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Fukushima

 

Aus einer Kläranlage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind mindestens 45 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ausgelaufen. Ein Teil könnte in den Pazifischen Ozean geflossen sein. Laut Betreiberfirma Tepco ist das verstrahlte Wasser durch ein Leck nach außen gelangt, seit der Explosion sind es bisher insgesamt 220 Tonnen. Das im März durch einen Tsunami zerstörte Atomkraftwerk liegt direkt am Meer.

Seither versucht das Unternehmen, die Atomruine zu stabilisieren. Zuletzt wurde ein sogenannter “cold shutdown” angekündigt. Dabei wird versucht, den nuklearen Brennstoff nachhaltig unter 100 Grad Celsius zu kühlen. Man werde die Anlage bis zum Jahresende unter Kontrolle haben, so das Unternehmen – vor dem jüngsten Leck.

Der Atomunfall hatte zehntausende Menschen obdachlos gemacht.

Tepco-Mitarbeiter schilderten zum erstenmal die Momente der größten Verzweiflung nach Erdbeben und Tsunami. Seine Stiefel seien in der Hitze geschmolzen, sagt einer in einem Tepco-Zwischenbericht. Und ein Vorgesetzter: Als das Wasser kam und die Lichter ausgingen, habe er sich völlig hilflos gefühlt.

http://de.euronews.net/2011/12/05/atomruine-fukushima-wieder-undicht/

http://de.euronews.net/2011/12/05/atomruine-fukushima-wieder-undicht/

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Fukushima
AKW-Arbeiter schildern erstmals Moment des Erdbebens und Tsunamis
03. Dezember 2011 12:32

Am 11. März 2011 traf der Tsunami das AKW in Fukushima – jetzt erzählen die Arbeiter davon.
Geschmolzene Stiefel im Kampf gegen die Kernschmelze, auf Hügel gerannt aus Angst vor weiteren Wellen

Tokio – Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat Berichte von Arbeitern über die ausweglosen Momente während des Erdbebens und Tsunamis im März veröffentlicht. „Als einer der Arbeiter in den Raum rannte und rief ‚Meerwasser strömt herein‘, begriff ich, dass ein Tsunami die Anlage getroffen hatte“, wird ein Vorgesetzter in einem Kontrollraum in dem am Freitag vom Akw-Betreiber Tepco veröffentlichten Zwischenbericht zitiert.

Die Lichter seien ausgegangen, und er habe sich völlig hilflos gefühlt. Andere Arbeiter hätten sich ängstlich gezeigt und die Anlage angesichts der hoffnungslosen Situation verlassen wollen.

Kampf gegen Kernschmelze

Mit dem Zwischenbericht werden erstmals Erfahrungsberichte von Arbeitern aus dem Atomkraftwerk öffentlich gemacht. Beschrieben werden unter anderem Versuche, Druck aus einem Reaktor zu lassen, um eine Kernschmelze zu verhindern. Ein Arbeiter berichtet, wie er mit Kollegen in Schutzmontur in einen stark verstrahlten Bereich gegangen sei, junge Kollegen aber aufgrund der hohen Strahlung daran gehindert worden seien. Die Hitze sei so groß gewesen, dass seine Stiefel geschmolzen seien. Ein weiterer berichtet davon, dass die Belegschaft wegen der vielen Nachbeben immer wieder aus Angst vor einem weiteren Tsunami einen Hügel hochgerannt sei.

Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschließende Tsunami vom 11. März legten die Elektrizitäts- und Kühlsysteme des Atomkraftwerks im Nordosten Japans lahm und hatten die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren zur Folge. Rund 20.000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den Tsunami ums Leben. Durch den Atomunfall gab es zwar keine direkten Todesopfer, zehntausende Menschen wurden jedoch obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar geworden sind. (APA)

ukushima-Delegation in Kiel

Die Delegation aus Fukushima bedankt sich bei ihrem Besuch in Kiel für die Unterstützung aus Deutschland.
Die Spendenbereitschaft der Deutschen nach dem schweren Unglück am japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat die dort lebende Bevölkerung stark beeindruckt. Am Freitag ist erstmals eine Delegation aus der Unglücksregion in Deutschland eingetroffen, um im Namen aller Betroffen Dank auszusprechen. Die aus 20 Personen bestehende Gruppe wurde in Kiel vom Leiter der Staatskanzlei des Landes, Staatsekretär Arne Wulff (CDU) und Stadpräsidentin Cathy Kietzer (SPD) empfangen. Der Besuch aus Fukushima bleibt noch bis Sonntag zu Gast im Norden, um Danke zu sagen und um zu erzählen wie das Leben dort nach der Katastrophe aussieht.
Weiter gefährliche Situation in Fukushima

Unter den Delegierten sind vor allem junge Studenten aus der Stadt Fukushima, Diese liegt nur 60 Kilometer vom Kernkraftwerk entferntt. Trotz der Gefahren haben sie entschieden, in ihrer Heimat zu bleiben. Wie lange die japanische Regierung das noch erlaubt, ist allerdings fraglich. Ihr Professor erzählte, dass kurz vor dem Abflug in der Stadt sehr hohe Strahlenwerte gemessen wurden.
Wie konnte es zu den fatalen Problemen in Fukushima kommen? Die IAEO verlangt Aufklärung. Doch die Atom-Behörde und die japanische Regierung sind eng verwoben.
Video starten (04:27 min)

Das Unglück hatte am 11. März diesen Jahres seinen Anfang genommen. Nach einem schweren Seebeben war es zu einem bis zu zehn Meter hohen Tsunami gekommen. Das Atomkraftwerk Fukushima erlitt dabei schwere Schäden. In drei der sechs Reaktorblöcke kam es daraufhin zu Kernschmelzen. Die Umgebung wurde radioaktiv verseucht und mehr als 100.000 Menschen mussten das Gebiet verlassen. Ob und wann sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können, ist derzeit unklar.

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/fukushima145.html