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Islam

Beim ersten Durchgang der Parlamentswahlen in Ägypten haben 62 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung sei “die höchste seit der Zeit der Pharaonen” gewesen, sagte der Wahlleiter. Nach dem starken Abschneiden der Muslimbrüder und der Salafisten bei der ersten Teilrunde der Parlamentswahlen in Ägypten mehren sich in der Bevölkerung die besorgten Stimmen.

“Wir sind nicht sicher, dass aus den Wahlen ein demokratisches Parlament hervorgeht. Die Sieger haben zwar gewonnen, aber es gibt Befürchtungen, dass die Islamisten sich dann im Parlament nicht demokratisch aufführen werden”, befürchtet Mohamed Abdel-Asis.

Doch nicht alle fürchten, dass die Islamisten die Revolution hijacken könnten: “Jeder hat seine Meinung. Es gibt Islamisten, es gibt koptische Christen. Das ist eine freie und demokratische Wahl gewesen, wie wir sie seit langem hier nicht erlebt haben”, lobt Nabil Elmasry.

Besonders das gute Abschneiden der radikalislamistischen Salafisten hat Beobachter überrascht. Ihre Nur-Partei kommt nach ersten inoffiziellen Ergebnissen mit 20 Prozent auf den zweiten Platz hinter der Muslimbruderschaft. Mit mehr als 40 Prozent ist die gemäßigtere Bruderschaft der klare Gewinner der Abstimmung. Die von linken und liberalen Parteien gebildete Ägyptische Allianz kommt abgeschlagen auf den dritten Platz.

Im ersten Durchgang war in Kairo, Alexandria und sieben weiteren Provinzen gewählt worden. Mitte Dezember und Anfang Januar wird in 18 weiteren Provinzen abgestimmt. Die Jugendbewegung, die derzeit die Proteste gegen die Militärregierung mit einer Besetzung des Kairoer Tahrir-Platzes dominiert, spielt kaum eine Rolle.

http://de.euronews.net/2011/12/03/aegypten-hoechste-wahlbeteiligung-seit-pharaos-zeiten/

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Demonstrant erschossen

22. November 2011 18:02

Sicherheitskräfte lösen gewaltsam Kundgebung von Schiiten auf – 19-Jähriger tot, mehrere Verletzte

Riad – In Saudi-Arabien haben Sicherheitskräfte gewaltsam eine Demonstration von Schiiten aufgelöst und dabei nach Angaben von Ärzten einen Menschen getötet. Wie Rettungskräfte am Dienstag mitteilten, fand die Demonstration am Montagabend im schiitisch geprägten Katif im Osten des Landes statt. Der Mann wurde demnach durch einen Schuss in die Brust verletzt und starb im Krankenhaus. Mehrere Menschen wurden den Ärzten zufolge bei der Auflösung des Protests verletzt.

Der Protest richtete sich gegen den Tod eines jungen Schiiten, der am Sonntag nahe eines Polizeipostens in Katif aus noch ungeklärten Umständen ums Leben kam. Anwohnern zufolge wurde der 19-Jährige von Polizisten erschossen. In Saudi-Arabien leben rund zwei Millionen Schiiten, die sich häufig unterdrückt fühlen. (APA)

21. November 2011, 13:52, NZZ Online

Verschleiert vor Gericht

Zwei Frauen haben in Frankreich gegen das Burkaverbot verstossen

Die Frau des Muslims Lies Hebbadj wird am 7. Oktober von Polizisten wegen Tragens der Burka abgeführt. (Bild: Reuters)ZoomDie Frau des Muslims Lies Hebbadj wird am 7. Oktober von Polizisten wegen Tragens der Burka abgeführt. (Bild: Reuters)

Im französischen Nantes sind zwei Frauen vollverschleiert vor einem Polizeigericht erschienen. Die beiden Frauen waren wegen Verstosses gegen das Burkaverbot vor Gericht geladen worden. Der Mann einer der Frauen organisierte daraufhin eine Demonstration gegen das Verbot des Ganzkörperschleiers.

(sda/afp) Zwei Frauen sind am Montag vollverschleiert vor einem Polizeigericht im westfranzösischen Nantes erschienen, wo sie wegen Tragens des Ganzkörperschleiers vorgeladen worden waren. Den beiden Frauen wurde nach Angaben von Augenzeugen der Zutritt zum Gebäude verwehrt.

Der Mann einer der Burkaträgerinnen, der bekannte Muslim Lies Hebbadj, organisierte daraufhin mit rund einem Dutzend Menschen eine spontane Demonstration gegen das Burkaverbot, das in Frankreich seit April gilt. Hebbadjs Frau und eine seiner weiteren Lebensgefährtinnen hatten – beide vollverschleiert – vor sechs Wochen ihre Kinder von einer öffentlichen Schule abgeholt.

Hebbadj ist bekennender Polygamist und hat vier Frauen, die für ihre Kinder Sozialhilfe für alleinstehende Mütter kassiert haben sollen. Der Fall flog auf, als eine der Frauen im vergangenen Jahr vollverschleiert am Steuer erwischt worden war.

In Frankreich gilt seit April 2011 das Burkaverbot. Das Tragen des Ganzkörperschleiers in der Öffentlichkeit wird mit einer Geldstrafe von bis zu 150 Euro und einem Kurs in Staatsbürgerkunde geahndet. Frankreich hat als erstes europäisches Land das umstrittene Gesetz verabschiedet. Seit Juli ist auch in Belgien das Tragen der Burka gesetzlich verboten. Der Europarat hat das Verbot als falschen Weg bezeichnet und als Kapitulation gegenüber Fremdenhassern verurteilt.