien festgenommen worden.
Von früherem Start gesprochen

In den vergangenen Tagen haben sich mehrere hundert Protestanten getroffen, um den dreizehnten Castor-Transport zu blockieren, dessen Start für Mittwochnachmittag angekündigt war. Am Dienstagabend hatte der französische Atomtechnik-Konzern Areva von einem früheren Start gesprochen.

Die Demonstranten glauben hingegen, der Zug werde wie ursprünglich geplant um 14 Uhr 30 in Valognes nahe der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague starten. Der Zug könnte dann drei verschiedene Routen nehmen: Die eine führe ab Amiens in den Norden und würde dann am Donnerstag entweder um 10 Uhr 40 Uhr in Forbach, um 12 Uhr 32 in Kehl oder um 13 Uhr in Lauterburg die deutsche Grenze überqueren. Diese Zeiten gelten auch für Freitag, sollte der Castor-Transport doch erst am Donnerstag losfahren.

Video: Im französisches Valognes laufen die Vorbereitungen für den Castor-Transport

(Reuters)

Gorleben nie als Endlager bestimmt

Die Grünen in Deutschland kritisierten unterdessen, dass der Salzstock im niedersächsischen Gorleben nie in einem wissenschaftlichen Auswahlverfahren zum möglichen Atommüllendlager bestimmt worden sei. Zu diesem Schluss komme die Partei in einem Zwischenbericht zum Bundestagsuntersuchungsausschuss, berichtete die «Berliner Zeitung».

Damit verbiete sich jeder weitere Castor-Transport nach Gorleben, sagte die Grünen-Politikerin Sylvia Kotting-Uhl dem Blatt. «Gorleben wurde politisch willkürlich und unter grossem Druck ausgewählt», meinte sie. Da jeder zusätzliche Atommülltransport nach Gorleben den Druck erhöhe, den Salzstock zum Endlager zu küren, müssten die Atomkraftwerkbetreiber die Zwischenlagerung des Mülls an den AKW-Standorten beantragen.
Unter dem Motto «Südblockade» Zug aufhalten

Ziel des dreizehnten Castor-Transports von La Hague nach Gorleben in Niedersachsen ist ein 15 Hektar grosses, von Erdwall und Betonzaun umschlossenes Areal im Wald. Das Gelände des Zwischenlagers Gorleben beherbergt ein Abfalllager mit schwach und mittel aktivem Atommüll, eine sogenannte Pilotkonditionierungsanlage und das Castor-Lager. Das Zwischenlager wird von der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) betrieben, die den AKW-Betreibern gehört.

Am 1. November hatte das niedersächsische Umweltministerium die Bewilligung für den diesjährigen Castor-Transport nach Gorleben angekündigt. Die Einlagerung elf weiterer Atommüllbehälter wurde genehmigt. Entlang der 1200 Kilometer langen Strecke sind von Aktivisten zahlreiche Proteste geplant. In Süddeutschland wollen Aktivisten den Zug unter dem Motto «Südblockade» gleich nach dem Übertritt von Frankreich nach Deutschland stoppen.

21. November 2011, 15:10, NZZ Online

Die Krise erfasst den Kern der Euro-Zone

Frankreich droht der Verlust der Spitzen-Bonität

Auch Frankreich gerät ins Visier der Märkte. (Bild: Imago)ZoomAuch Frankreich gerät ins Visier der Märkte. (Bild: Imago)

Die Schuldenkrise könnte schon bald auf den Kern Euro-Zone übergreifen. Nachdem Standard & Poor’s letzte Woche Frankreich aus Versehen herabstufte, droht Moody’s genau mit diesem Schritt. Die Märkte reagieren nervös auf den Warnschuss der Rating-Agentur.

(sda/Reuters) Frankreich gerät immer tiefer in den Strudel der Euro-Schuldenkrise. Die Ratingagentur Moody’s warnte am Montag davor, dass das zweitgrösste Euroland sein «AAA»-Toprating verlieren könnte, falls die Refinanzierungskosten dauerhaft hoch blieben und wegen der Konjunkturflaute den Haushalt belasteten.

An den Märkten und in der EU-Kommission wuchsen die Sorgen, dass nun auch Schwergewichte des Währungsraums tiefer in den Abwärtsstrudel der Schuldenkrise geraten. «Die Krise trifft den Kern der Euro-Zone, wir sollten uns darüber keine Illusionen machen», sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel.

Der Warnschuss von Moody’s trug dazu bei, dass die Aktienmärkte in die Knie gingen. Der deutsche Dax und der französische CAC 40 lagen am Mittag je rund 2,6 Prozent im Minus. Die Schweizer Börse (SMI) tauchte im Handelsverlauf um knapp 2 Prozent.

Im Visier der Bonitätswächter

Frankreich ist zuletzt stärker ins Visier der Finanzmärkte geraten und muss bereits höhere Refinanzierungskosten für seine Schulden zahlen. Die Regierung in Paris will mit einem härteren Sparkurs das Vertrauen der Investoren wiedergewinnen, steht nach Ansicht von Moody’s aber vor einer schwierigen Aufgabe.

«Anhaltend hohe Kosten für die Kreditaufnahme würden die fiskalischen Herausforderungen der französischen Regierung vergrössern, während sich der Wachstumsausblick verschlechtert, was negative Kreditauswirkungen hätte», schrieb Moody’s-Experte Alexander Kockerbeck im wöchentlichen Kreditausblick der Agentur.

Er verwies darauf, dass die Renditeaufschläge zehnjähriger französischer Staatsanleihen vorige Woche erstmals seit Bestehen der Währungsunion um 2 Prozentpunkte über deutschen Bonds lagen.

Viel höhere Kosten

Damit zahle Frankreich für langfristige Finanzierungen Anlegern fast das Doppelte wie Deutschland. Die Zinsen für zehnjährige französische Anleihen zogen am Montag auf bis zu 3,622 Prozent an. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel gleichzeitig auf 1,869 (Freitag: 1,964) Prozent.

Ein Renditeanstieg um einen Prozentpunkt bedeute für Frankreich pro Jahr etwa Zusatzkosten von rund 3 Mrd. Euro, erklärte Moody’s. Das von der Regierung im nächsten Jahr erwartete Wachstum von nur einem Prozent erschwere den angepeilten Schuldenabbau.

Ein heftiger Rückschlag

Der Moody’s Konkurrent Standard & Poor’s hatte jüngst – nach eigenen Angaben – versehentlich Frankreichs Toprating «AAA» herabgestuft. Dies hatte für grosse Empörung in Frankreich gesorgt, aber vor allem für heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten. Denn für den Kampf der Euroländer gegen die Krise wäre es ein heftiger Rückschlag.

Sollte Frankreich sein «AAA»-Rating verlieren, wäre auch das «AAA»-Rating des EU-Rettungsschirms EFSF gefährdet, betonte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. «Ich möchte nicht, dass das passiert», sagte Juncker in Mainz. Zur möglichen Herabstufung Frankreichs ergänzte er: «Ich würde das der tatsächlichen Lage Frankreichs für nicht angemessen halten.»

Keine Überraschung

Für Finanzmarktexperten kommt der Warnschuss von Moody’s aber nicht überraschend. «Dass Frankreich substanziell etwas gegen die Haushaltsprobleme getan hat, ist bisher nicht zu erkennen», kritisierte HSBC-Ökonom Rainer Sartoris.

Die Regierung in Paris will immerhin mit harter Sparpolitik den Verlust seiner Kreditwürdigkeit verhindern. Anfang des Monats kündigte Ministerpräsident François Fillon Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen von 65 Mrd. Euro bis 2016 an.

Höhere Risikozuschläge für Spanien

Die Investoren misstrauen auch Spanien und Italien: Der Sieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen in Spanien beeindruckte sie nur wenig. Der Renditeaufschlag, den Investoren für zehnjährige spanische Papiere im Vergleich zu deutschen Bunds einfordern, legte zu Wochenbeginn um 29 auf 473 Basispunkte zu. Die Kurse der Anleihen gaben nach, die Rendite erhöhte sich auf 6,603 (Freitagabend: 6,403) Prozent.

Das von der Agentur Fitch mit «A+» bewertete Italien musste am Montag für seine Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit 6,826 Prozent berappen. Damit näherten sich die Renditen erneut der kritischen Marke von 7 Prozent.

Vor den Wahlen: Sarkozy will Ausländerrecht verschärfen

11. November 2011 12:15

In Frankreich geborenen Kinder sollen nicht mehr automatisch die französische Nationalität erhalten

Paris – Sechs Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich will die Regierungspartei UMP von Nicolas Sarkozy strengere Einbürgerungsregeln für Ausländer aus Nicht-EU-Staaten einführen. Sie will zu dem früheren System zurückkehren, nach dem nicht mehr alle in Frankreich geborenen Kinder automatisch die französische Nationalität erhalten. Sie sollen stattdessen nach dem Willen des konservativen Flügels der Partei mit 18 Jahren die Einbürgerung noch einmal beantragen müssen.

Im Wahlkampf wird das Recht für Migranten ein stark diskutiertes Thema sein. Die rechtsextreme Front National fängt mit ihren ausländerfeindlichen Parolen seit Jahren Stimmen ein. (APA)

http://derstandard.at/1319182581729/Vor-den-Wahlen-Sarkozy-will-Auslaenderrecht-verschaerfen

8. November 2011, 11:34, NZZ Online
«Netanyahu ist ein Lügner»
Diplomatischer Fehltritt Sarkozys am G20-Gipfel
Eine technische Panne am G20-Gipfel in Cannes hat nach französischen Medienberichten Einblicke in ein Gespräch zwischen Nicolas Sarkozy und Barack Obama gewährt. Dabei wurde Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wenig schmeichelhaft erwähnt.

(sda/dpa) Eine technische Panne am G20-Gipfel in Cannes hat nach französischen Medienberichten Einblicke in eine offene Aussprache der Präsidenten Barack Obama (USA) und Nicolas Sarkozy (Frankreich) gewährt.

Auf eine Medienkonferenz wartende Journalisten hörten irrtümlich in den für die Übersetzung verteilten Kopfhörern eine Unterhaltung der beiden mit, berichtete am Dienstag die französische Zeitung «Le Parisien». Sie berief sich auf die Website «Arrêt sur images».
«Ich kann ihn nicht mehr sehen»

«Ich kann ihn nicht mehr sehen, das ist ein Lügner», soll Sarkozy wenig diplomatisch über Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu erklärt haben. Obama sagte darauf laut den Berichten lakonisch: «Du bist ihn leid, aber ich habe jeden Tag mit ihm zu tun!»

Der wenig schmeichelhaften Einschätzung war eine Kritik Barack Obamas vorausgegangen. Er hielt demnach Nicolas Sarkozy vor, die USA mit Frankreichs überraschendem positiven Votum in der Uno-Kultur- und Wissenschaftsorganisation Unesco für eine Aufnahme der Palästinenser überrascht zu haben.