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Indigene Bevölkerungen

Keith Cormier fand im Museum ein Bild seiner Vorfahren: William und Madeleine Prosper vor ihrem Wigwam 1923.

Der jahrelange Kampf der indigenen Bevölkerung von Neufundland um Anerkennung und Hilfe zeitigt Erfolg

Nach Zusagen der kanadischen Regierung entdecken nun immer mehr Menschen ihre indianischen Wurzeln.
Die ostkanadische Insel Neufundland galt bisher außerhalb Irlands als die irischste Insel der Welt. Doch nun entdecken immer mehr Einwohner ihren indigenen Stammbaum. Zehntausende Weiße wollen plötzlich Indianer sein. Hintergrund: Jahrzehntelang hatte die Regierung Indianer in Kanadas jüngster Provinz nicht anerkannt, weil nie ein Vertrag abgeschlossen wurde. Deshalb erhielten diese Eingeborenen auch keine finanzielle Hilfe wie die anderen kanadischen Indianer. Doch jetzt will Ottawa endlich das historische Versäumnis nachholen und spendabel werden.

Im September wurde sogar ein neuer Indianerstamm gegründet: Der Qalipu-Stamm ist das Sammelbecken von Mi’kmaq-Indianern und jetzt auch von Bleichgesichtern, durch deren Adern indianisches Blut fließt, wenn auch nur verdünnt. Der Zulauf ist enorm: Bereits mehr als 29.000 Neufundländer haben sich als Mitglieder beworben. Qalipu-Häuptling Brendan Sheppard ist begeistert: „Die Qalipu könnten der größte Indianerstamm Kanadas sein, wenn die Anmeldefrist im November 2012 ausläuft.“

Der Finanzberater Keith Cormier aus Corner Brook hätte sich nie träumen lassen, dass er eines Tages auf der Bühne ein Weihnachtslied in der Sprache der Mi’kmaq-Indianer singen würde. Aber eines Tages hatte ihn ein Cousin besucht und ihm eröffnet: „Du bist ein Indianer.“ Der 60-jährige Cormier war verblüfft. Neufundland, ungefähr so groß wie Bayern, galt nicht gerade als Indianerland, woran wiederum die Bleichgesichter schuld sind.

Der Stamm der Beothuk-Indianer wurde im 19.Jahrhundert durch die Besiedlung vonseiten der Europäer ausgelöscht. So blieb nur noch ein Häufchen Mi’kmaq-Indianer. Doch als Neufundland 1949 als letzte Provinz zu Kanada stieß, taten die Weißen so, als gehörte ihnen die Insel. Die Mi’kmaq wurden im Abkommen mit der kanadischen Regierung nicht erwähnt. „Sie wurden aus der Geschichtsschreibung getilgt“ , sagt die Anthropologin Angela Robinson aus Corner Brook.

Bildung und Arztkosten

Seither kämpften diese Indianer darum, von der Regierung in Ottawa als Stamm – in Kanada „First Nation“ genannt – anerkannt zu werden und Unterstützung zu erhalten. Kanadischen Indianern bezahlt die Regierung beispielsweise Universitäts- oder Arztkosten.

Vor vier Jahren machte Kanadas Regierungschef Stephen Harper den ersten Schritt Richtung Anerkennung. Damals rechneten die Behörden mit rund 8700 Indianern in Neufundland. Heute sind aber schon mehr als 21.000 Bürger als Mitglieder des neuen Qalipu-Stammes genehmigt. Bedingung: indianische Vorfahren, die nachweislich vor 1949 in Neufundland lebten. Die Regierung in Ottawa rechnet bereits mit Mehrkosten von mindestens 37 Millionen Euro jährlich.

Für Keith Cormier geht es aber gar nicht ums Geld. Er schlägt die Trommel und nimmt an Pow-Wows teil. „Für mich hat sich eine völlig neue Welt aufgetan.“ (Bernadette Calonego aus Vancouver/DER STANDARD, Printausgabe, 3.12.2011)

http://derstandard.at/1322531761540/Das-grosse-Pow-Wow-auf-Neufundland

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Anführer der Guarani-Ureinwohner ermordet

19. November 2011 18:46
  • Artikelbild: Der Kazike Nisio Gomes wurde ermordet. - Foto: AP

    Der Kazike Nisio Gomes wurde ermordet.


Konflikt um Land mit Großgrundbesitzern – Mehrere Vermisste nach Angriff

Rio de Janeiro – In Brasilien sind Indigene erneut Opfer eines brutalen Übergriffs geworden. Etwa 40 Maskierte überfielen in dem an Paraguay angrenzenden Teilstaat Mato Grosso do Sul ein Lager der Kaiowa-Guarani und erschossen den 59-jährigen Kaziken (Anführer) Nisio Gomes vor den Augen der Gemeinschaft und des eigenen Sohnes, wie der Indigenen-Missionsrat (CIMI) am Freitag mitteilte. Möglicherweise seien noch mehr Menschen getötet worden. Es gebe Verletzte, vier Indigene würden noch vermisst.

Der Missionsrat ist mit der katholischen Bischofskonferenz in Brasilien verbunden und steht in engem Kontakt zu den Indigenen-Gruppen. Der Anführer der etwa 60 Guarani sei mit mehreren Schüssen in den Kopf und die Brust niedergestreckt worden. Sein Sohn habe die Tat noch verhindern wollen, sei aber geschlagen und dann mit einem Gummigeschoss gestoppt worden. „Sie kamen, um unseren Kaziken zu töten“, zitierte CIMI einen der Indigenen.

Die Leiche sei auf der Ladefläche eines Pick-up weggeschafft worden, wie das auch bei anderen „Massakern“ gegen Guarani in Mato Grosso do Sul geschehen sei. Auf den Überfall in dem Indigenen-Camp Tekoha Guaiviry zwischen den Orten Amambai und Ponta Pora machte auch Survival International aufmerksam. Nach Angaben der Hilfsorganisation waren die Indigenen Anfang November auf ihr angestammtes Land zurückgekehrt, nachdem Viehzüchter sie von dort vertrieben hatten.

Die Guarani in Mato Grosso do Sul wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Opfer von Übergriffen und Mordanschlägen. 2003 wurde der 72-jährige Kazike Marcos Veron bei einem Überfall auf ein Camp zu Tode geprügelt. Der Fall sorgte international für Aufsehen. Einige Guarani-Gruppen, die von ihrem Land vertrieben wurden, leben unter Zeltplanen am Rande stark befahrener Landstraßen. In Brasilien gibt es schätzungsweise zwischen 43.000 und 46.000 Guarani.  (APA)

Im nachfolgendem Text möchte ich Ihnen eine Geschichte ans Herz legen, die Sie mit Sicherheit ebenso faszinieren wird wie mich. Die Diabetes, den heimlichen Täter, seine Ursachen und seine Gehilfen und auch seine Auswirkungen auf unsere Füße (s. Foto).

DIE ZUCKER-STORY!

Unterhalten wir uns doch über die Rolle des Zuckers in der Geschichte. Zucker war Jahrtausende lang unbekannt. Fast ein Rätsel, wie unsere Vorfahren überleben konnten. Brauchten die Menschen der Frühgeschichte keinen Zucker? Oder doch?? Wichtige historische Schriften erwähnten Zucker nicht!! z. B. Der Koran oder das Neue Testament. Auch die alten Griechen kannten kein Wort für Zucker. Merkwürdig oder nicht?

Erst der griechische Arzt ARETEUS, der um 200 v. Chr. Lebte, kreierte das Wort DIABETES, das soviel wie Harnuhr bedeutet. Das Attribut MELLITUS kam erst später dazu.

Es ist sehr lehrreich, sich mit der Historie des Zuckers auseinander zusetzten. Zucker kommt wahrscheinlich aus Indien. Zucker war anno dazumal sehr teuer, ein Luxusgut, zunächst als Medizin verwendet.

Der Zucker war allerdings schon einige Zeit vor Christus im Gebrauch. Im PAPYRUS EBERS, einer frühen medizinischen Schrift aus Ägypten (ca. 1550 v. Chr.) wird schon das Symptom beschrieben, bei dem zuviel Urin ausgeschieden wird. Man kannte damals jedoch nicht die Ursache.

NEARCHOS, ein Admiral Alexander des Großen, beschrieb auf seiner Kreuzfahrt auf dem Fluss Indus 325 v. Chr. eine „Art Honig“, die in der Rohrpflanze (Zuckerrohr) wächst.

HERODOT nannte Zucker: „Fabrikhonig“.

PLINUS bezeichnete Zucker als „Honig aus der Rohrpflanze“.

Erst zu NERO`S Zeiten wurde Zucker als „saccarum“ aktenkundig: DIOSCORIDES beschreibt „erhärteten“ Honig, der saccarum genannt wird und in Indien und Arabien aus ‚Rohrpflanzen gewonnen wird. „Er ist hart wie Salz und zerschmilzt zwischen den Zähnen“.

Ab 600 v. Chr. gelingt den Persern an der Universität von Djondisapour die Zuckerraffinierung, womit dieser transport- und handelsfähig wird. 1306 zwingt sich bereits die Politisierung und Kommerzialisierung des Produkts Zucker: PAPST CLEMENT V. erhält in seinem Exil in Avignon den Rat, die Kreuzzüge in das Morgenland wieder aufzunehmen, „weil im Land der Sultane der Zucker in großen Mengen wächst und die Sultane daraus großen finanziellen Nutzen ziehen.“ Die Christenheit sollte diesem Ratschlag zu Folge diese Länder besetzten.

Der Zuckeranbau wurde insbesondere in Zypern Malta und Sizilien forciert.

Um 1400 waren die Portugiesen in Europa führend in der Zuckerindustrie, ein kommerzielles Erbe der Sarazenen. Die Sarazenen hatten während ihrer Besatzung der Iberischen Halbinsel den Anbau von Zuckerrohr eingeführt. Die Portugiesen verfolgten diesen landwirtschaftlichen Erwerbszweig dann weiterhin.

Der Portugiese HEINRICH DER SEEFAHRER suchte an der Westküste von Afrika Zuckeranbaufelder außerhalb des arabischen Einflussgebietes und entdeckte billige Arbeiter, die der Hitze auf den Zuckerplantagen gewachsen sind. Er bringt 235 Schwarze als Sklaven von Lagos nach Sevilla und verkauft diese dort. Geld und Sklaverei waren nun fortan die Merkmale des Zuckergeschäftes.

1456: Portugal beherrscht den europäischen Zuckerhandel. Aber auch Spanien betreibt das Zuckergeschäft mit großen Plantagen bei Sevilla, Granada und Andalusien. 1493: CHRISTOPHER COLUMBUS, der Entdecker Amerikas, schickt zwei Schiffsladungen von Bewohnern aus „Westindien“ (Karibik) nach Spanien zur Arbeit auf den Zuckerplantagen. Die humane Königen ISABELLA lässt sie jedoch zurückbringen. Ihr Nachfolger König FERDINAND überwindet ein paar Jahre später seine Skrupel und steigt in das Geschäft mit Sklaven im Zuckeranbau ein.

Bei seiner zweiten Reise nach Amerika nimmt COLUMBUS Zuckerrohr, das bis dahin auf den Kanarischen Inseln angebaut wurde, mit nach Hispaniola (heute Grenada/Haiti). Der Anbau war zunächst kein Erfolg, bis von den Kanaren aus Spezialisten in die Karibik geschickt wurden. Nachdem dort ein reicher Arzt um 1517 eine neue Technik der Zuckermühle entwickelte, wurde die Produktion rentabler. So schrieb man das Jahr 1522, als man den Export von Zucker nach Europa von Santo Domingo aus begann.

Doch auch in der östlichen Hemisphäre war die Produktion und der Gebrauch des Zuckers in vollem Gang. 1573 beschreibt der deutsche Botanist RAUWLFIA auf seinen Orientreisen die verweichlichende Wirkung des Zuckers als Konsumgift auf die arabischen Krieger.

Zwischen 1530 und 1570 bringen die Spanier für den Zuckeranbau Sklaven in ihre Mittelmeerplantagen und auf die Kanarischen Inseln. Um1560 baute KARL der V. von SPANIEN die pompösen Paläste von Madrid und Toledo aus den Erlösen des Zuckerhandels.

In der Zwischenzeit hatten die Spanier die einheimischen Awaraks der Westindischen Inseln in die Karibik durch körperliche Ausbeutung fast völlig ausgerottet und brachten nun Sklaven aus Afrika in ihre karibischen Zuckerrohrfelder.

Als die Spanier von den Engländern aus der Karibik vertrieben wurden, übernahmen diese den Sklavenhandel. Fortan blühte auch ein neues Geschäft mit dem Nebenprodukt der Zuckerproduktion: Aus der Zuckergärung wurde Rum gewonnen, den man mit schnellen Schiffen als Feuerwasser nach Nordamerika brachte, um es dort bei den Indianern gegen Felle einzutauschen.

Um 1500: Auch Holländer beteiligten sich am Zucker- und Sklavenhandel und bauen eine Raffinerie in Antwerpen. Die Holländer waren keine Unschuldengel, versorgten sie doch die britischen Inseln mit Sklaven und forcierten den Zuckeranbau in er Karibik.

1637 kontrollierten überwiegend die Holländer den Sklavenhandel von Afrika aus und den internationalen Zuckerhandel. Sie besaßen im 17ten Jahrhundert die Hälfte aller Tonnage an verfügbaren Schiffkapazitäten. Die so genannten ABC-Inseln der Holländer vor der Küste Venezuelas waren Kern des Sklavenhandels um ca. 1700. Cuacao war Hauptumschlagplatz für Sklaven, die von holländischen Händlern in die Virgin Islands (Jungferninsel) geschafft wurden, nicht wenige auch als Schmuggelware in die britischen und französischen Kolonien.

Die Dänen spielten in der Karibik keine große Rolle. Sie besiedelten ST. THOMAS (heute USA). König CHRISTIAN V. gründete eine Westindische Company und vergab Handelsrechte. Allerdings brachte der Zuckeranbau in der Karibik auch den Dänen Reichtum. Um 1835 zählte man in St. Thomas 1.892 Weiße (davon nur ein paar hundert Plantagenbesitzer), die 19.876!!! Sklaven ausbeuteten.

1588 erlässt die englische Königin ELISABETH ein amtliches Dekret und monopolisiert den westafrikanischen Sklavenhandel an die Company of Royal Adventurers of England.

Um 1600 war der Zuckerhandel bereits so lukrativ, dass die Engländer bereit waren, dafür Krieg zu führen. Mit dem Seefahrtsgesetz von 1660 schützten sie ihr Handelsmonopol auf Zucker, Tabak und andere Produkte aus den Kolonien.

Mitte des achtzehnten Jahrhunderts ist auch Frankreich mitten im Zuckerhandel, der weiterhin von der brutalen Ausbeutung der Sklaven profitiert. Der französische Philosoph CLAUDE ADRIEN HELVETIUS  schreibt in seinem Buch: „Es erreicht keine Packung Zucker Europa, an der nicht Blut klebt“ und empfiehlt, keine Zuckerprodukte mehr zu kaufen. Dafür wird er von der Sorbonne (Universität in Paris) verdammt und der Klerus überzeugt die Gerichte, dass er von einem bösen Geist befallen ist. Unter Druck widerruft er seine These über den Zucker; sein Buch wird vom Henker verbrannt.

1792: Das erste Anti-Zucker-Komitee wird in England gegründet. Die nach Asien orientierte Britische Ost-Indien-Gesellschaft macht Reklame für ihren Zucker mit dem Slogan: „nicht von Sklaven hergestellt“. Die Aufdrucke ihrer Zuckerdosen enthielten außerdem den Hinweis: Eine Familie, die fünf Pfund ostindischen (nicht amerikanisch-karibischen) Zucker in der Woche verbraucht, verhindert die Versklavung oder den Mord an einem Mitmenschen.

Trotzdem wurde England zum Mittelpunkt des Zuckerhandels und damit auch lange Zeit der Garant der Sklaverei. 1662 importierte England 16 Millionen Pfund Zucker pro Jahr.

Um 1800 waren es bereits 160 Millionen Pfund Zucker. In einem einzigen Jahrhundert stieg also der Zuckerverbrauch (72 Pfund pro Person und Jahr) um das 8-fache und die Engländergaben damals für Zucker ebenso viel Geld aus wie für Brot!!!

1674: Der ‚Anatom und Arzt THOMAS WILLIS betreibt in der Londoner St. Martins Lane eine Praxis und befasst sich in seiner lateinischen Schrift Parmaceutic Rotuinalis mit einem bis dahin unbeschriebenen „süßlichen Geruch“ in der Harnflut seiner reichen und angesehenen Patienten. Er nennt diese ‚Symptome DIABETES MELLITUS. Dabei kombiniert er das griechische ‚Wort „Diabetes“ (Harnflut), das man lateinisch wegen der vermehrten Urinausscheidung als polyuria bezeichnen müsste, mit dem lateinischen Wort „Melitus“ zusammengesetzt aus Mel (Honig) und itis (Entzündung). Kommentatoren wie der Amerikaner ‚William Dufty meinen, Willis habe mit dieser „gemischten“ Namensgebung die eigentliche Ursache, den Zucker, des Übels Kern, mit Rücksicht auf die Zuckerprofite seines Klientels nicht mit dem üblichen lateinischen genannt, um keine Schwierigkeiten mit dem Establishment zu bekommen. Er war gewarnt – zumal GALILEUS GALILEI ein Jahr zuvor die Inquisition am Halse hatte.

Auch die Franzosen verdienten gut mit dem Zuckerhandel. Um 1700 war Zucker der wichtigste Exportfaktor. Der Zuckeranbau der Franzosen in der Karibik bleibt jedoch ab 1713 hinter dem der Briten zurück. Letztere hatten mehr Arbeitskräfte: Vertragslöhner und Sklaven. Noch um 1664 hatten die Franzosen auf Martinique 2681 Weiße und 12.704 schwarze Sklaven.

Als die Engländer während der Napoleonischen Kriege die Zufuhr der Rohstoffe, insbesondere Rohrzucker blockierten, wurde Zucker in Frankreich Mangelware. Der Preis stieg ins Uferlose. Nachdem der deutsche Wissenschaftler FRANZ KARL ACHARD mit Erfolg in Berlin mit der Zuckerproduktion aus einer Rübe experimentierte, die man aus Italien importierte, begannen auch die Franzosen unter dem Zwang der englischen Blockade mit der Entwicklung der Zuckergewinnung aus Rüben.

1812 erfand der Franzose BENJAMIN DELESSERT eine Methode, Zucker aus der „Baylonischen Rübe“ zu gewinnen. Napoleon ehrte ihn dafür mit Aufnahe in die Ehrenlegion. Damit war Frankreich unabhängig vom Zuckerohrimport. Napoleon ist was wenige wissen, aus der Historie des Zuckers und der Zuckerraffinierung nicht wegzudenken. Ein ganz ungewohnter Aspekt des Kaisers. Er ließ überall in Frankreich Zuckerrohrfelder anlegen und seine Industrie produzierte innerhalb kurzer Zeit 8 Millionen Pfund Zucker aus Rüben. Die Zuckerrationen für seine Russlandarmee waren somit gesichert. Die erbärmliche Arbeit und Sklaverei auf den Zuckerrohrfeldern neigte sich jedoch damit allmählich zu Ende.

Die Franzosen verboten 1807 den Sklavenhandel.

1833 folgten als erste die Engländer und ruinierten ihre Zuckerfarmer in der Karibik, speziell auf Barbados und Jamaika, indem sie eine Steuer zwischen 75 und 399 Pfund auf jeden gehalten Sklaven erhoben.

Wie sehr das mächtige Zuckerestablishment skrupellos um seine Monopole kämpfte, zeigt das Schicksal der Quäker in England. Sie propagierten die Kultivierung der Zuckerrübe. Als religiösen Gruppierungen wollten sie ein Zeichen gegen die Zuckersklaverei setzten, die ja nicht nur schwarze Sklaven betraf. In jenen Tagen waren auch so genannte Vertrags Löhner aus England zur Zwangsarbeit auf den Plantagen eingesetzt. Sie hatten sich eigentlich wenig von ihrem Schicksal ahnend, in die Karibik zur Plantagenarbeit verpflichtet. Der Plantagenbesitzer zahlte die Überfahrt Und kam für Nahrung und Unterkunft während der Vertragszeit auf, die in der Regel 3 – 4 Jahre betrug. Danach mussten sie ausbezahlt werden und waren frei. Diese Vertrags Löhner waren bis zum Ablauf ihres Arbeitsvertrages quasi Eigentum ihrer Arbeitgeber, in diesem Zeitraum fast so rechtlos wie die indianischen und schwarzen Sklaven. Sie konnten nicht weglaufen, konnten aber persönliches Eigentum behalten und vor Gericht klagen.

Kein Wunder, dass sich unter den Christen Europas Unmut über solche unchristlichen Praktiken breit machte und die Quäker den Ersatz des Zuckerrohrs durch die einheimische Rübe forderten. Die Zuckerindustrie machte daraufhin gegen die Kampagne der Quäker eine Gegenkampagne und bezeichnete die Zuckerrohrübenkultivierung als subversive Tätigkeit. Auf Befehl von „oben“ mussten die Zuckerrüben an die Kühe verfüttert werden. Die Entwicklung der Zuckerrübengewinnung war damit in England auf Jahrzehnte zurückgeworfen. Parallel dazu war auch leider der Sklavenhandel weiterhin rentabel.

Wie war es nun mit den AMERIKANERN? Nach Gründung der USA stiegen die Amerikaner in das Zuckergeschäft gleich in großem Stil ein, betrieben sie doch die Zuckerveredelung zunehmend industriell mit ihren Dampfmaschinen und der zur rechten Zeit neu erfundenen Vakuumsverpackung etc. Allerdings dauerte es lange, bis auch die USA von der Zuckersklaverei ließen. Kuba war jenes gequälte Land, das die Amerikaner lange ausbeuteten und ihren Rohzucker von dort bezogen. Als zynische Fügung der Geschichte waren diese Inselbewohner zur Belohnung bis heute von den USA boykottiert.

Und welche Rolle spielte DEUTSCHLAND und sein Zuckerestablishment in der Historie des Zuckers? Wer die Weltgeschichte studiert, findet wenig.

Die Deutschen stiegen als Nation erst später in das Geschäft mit Zucker und Sklaven ein, was nicht heißt, sie waren völlig unbefleckt. Immerhin gestattete die dänische Westindischengesellschaft dem Preußisch – Brandenburger Herzog mit seiner Afrika-Gesellschaft von 1685 bis 1718 St. Thomas, dort Sklaven zu verkaufen. Die 565 weißen Siedler auf St. Tomas, die auf dieser Insel um 1720 Zucker anbauten, ließen 4.187 Sklaven für sich arbeiten.

In Deutschland wurde Zuckerproduktion aus Rüben hauptsächlich während des Krieges vorangetrieben. Zentren in Bayern waren Zuckerfabriken in der Nähe von Regensburg und Plattling, die heute noch arbeiten.

Zucker in schlechten Zeiten fast ein Grundnahrungsmittel und rationiert, ist heute der klassische Überzug, für fast alles. 1976 entdeckte die amerikanische Industrie, dass es billiger ist Zucker aus Korn anstatt aus Zuckerrohr oder Rüben zu machen.

Seitdem wird HFCS (High Fruktose Corn Syrup) als Getreidesirup zunehmend auch bei uns als Süßungsmittel für Getränke, Backwaren und Fertignahrungsmittel verwendet. Dabei ist auch Fruktose in hohen Dosen nicht ungefährlich: Sie begünstigt Herzerkrankungen, Bluthochdruck und schwächt das Immunsystem.

Diskussionen darüber mit dem Diabetes-Patienten sind erlaubt – noch. Das Lauschangriffgesetz wurde nicht wegen kritischer Diskussionen über das Zuckerestablishment in Deutschland geschaffen. Es ist nur bei schweren Verbrechen gestattetet.

Also plaudern wir – über Diabetes, den heimlichen Täter, der seine Ursachen und seine Gehilfen, – mit seinen Opfern (den an Diabetes mellitus erkrankten)

entdeckt in: „Der Zuckerfuß“
Dr. med. Gerhard Fleischer, FA f. Orthopädie,
Schliersee/Oberbayern

Der zur Katholischen Bischofskonferenz gehörende Indianermissionsrat (CIMI) wurde nach der Vergabe der Konzession deutlich: „Die Regierung lügt, wenn sie sagt, die Energie von Belo Monte sei sauber und effizient. Die Regierung lügt, wenn sie sagt, die Energie von Belo Monte sei billig und komme der ärmeren Bevölkerung zugute.“

http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/wirtschaft/Energiehunger-vertreibt-Ureinwohner-article906102.html

Freitag, 28. Oktober 2011
Riesiges Bauwerk in Brasilien
Ureinwohner besetzen Staudamm
Brasilien hat enormes Wachstumspotenzial, dafür braucht das Land Strom. Die Regierung will deshalb den drittgrößten Staudamm der Welt hochziehen. Ureinwohner und Umweltaktivisten besetzen nun die Baustelle im Amazonas-Gebiet – auf unbestimmte Zeit, sagen sie.
Mehr als 400 Ureinwohner und Umweltschützer haben in Brasilien die Baustelle des riesigen Belo-Monte-Staudamms besetzt, um die Einstellung der Arbeiten zu fordern. Alles sei friedlich verlaufen, da es weder Wachen noch Arbeiter auf der Baustelle im Amazonas-Gebiet gegeben habe, sagte ein Sprecher der Demonstranten. Die Besetzung werde auf unbestimmte Zeit andauern, um zumindest eine Unterbrechung der Arbeiten zu erreichen, damit die durch den Stausee betroffenen Ureinwohner nach ihrer Meinung befragt werden könnten.

Die Entscheidung zur Besetzung der Baustelle sei gefallen, nachdem sich die Regierung geweigert habe, an einem geplanten Vermittlungstreffen in Washington teilzunehmen, hieß es. Bereits Ende September hatte ein Gericht einen Baustopp für das umstrittene Großprojekt angeordnet. Sein Bau gefährde den Fischfang der Ureinwohner, hieß es zur Begründung. Das Baukonsortium Norte Energia dürfe keine Infrastrukturmaßnahmen vornehmen, welche den natürlichen Strom des Xingú-Flusses und damit den Fischbestand beeinträchtigten.
Regierung beschwichtigt

Gegen das mehr als acht Milliarden Euro teure Projekt laufen indianische Ureinwohner und Umweltschützer seit langem Sturm. Sie verweisen darauf, dass eine Fläche von 500 Quadratkilometern geflutet werden soll und 16.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. In ihrem Protest werden die Ureinwohner von der katholischen Kirche, aber auch von Prominenten wie dem Regisseur James Cameron („Avatar“) unterstützt.

Die brasilianische Regierung beteuert dagegen, Ländereien von Ureinwohnern seien nicht bedroht. Außerdem seien Millionen ausgegeben worden, um die sozialen Folgen und die Auswirkungen auf die Umwelt abzufedern. Die Regierung sieht den Staudamm als zentral für die nationale Energieproduktion an. Mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll das Wasserkraftwerk der drittgrößte Staudamm der Welt hinter dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem Itaipu-Staudamm an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay werden.

 

 

 

Wir fordern: alle bleiben!

 

In ganz Deutschland gibt es Organisationen, die das Blei­berecht für Roma in Deutschland durchsetzen wollen und hierfür unter dem Motto „alle bleiben“ bundesweit zusammenarbeiten.

 

Schließe auch du dich einer Gruppe in deiner Nähe an und hilf mit, das Bleiberecht für alle Roma zu erreichen!

Eine Gruppe in deiner Nähe kannst du auf der Landkarte finden. Unfangreiche Informationsmaterialien, die gerne von euch bestellt werden können, gibt es unter Material.

Mach mit bei Projekten, informiere dich über die Hintergründe zum Bleiberecht und beteilige dich an der Entwicklung von Perspektiven! Seit Jahren gibt es bun­desweite Vernetzung von Roma-Organisationen und Unterstützern, darunter auch viele jugendliche Roma, die hier geboren sind und ihre Zukunft in Deutschland sehen, die nicht kampflos zulassen wollen, dass man sie in ein fremdes Land abschiebt, in dem sie massiv diskriminiert werden. Sie versuchen durch Informationsveranstal­tungen und Protestaktionen eine breitere Öffentlichkeit zu schaffen, auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen und ein Bleiberecht für die in Deutschland lebenden Roma zu erreichen. Aber hierfür brauchen sie die Unterstützung ihrer FreundInnen, LehrerInnen und NachbarInnen. Jeder Einzelne zählt! Auch deine Stimme ist wichtig!

Die Kampagne „alle bleiben!“ unterstützt den Kampf aller Flüchtlinge für ihr Recht, selbst zu bestimmen, wo sie leben möchten.

http://www.alle-bleiben.info/info.htm

Brasilien lehnt Verhandlungen über Amazonas-Damm ab

(ddp) Die brasilianische Regierung will nicht mit Menschenrechtlern über den von ihnen geforderten Baustopp für den Belo-Horizonte-Staudamm im Amazonas verhandeln.

Energieminister Edison Lobao verteidigte die Entscheidung der Regierung, nicht an einem Treffen mit Vertretern der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte und der indigenen Bevölkerung teilzunehmen. Die Regierung könne selbst entscheiden, ob sie den Damm baue, sagte er. Kritiker argumentieren, der nach den Plänen drittgrösste Damm der Welt würde tausende Indios aus ihrem Lebensraum vertreiben und Schäden an der Umwelt verursachen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/brasilien_amazonas-damm_1.13123147.html