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Katastrophen

Indian government enters row over Dow Chemical’s Olympic sponsorship

• Ministers ask IOA to take up matter with London organisers
• Concerns over chemical company’s links to Bhopal disaster

Olympic stadium wrap

Dow Chemical is paying £7m for a wrap which will cover the Olympic Stadium during the Games. Photograph: Dow Chemical/AP

The Indian government has asked its Olympic association to raise the issue of the London Games‘ sponsorship deal with Dow Chemical, the latest sign of pressure on organisers to reconsider involvement of a company linked to the Bhopal gas disaster.

„We have written a letter to the IOA [Indian Olympic Association], asking them to take up the matter with the organisers of the London Olympics,“ a spokesman for the sports ministry said.

Many Bhopal victims and activists hold Dow responsible for failing to give enough compensation to victims of the 1984 gas leak which killed thousands and injured hundreds of thousands more. The pesticide plant was owned by Union Carbide, which settled its liabilities with the Indian government in 1989 by paying $470m (£300.3m) for Bhopal victims.

Dow bought Union Carbide a decade after the company had settled with the Indian government and now finds itself in the firing line for its sponsorship of a temporary decorative wrap around the 2012 stadium.

The sponsorship has caused anger across India, but nowhere more so than the central state of Madhya Pradesh, where the chief minister, Shivraj Singh Chauhan, is urging the Indian government to boycott the Olympics. Bhopal is the provincial capital.

Chauhan says that instead of sponsoring the Games, the company should spend that money on Bhopal survivors. The Indian government last year demanded more than $1.7bn (£1.1bn) additional compensation for the victims of the gas leak.

Activists say 25,000 people died in the immediate aftermath of the accident and in ensuing years, and about 100,000 people who were exposed to the gas continue to suffer today from ailments that range from cancer and blindness to birth defects.

Every year, victims and their families stage demonstrations and Chauhan led protests last week with a letter to the sports minister, Ajay Maken, requesting him to boycott the Games.

„There is no question of boycotting the Games of course,“ the spokesman added.

 

Aus einer Kläranlage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind mindestens 45 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ausgelaufen. Ein Teil könnte in den Pazifischen Ozean geflossen sein. Laut Betreiberfirma Tepco ist das verstrahlte Wasser durch ein Leck nach außen gelangt, seit der Explosion sind es bisher insgesamt 220 Tonnen. Das im März durch einen Tsunami zerstörte Atomkraftwerk liegt direkt am Meer.

Seither versucht das Unternehmen, die Atomruine zu stabilisieren. Zuletzt wurde ein sogenannter “cold shutdown” angekündigt. Dabei wird versucht, den nuklearen Brennstoff nachhaltig unter 100 Grad Celsius zu kühlen. Man werde die Anlage bis zum Jahresende unter Kontrolle haben, so das Unternehmen – vor dem jüngsten Leck.

Der Atomunfall hatte zehntausende Menschen obdachlos gemacht.

Tepco-Mitarbeiter schilderten zum erstenmal die Momente der größten Verzweiflung nach Erdbeben und Tsunami. Seine Stiefel seien in der Hitze geschmolzen, sagt einer in einem Tepco-Zwischenbericht. Und ein Vorgesetzter: Als das Wasser kam und die Lichter ausgingen, habe er sich völlig hilflos gefühlt.

http://de.euronews.net/2011/12/05/atomruine-fukushima-wieder-undicht/

http://de.euronews.net/2011/12/05/atomruine-fukushima-wieder-undicht/

Fukushima
AKW-Arbeiter schildern erstmals Moment des Erdbebens und Tsunamis
03. Dezember 2011 12:32

Am 11. März 2011 traf der Tsunami das AKW in Fukushima – jetzt erzählen die Arbeiter davon.
Geschmolzene Stiefel im Kampf gegen die Kernschmelze, auf Hügel gerannt aus Angst vor weiteren Wellen

Tokio – Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat Berichte von Arbeitern über die ausweglosen Momente während des Erdbebens und Tsunamis im März veröffentlicht. „Als einer der Arbeiter in den Raum rannte und rief ‚Meerwasser strömt herein‘, begriff ich, dass ein Tsunami die Anlage getroffen hatte“, wird ein Vorgesetzter in einem Kontrollraum in dem am Freitag vom Akw-Betreiber Tepco veröffentlichten Zwischenbericht zitiert.

Die Lichter seien ausgegangen, und er habe sich völlig hilflos gefühlt. Andere Arbeiter hätten sich ängstlich gezeigt und die Anlage angesichts der hoffnungslosen Situation verlassen wollen.

Kampf gegen Kernschmelze

Mit dem Zwischenbericht werden erstmals Erfahrungsberichte von Arbeitern aus dem Atomkraftwerk öffentlich gemacht. Beschrieben werden unter anderem Versuche, Druck aus einem Reaktor zu lassen, um eine Kernschmelze zu verhindern. Ein Arbeiter berichtet, wie er mit Kollegen in Schutzmontur in einen stark verstrahlten Bereich gegangen sei, junge Kollegen aber aufgrund der hohen Strahlung daran gehindert worden seien. Die Hitze sei so groß gewesen, dass seine Stiefel geschmolzen seien. Ein weiterer berichtet davon, dass die Belegschaft wegen der vielen Nachbeben immer wieder aus Angst vor einem weiteren Tsunami einen Hügel hochgerannt sei.

Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschließende Tsunami vom 11. März legten die Elektrizitäts- und Kühlsysteme des Atomkraftwerks im Nordosten Japans lahm und hatten die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren zur Folge. Rund 20.000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den Tsunami ums Leben. Durch den Atomunfall gab es zwar keine direkten Todesopfer, zehntausende Menschen wurden jedoch obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar geworden sind. (APA)

Hunderttausende in Kalifornien ohne Strom
Stadt Pasadena östlich von Los Angeles durch Sturm stark verwüstet
Ein Mann läuft an einer Tankstelle in Pasadena, Kalifornien, vorbei, die vom heftigen Sturm zerstört wurde. (Bild: Reuters)
Schwere Herbststürme, die Santa-Ana-Winde, sind mit Geschwindigkeiten von bis zu 220 Stundenkilometern über Südkalifornien gefegt. In der Nacht zum Freitag waren 200’000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten.

(sda/dpa) Schwere Herbststürme haben in Südkalifornien hunderttausende Menschen die Nacht zum Freitag im Dunklen verbringen lassen. Zuvor waren heftige Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 220 Stundenkilometern über die Region gefegt. 200’000 Personen waren laut der Onlineausgabe der «Los Angeles Times» ohne Strom.

Strommasten knickten um, Bäume wurden mitsamt Wurzeln aus dem Boden gerissen. Nach Berichten im amerikanischen Fernsehsender CNN waren zunächst mehr als 300’000 Stromkunden – Haushalte und Geschäfte – ohne Elektrizität. Alleine rund um Los Angeles waren nach Angaben der Gemeindebehörden 75 Prozent der Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten gewesen, wie die Zeitung «Los Angeles Times» online meldete.

«Niemand in unserer Behörde hat jemals so viele Schäden gesehen», sagte Jon Kirk Mukri von der Parkverwaltung in Los Angeles der Zeitung. Die Anlagen seien derart mit abgerissenen Ästen und Zweigen übersät, dass die eine Gefahr für die Öffentlichkeit seien.
Notstand erklärt

Für den Landkreis von Los Angeles wurde der Notstand erklärt, wodurch Finanzmittel frei werden. Der Nationale Wetterdienst sprach von «den stärksten östlichen Winden der vergangenen Jahre». Pasadena ebenfalls betroffen

Schwer getroffen wurde auch die Stadt Pasadena östlich von Los Angeles. Im gesamten Stadtgebiet lägen Bäume und Äste umher, zusammen mit abgerissenen Stromkabeln, sagte Bürgermeister Michael Beck der Zeitung. Bürgern ohne Strom sei geraten worden, sich mit Eis und Taschenlampen einzudecken.
Flüge verschoben

Bei dem Sturm handelt es um die so genannten Santa-Ana-Winde, eine regionale meteorologische Besonderheit im Herbst. Namensgeber sind wahrscheinlich eine Gebirgskette und ein Canyon östlich von Los Angeles. Dabei strömt anfangs noch kalte Luft aus den Wüstenregionen im Westen der USA in Richtung Pazifik. Durch starken Höhenabfall wird die Luft erwärmt und beschleunigt.

Auch auf dem Los Angeles International Airport fiel teilweise die Elektrizität aus. Zahlreiche Flüge mussten verschoben oder gestrichen werden. Die Aufräumarbeiten sollen nach Angaben der «Los Angeles Times» noch bis in die nächste Woche andauern.

In der Ukraine ist es auch an diesem Tag wieder zu Protesten gekommen. Auf die Straße gingen in der Hauptstadt Kiew erneut Überlebende der Tschernobyl-Katastrophe, ebenso wie frühere Soldaten aus dem sowjetischen Afghanistankrieg.

Sie wandten sich gegen Einschnitte bei Renten und Sozialleistungen, erinnerten aber auch an das Todesopfer bei den Protesten am Sonntag.

“Ich bin hier wegen dem Mann, der in Donezk getötet worden ist”, sagt ein ehemaliger Afghanistankämpfer. “Dank seiner sind manche Leute zu Milliardären geworden. Er ist gestorben, weil er vierzig Jahre lang für sie gearbeitet hat. Dafür haben sie ihm alles genommen, und man ist auf ihm herumgetrampelt.”

Die Ukraine muss unter Druck des Weltwährungsfonds sparen. Dazu gehören auch Kürzungen bei den Renten. Im Gegenzug kann das Land auf dringend benötigte Milliardenhilfen rechnen.

http://de.euronews.net/2011/11/29/erneut-proteste-in-der-ukraine/

28. November 2011, 11:10, NZZ Online

Toter bei Polizeieinsatz in der Ukraine

Tschernobyl-Veteranen setzen Protestaktion trotz frostigen Temperaturen fort

In Donezk im Osten der Ukraine ist ein Demonstrant aus den Reihen von Tschernobyl-Veteranen ums Leben gekommen.

(ddp) Beim Versuch der Polizei, ein Zeltlager protestierender Tschernobyl-Veteranen im ostukrainischen Donezk zu räumen, ist ein Demonstrant ums Leben gekommen. Das berichteten ukrainische Medien.

In Donezk befinden sich seit zwei Wochen mehrere Dutzend sogenannte Liquidatoren im Hungerstreik, weil die Regierung ihre Zusatzrenten gekürzt hat. Die Liquidatoren hatten nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 unter Einsatz ihrer Gesundheit die Folgeschäden in der Region um das explodierte Atomkraftwerk beseitigt.

Gericht spricht von «terroristischer Bedrohung»

Ein Gericht in Donezk hatte die Demonstration vor der Regionalvertretung der Rentenversicherung vergangene Woche als «terroristische Bedrohung» eingestuft und für illegal erklärt. Daraufhin entfernte die Polizei am Sonntag unter Einsatz von Gewalt das Zelt, das den Protestierern als Hauptquartier diente. Dabei erlitt einer der Demonstranten einen Schwächeanfall und starb.

Nach einem Bericht der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian vom Montag setzen die Tschernobyl-Veteranen ihre Aktion trotz frostiger Temperaturen nun unter freiem Himmel fort. Die Regierung in Kiew hatte unter dem Druck einer extrem angespannten Haushaltslage am 1. November soziale Hilfen für Rentner, Invaliden und Veteranen gekürzt. Seither protestieren im ganzen Land Tausende Menschen gegen die Sparpolitik.

1. November 2011, 20:25, NZZ Online

Bis zu 27 Asylsuchende vor Indonesien ertrunken

Australien verschärft Gesetz gegen Schlepper

Beim Versuch, mit einem Boot von Indonesien Richtung Australien zu flüchten, sind am Dienstag bis zu 27 Asylsuchende, unter ihnen auch Kinder, gestorben.

gmü, Christchurch In der Nacht auf Dienstag ist vor der indonesischen Insel Java ein Boot mit rund 70 Asylsuchenden gesunken. Sieben Personen, unter ihnen mindestens zwei Kinder, wurden bereits tot geborgen, 20 Personen bleiben vermisst. Die Asylsuchenden stammten offenbar aus Afghanistan, Iran und Pakistan. Es wird vermutet, dass das Boot sie nach Australien hätte bringen sollen.

Rückwirkend geltende Gesetzesänderung

In Australien gaben linke und rechte Politiker den Schleppern die Schuld für den neuerlichen Tod von Bootsmigranten. Bereits im Dezember 2010 waren gegen 50 Asylsuchende ertrunken, als ihr Boot vor der Weihnachtsinsel im Nordwesten Australiens kenterte. Noch am Dienstag verabschiedete das Parlament in seltener Einmütigkeit eine Verschärfung des Migrationsgesetzes, wonach Schlepper auch dann zu verurteilen seien, wenn sich die transportierten Bootsmigranten später – wie in den meisten Fällen – als echte Flüchtlinge erweisen würden. Derzeit ist ein Fall eines Schleppers vor Gericht hängig, der dies in Frage stellt. Mit der rückwirkend geltenden Gesetzesänderung will sich das Parlament gegen ein Gerichtsurteil absichern.

Labour-Regierung wollte Schleppern das Handwerk legen

Die Labor-Regierung unter Julia Gillard hatte im Sommer gehofft, den Schleppern dank eines Asyl-Tauschhandels mit Malaysia das Handwerk legen zu können. Unter dem Abkommen hätte Australien 800 Bootsmigranten nach Malaysia verfrachten können, wovon sich die Regierung einen abschreckenden Effekt erhofft hatte. Das Bundesgericht hatte das Abkommen allerdings für ungültig erklärt. Weil die Gesetzesänderungen, die das Abkommen nachträglich auf eine gültige Rechtsgrundlage gestellt hätten, auch im Parlament nicht mehrheitsfähig waren, zog die Regierung das Vorhaben zurück.

http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/australien_1.13188905.html